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Drei wollen Brähmig im Bundestag ablösen

In Kürze nominiert die CDU ihren Kandidaten im Landkreis. Geht nach über zwei Jahrzehnten eine Ära zu Ende?

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© dpa

Von Christian Eissner und Domokos Szabó

Pirna/Berlin. Nach 26 Jahren im Bundestag ist er noch nicht amtsmüde: Am 16. September möchte sich Klaus Brähmig aus Papstdorf von der Kreis-CDU erneut zum Bundestags-Kandidaten für den Wahlkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge nominieren lassen. Er strebt seine inzwischen achte Amtszeit an und würde, so alles nach seinen Vorstellungen läuft, die Region insgesamt 31 Jahre lang im Parlament vertreten. Doch diesmal bekommt Brähmig besonders viel Konkurrenz.

Sie möchten für die CDU ins Parlament

Peter Darmstadt, 56 Jahre, aus Freital. Seit vergangenem Herbst leitet Peter Darmstadt die Zentrale Ausländerbehörde des Freistaats in Chemnitz und ist damit so etwas wie Sachsens oberster Verantwortlicher für Flüchtlinge. Er studierte Politik, Rechtswissenschaften und Soziologie, war später Pressesprecher des Landesverbandes Ost der Betriebskrankenkassen. 2008 wechselte er an die Spitze der Kreisverwaltung, wurde Beigeordneter im Pirnaer Landratsamt. Zum Ende seines Mandats wechselte er nach Chemnitz. Peter Darmstadt ist verheiratet und hat drei Kinder.
Peter Darmstadt, 56 Jahre, aus Freital. Seit vergangenem Herbst leitet Peter Darmstadt die Zentrale Ausländerbehörde des Freistaats in Chemnitz und ist damit so etwas wie Sachsens oberster Verantwortlicher für Flüchtlinge. Er studierte Politik, Rechtswissenschaften und Soziologie, war später Pressesprecher des Landesverbandes Ost der Betriebskrankenkassen. 2008 wechselte er an die Spitze der Kreisverwaltung, wurde Beigeordneter im Pirnaer Landratsamt. Zum Ende seines Mandats wechselte er nach Chemnitz. Peter Darmstadt ist verheiratet und hat drei Kinder.
Frank Sander, 54 Jahre, aus Dürrröhrsdorf-Dittersbach.  Der Vorsitzende des CDU-Orstverbandes Dörrröhrsdorf-Dittersbach arbeitet im Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie. Als Referatsleiter kümmert er sich unter anderem um die Bergbausanierung in Freital und Leupoldishain. Früher war der Diplom-Agraringenieur jahrelang im Landkreis für die Landwirtschaftsförderung zuständig. Er baute den Sächsisch-Böhmischen Bauernmarkt mit auf und stand beim Bau so mancher Biogasanlage Pate. Sander ist verheiratet und hat einen Sohn.
Frank Sander, 54 Jahre, aus Dürrröhrsdorf-Dittersbach. Der Vorsitzende des CDU-Orstverbandes Dörrröhrsdorf-Dittersbach arbeitet im Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie. Als Referatsleiter kümmert er sich unter anderem um die Bergbausanierung in Freital und Leupoldishain. Früher war der Diplom-Agraringenieur jahrelang im Landkreis für die Landwirtschaftsförderung zuständig. Er baute den Sächsisch-Böhmischen Bauernmarkt mit auf und stand beim Bau so mancher Biogasanlage Pate. Sander ist verheiratet und hat einen Sohn.
Simone Hartmann, 51 Jahre, aus Königstein. Die diplomierte Journalistin leitet seit 1992 die Techniker-Krankenkasse Sachsen. Sie wirkt im Landesvorstand der CDU mit und ist stellvertretende Vorsitzende des Landesfachausschusses Gesundheit. Seit 2008 führt sie darüber hinaus den Wirtschaftsrat der sächsischen CDU, der sie bei ihrer Kandidatur unterstützt. Ebenfalls seit 2008 ist sie Mitglied im Bundesvorstand des CDU-Wirtschaftsrates. 2013 wurde sie in den Königsteiner Stadtrat gewählt und steht dort seit 2015 der CDU-Fraktion vor.
Simone Hartmann, 51 Jahre, aus Königstein. Die diplomierte Journalistin leitet seit 1992 die Techniker-Krankenkasse Sachsen. Sie wirkt im Landesvorstand der CDU mit und ist stellvertretende Vorsitzende des Landesfachausschusses Gesundheit. Seit 2008 führt sie darüber hinaus den Wirtschaftsrat der sächsischen CDU, der sie bei ihrer Kandidatur unterstützt. Ebenfalls seit 2008 ist sie Mitglied im Bundesvorstand des CDU-Wirtschaftsrates. 2013 wurde sie in den Königsteiner Stadtrat gewählt und steht dort seit 2015 der CDU-Fraktion vor.
Klaus Brähmig, 59 Jahre, aus Papstdorf. Der gebürtige Papstdorfer Klaus Brähmig hat seit 1990 ein CDU-Bundestagsdirektmandat. Zuletzt wurde er 2013 mit 50,2 Prozent der Stimmen wiedergewählt. Das war ein deutlich höherer Stimmenanteil als 2005 und 2009. Derzeit ist Klaus Brähmig Mitglied im Auswärtigen Ausschuss des Bundestags, stellvertretender Vorsitzender im Ausschuss für Tourismus und stellvertretendes Mitglied im Innenausschuss. Von Haus aus ist Klaus Brähmig Elektromeister. Er ist verheiratet und hat eine Tochter.
Klaus Brähmig, 59 Jahre, aus Papstdorf. Der gebürtige Papstdorfer Klaus Brähmig hat seit 1990 ein CDU-Bundestagsdirektmandat. Zuletzt wurde er 2013 mit 50,2 Prozent der Stimmen wiedergewählt. Das war ein deutlich höherer Stimmenanteil als 2005 und 2009. Derzeit ist Klaus Brähmig Mitglied im Auswärtigen Ausschuss des Bundestags, stellvertretender Vorsitzender im Ausschuss für Tourismus und stellvertretendes Mitglied im Innenausschuss. Von Haus aus ist Klaus Brähmig Elektromeister. Er ist verheiratet und hat eine Tochter.

Brähmig war parteiintern nie unumstritten. Seine große Anhängerschaft hält ihm zugute, dass er sich mit viel Ehrgeiz um die Tourismus-Entwicklung in der Sächsischen Schweiz kümmert und somit Arbeitsplätze gesichert hat. Er gilt, wenn auch nicht als volksnah, so doch als eng verbunden mit der Region und sieht sich als Mann des Mittelstandes. Er bemüht sich um Infrastrukturprojekte, kennt den Parlamentsbetrieb und weiß, was er erreichen kann – und was nicht. Seine Wahlergebnisse bei den vorangegangenen Bundestagswahlen waren stets eindeutig, teilweise erreichte er das beste Ergebnis aller CDU-Direktkandidaten in Ostdeutschland.

Er sagt: „Was ich anpacke, tue ich mit viel Engagement und Herzblut.“ Als Projekte, die er in der Region erfolgreich politisch begleitete, nennt Brähmig stellvertretend die Wismut-Sanierung in Freital und Königstein und sein bundespolitisches Engagement für die Südumfahrung von Pirna. Seine Kritiker bemängeln, dass Brähmig vor allem bei sozial- und gesellschaftspolitischen Themen über all die Jahre blass blieb, bescheinigen ihm wenig Gespür für die Stimmung im Land sowie den Hang, sein Fähnchen allzu oft nach dem Wind zu hängen, der gerade aus dem Kanzleramt bläst. Nationale Medien sahen ihn als typischen „Hinterbänkler“ der Unionsfraktion im Bundestag.

Das will Peter Darmstadt nicht sein. Er sagt: „Man muss die Debatten in Berlin mitprägen“ und legt damit die Latte schon mal sehr hoch. Er wirft Brähmig etwa in der Asylpolitik vor, nur hinterher zu lamentieren. Erst vor wenigen Tagen sprach sich Brähmig für schärfere Grenzkontrollen und strikte Regeln aus. Eine Position, die Darmstadt auch teilt. Dafür würde er in Berlin streiten und verspricht ein „frisches Gesicht und frischen Wind.“ Darmstadt sieht in Teilen der Union eine Wechselstimmung. Ob es für ihn diesmal anders läuft als vor zwölf Jahren, bleibt abzuwarten. Damals trat Darmstadt schon einmal gegen Brähmig an – ohne Erfolg. Nun gibt es aber noch mehr Bewerber.

900 Parteimitglieder wählen

Auch Frank Sander, Chef des CDU-Ortsverbandes Dürrröhrsdorf-Dittersbach, kandidiert. Er bemängelt nach gut zwei Jahrzehnten Brähmig, dass der Dreiklang aus „Zuhören, Probleme erkennen, Dinge lösen“ in den vergangenen Jahren immer weniger funktioniere, auch in der Asylpolitik. Er steht nach eigener Aussage für eine CDU, die nicht um jeden Preis in die Mitte drängt, und wünscht sich eine Agenda 2030, um das Land zu modernisieren.

Die einzige Frau unter den Herausforderern ist Simone Hartmann aus Königstein. Die 51-Jährige repräsentiert den Wirtschaftsflügel der Union und kennt als Chefin des CDU-Wirtschaftsrates Sachsen auch das bundespolitische Parkett. Das macht sie zur interessanten Herausforderin im Rennen um die Nominierung des Bundestagskandidaten. „Nach 26 Jahren erwarten die Bürger neue, motivierende Impulse für den Wahlkreis“, sagt Simone Hartmann. „Vor allem verlangen sie einen Wahlkreisabgeordneten, der sich im Bund für ihre Interessen starkmacht.“

Die Entscheidung liegt nun bei den rund 900 CDU-Mitgliedern zwischen Altenberg und Sebnitz: Wem trauen sie zu, bei der Wahl 2017 die Bürger zu überzeugen? Ihre Einladung zum Wahlparteitag haben sie bereits in der Hand. Nicht ausgeschlossen, dass sich bis zum 16. September noch weitere Kandidaten melden.