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Dresden

Drei Autodiebe bei der Ausreise gestellt

In Dresden wurden in der Nacht zwei Autos gestohlen. Es traf auch einen Richter, der sich gut mit Autoschiebern auskennt. 

Das Foto zeigt die beiden weißen Nissan Qashqai, nachdem die Beamten sie sichergestellt hatten. © Bundespolizei

Seit Jahren buchtet der Mann professionelle Autodiebe ein – doch am Freitag wurde der Strafrichter aus Dresden selbst Opfer mutmaßlich professioneller Autoschieber aus Polen. Als der 50-Jährige am Morgen zum Landgericht fahren wollte, fehlte von seinem Nissan Qashqai jede Spur. Nach ersten Zweifeln, ob er seinen Wagen nicht doch woanders abgestellt haben könnte, war dem Richter schnell klar, dass er bestohlen wurde, und nahm sich ein Taxi zum Gericht. Gerade als er die Polizei von dem Diebstahl informieren wollte, meldeten sich Beamte in der Geschäftsstelle.

Der erst ein Jahr alte Nissan wurde gegen 6 Uhr am Grenzübergang Krauschwitz/Podrosche bei Weißwasser sichergestellt. Einer sogenannten Verbundstreife von Bundespolizei und Zoll war der verdächtige Konvoi zuvor aufgefallen – zwei weiße Qashqai und ein Renault Talisman, mutmaßlich das Lotsenfahrzeug. Die ersten Ermittlungen ergaben, dass beide Qashqai in der Nacht in Dresden entwendet worden waren. Im Renault lagen Werkzeuge, Elektroschocker, ein Langmesser und Pfefferspray. Die Fahrer, drei Polen im Alter von 36, 39 und 40 Jahren, wurden festgenommen, teilte die Polizeidirektion Görlitz mit. Sie sollen am Wochenende dem Haftrichter vorgeführt werden.

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Offenbar hatten die Täter die sogenannte Keyless-Go-Sicherung der Autos überwunden. Nach Angaben des Richters sollen die Autos unbeschädigt gewesen sein. Doch genau wusste er es auch noch nicht. Die Fahrzeuge wurden noch von der Spurensicherung untersucht. „Es fühlt sich einen Tick anders an, als wenn man eine Akte vor sich hat“, sagte der 50-Jährige. Hab ich etwas im Auto liegen lassen? Was macht jetzt die Versicherung? Muss ich einen Mietwagen nehmen? Brauche ich ein neues Auto? Als Richter stehen diese Fragen nicht im Mittelpunkt, bei ihm als bestohlenen Fahrzeuginhaber dagegen schon.

Neben hochpreisigen Autos der Marken BMW und Mercedes wurden auch viele Autos von VW und Ford entwendet, bei denen polnische Banden die Keyless-Go-Sicherung geknackt hatten. In diesem Jahr kamen neben Nissan Qashqai auch mehrere Mazda-Modelle abhanden, bestätigte ein Sprecher der Dresdner Polizei. Über das Warum könne man nur rätseln.