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Drei Überfälle in 13 Monaten?

Ein Ehepaar soll angeblich geraubten hochwertigen Schmuck immer wieder bei der Versicherung gemeldet haben.

Von Alexander Schneider

Was einmal klappt, kann im Wiederholungsfall einen bösen Verdacht rechtfertigen. Ein Ehepaar behauptet, in eineinhalb Jahren gleich dreimal in Dresden-Gruna überfallen worden zu sein. Nun steht das 59 und 55 Jahre alte Paar vor dem Amtsgericht Dresden – wegen Betruges.

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Es begann mit dem angeblichen Raub einer goldenen Panzerkette, die Frank Z. um seinen Hals trug. Ein Radfahrer soll ihm das wertvolle Teil am 5. Juli 2014 im Vorbeifahren vom Hals gerissen haben – mittags, in unmittelbarer Nähe des damals stattfindenden Brunnenfestes. Schon eine Woche später hatte die Versicherung den Schaden beglichen, und dem 59-Jährigen 3 500 Euro überwiesen. Im Mai 2015 soll Ehefrau Monika Z. den Raub von Bargeld und einer weiteren Goldkette angezeigt haben – auf der Rosenbergstraße. Dort sei sie von hinten von zwei Ausländern bedroht worden, als sie dort in ihrem Rollstuhl unterwegs gewesen war. 3 450 Euro habe dieses Schmuckstück gekostet, doch nun habe die Versicherung den Schaden nicht ersetzt – wegen eines Betrugsverdachts. Die dritte Tat soll im August 2015 stattgefunden haben. Die 55-Jährige behauptete, sie sei an einer Haltestelle von zwei Männern überfallen worden, die ihr Handy entwendet hätten. Tatsächlich, so heißt es in der Anklage, habe die Frau das 600-Euro-Smartphone am Theaterplatz verloren. Auch in diesem Fall habe das Paar versucht, die Versicherung in Anspruch zu nehmen.

Ein erster Prozess war Anfang des Jahres aufgrund der schweren Lungenkrankheit der 55-Jährigen geplatzt. Sie hat nun eingeräumt, dass sie ihr Handy tatsächlich verloren habe, es ihrem Gatten jedoch nicht habe beichten wollen. Die beiden früheren Überfälle habe es aber gegeben, behaupteten beide. Vor allem der 59-Jährige verstrickte sich in Widersprüche, angefangen von seiner Medikamentensucht, die sein Verhalten am Tattag erklären sollte, bis zu den Verletzungsfolgen. Die Kratzer am Hals ließen sich laut Gerichtsmedizinerin nicht mit dem beschriebenen Abriss der Kette in Einklang bringen. Auch Polizisten hatten bei Vernehmungen den Verdacht geschöpft, dass hier etwas nicht koscher ist. Der Prozess wird fortgesetzt.