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Drei Berufe an einem Tag

21 Unternehmen nehmen an der dritten Beruferallye teil. Auch Leisnig und Hartha zeigen daran Interesse.

Von Eric Mittmann

In einem fensterlosen Raum der Ostrauer Meffert AG startet Klempnermeister Franz Litzke einen Motor. „Jetzt nicht erschrecken“, sagt er, während die Maschine anläuft. Hinter ihm stehen sechs Jungs der Anne Frank-Oberschule in Stauchitz. Sie alle hatten sich dafür entschieden, am Donnerstag einen Blick in die Litzke GmbH zu werfen, die in diesem Jahr das erste Mal an der Ostrauer Beruferallye teilnimmt. „Wir fanden es gut, dass die Unternehmen sich vor Ort vorstellen und wir so auch vieles zeigen können“, erklärt Geschäftsführer Henry Litzke, wie es zu der Teilnahme kam. „Außerdem wäre es doch Quatsch, wenn wir uns einer Sache verschließen, die jedem nur hilft.“

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Schüler probieren sich aus

Bereits zum dritten Mal hatte der Gewerbeverband Ostrau und Umgebung zur Beruferallye in das Gewerbegebiet geladen. Dabei bekommen Schüler der achten Klasse die Gelegenheit, einen Blick in die Unternehmen der Gemeinde zu werfen, während diese ihre Ausbildungsberufe präsentieren. Die Firma Litzke schloss ihre Präsentation zur Ausbilung als Anlagenmechaniker in der Meffert AG ab, in der sie im Oktober 2017 eine 500-Kilowatt-Heizung sowie ein Blockheizkraftwerk eingebaut hatte.

Auch die AG gehörte zu den 14 Unternehmen, die sich an diesem Donnerstag vorstellten. Die Schüler hatten somit die Möglichkeit, einen Einblick in insgesamt 21 Ausbildungsberufe zu erhalten – von bekannten Jobs wie Friseur/in und Landwirt/in bis hin zu spezielleren Berufen wie Augenoptiker/in. Mit der Dachdecker Kunze GmbH war sogar erstmals ein Unternehmen aus Zschaitz-Ottewig vertreten.

Bei den Jugendlichen scheint die Rallye gut anzukommen. „Das Feedback war durchweg positiv“, sagt Dagmar Pollmer, Ausbildungsleiterin der Firma Pietsch. „Die Schüler fanden es spannend, einen Ausblick auf die Ausbildungen zu erhalten.“ Und auch Paul Hengst sowie Darius Gränitz zeigten sich von der Veranstaltung begeistert. „Ich finde es cool. Es war interessant, durch die Betriebe zu gehen“, sagte Paul. Beide hatten der Firma Litzke einen Besuch abgestattet. Zuvor war Paul beim Technik Center Sonntag, während Darius an der Vorstellung der Pietzsch Haustechnik GmbH teilgenommen hatte.

„Die Jugendlichen können sich die Firmen anschauen und sich ausprobieren. Wo sonst haben sie die Möglichkeit, an einem Tag in gleich drei Unternehmen reinzuschauen?“, sagt Christa Müller, kaufmännische Leiterin der Firma Pietzsch und Organisatorin der Beruferallye. Gleichzeitig lobte sie die Arbeit der Stauchitzer Schule. „Susann Bähner, die Praxisberaterin der Schule, hat das hervorragend organisiert. Sowohl die Schüler als auch die Unternehmen waren gut vorbereitet“, so Müller.

Rallye auch in Hartha und Leisnig?

Neben den Achtklässlern der Stauchitzer Schule waren auch die Praxisberater der Harthaer und Leisniger Oberschulen, Marlen Junghanns und Olaf Engel, zu Gast in Ostrau. „Für uns ist das heute ein Erfahrungsaustausch“, erklärt Engel. Auch in Leisnig wurde in diesem Jahr erstmals eine Beruferallye veranstaltet. Junghanns habe dies nun ebenso für Hartha vor. „Die Firmen waren alle angetan“, sagt Praxisberater Engel. „Der Teilnahmewunsch war so groß, dass ich irgendwann selbst einen Schlussstrich setzen musste. Ansonsten wäre es wohl zu groß geworden.“

„Wir haben auch mal klein gestartet“, ergänzt Müller. „Heute sind wir bei 21 Unternehmen und selbst das ist noch ausbaufähig.“ Dabei sind viele Unternehmen bereits seit der ersten Rallye vertreten und auch die Firma Litzke hat schon ihre Teilnahme für die nächste im Herbst angekündigt. „Wir müssen das Interesse der jungen Leute für die Berufe wecken und falschen Vorstellungen entgegenwirken. Der Beruf des Klempners hat beispielsweise kaum noch etwas mit dem zu tun, was ich noch gelernt habe. Heute ist das alles viel breiter gefächert“, sagt Henry Litzke. „Ich nehme an, dass die Rallye einen festen Platz bei uns bekommen wird.“

Die Beruferallye wurde ins Leben gerufen, um jungen Leuten eine Orientierung zu geben, wie Christa Müller sagt. „Wir wollen den Schülern die Möglichkeit geben, Berufe kennenzulernen und so eine Grundlage für die späteren Praktika zu schaffen. Was sie später mal aus ihren Erfahrungen machen, ist ihnen überlassen. Natürlich freuen wir uns, wenn sich daraus auch Ausbildungen ergeben. Aber in erster Hinsicht geht es darum, ein Angebot für die jungen Leute zu schaffen.“

Die Schüler wählen sich dabei im Vorfeld drei Unternehmen aus, in die sie am Tag der Rallye einen Blick werfen wollen. Die Firmen haben dann 90 Minuten Zeit, um sich ihren Besuchern zu präsentieren. „Danach müssen die Schüler in 30 Minuten beim nächsten Unternehmen sein. Es ist eben auch eine Rallye“, so Müller.