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Dresden

Neue Visionen zum Alten Leipziger Bahnhof

Seit Langem wird über die Bebauung des Areals diskutiert. Jetzt ist die Meinung der Bürger gefragt.

Soll hier bald gewohnt werden? Bereits seit Jahren wird über die Zukunft des Areals rund um den Alten Leipziger Bahnhof diskutiert.
Soll hier bald gewohnt werden? Bereits seit Jahren wird über die Zukunft des Areals rund um den Alten Leipziger Bahnhof diskutiert. © René Meinig

Es gibt Themen, die begleiten Dresden seit Jahren. Die  Zukunft des Alten Leipziger Bahnhofs ist eines davon. Bereits seit Langem wird darüber diskutiert, ob das Areal als Standort für Wohnraum oder großflächigen Einzelhandel genutzt werden soll. Nun gibt es neue Ideen. Sächsische.de beantwortet die wichtigsten Fragen zum aktuellen Stand.

Was sind das für neue Ideen?

Bereits im April vergangenen Jahres wurde ein studentischer Ideenwettbewerb gestartet. Visionen vom Architektur-Nachwuchs zu sammeln, ist bei geplanten Bauprojekten keine Seltenheit. Das Besondere: Im Falle des Alten Leipziger Bahnhofs handelte es sich um einen bundesweiten Wettbewerb. Auf Initiative der Technischen Universität Berlin und der Johannes-Göderitz-Stiftung beteiligten sich sechs Universitäten aus ganz Deutschland an dem Wettbewerb. 

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Sie entwarfen Visionen, wie das Areal rund um den Alten Leipziger Bahnhof entwickelt werden könnte. Die zwölf preisgekrönten Entwürfe sind derzeit im Atrium des World Trade Centers (WTC) auf der Freiberger Straße zu sehen. Großflächigen Einzelhandel kann sich keiner der Studenten auf der Fläche vorstellen. Sächsische.de wird alle Entwürfe in Kürze ausführlich vorstellen.

Wie geht es nun mit den Entwürfen weiter?

Noch bis zum 16. Januar können die Visionen der Studenten, darunter auch zwei aus Dresden, im WTC angeschaut werden. Die Stadt bittet um Hinweise und Anregungen der Bürger. Diese können bis zum 24. Januar vor Ort oder per Mail abgegeben werden. 

"Diese Hinweise werden dann für die Planung genutzt", erklärt Doris Oser, Referentin von Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne). "Allerdings können die Ideen der Studenten nicht eins zu eins umgesetzt werden." Stattdessen sollen sie frischen Wind in die Debatte bringen.

Können die Bürger noch anderweitig aktiv werden?

Ja. Zur Gestaltung des Areals in der Leipziger Vorstadt soll es eine umfassende Bürgerbeteiligung geben, verrät Doris Oser. Das Stadtplanungsamt überlege bereits jetzt, wie diese umgesetzt werden kann. Einen solchen Weg ist die Stadt erstmals bei den Plänen zum Königsufer und Neustädter Markt gegangen. "Das war aufwendig und anstrengend", sagt die Referentin. 

Doch der Aufwand habe sich gelohnt. "Wir haben viele positive Rückmeldungen bekommen." Andere Städte würden sich den Planungsprozess zum Vorbild nehmen. Bei der Planung zum Alten Leipziger Bahnhof sollen sich die Bürger ähnlich umfassend beteiligen können. Allerdings wird sich die Art und Weise unterscheiden, sagt Oser.

Wie weit ist die Stadt bereits mit der Planung?

Sie hat noch gar nicht begonnen. Denn zurzeit gibt es zum Areal rund um den Alten Leipziger Bahnhof zwei widersprüchliche Beschlüsse vom Stadtrat. Zum einen haben die Politiker einem Bebauungsplan zugestimmt, der einen Globus-Markt dort vorsieht. Zum anderen haben sie sich gegen großflächigen Einzelhandel an der Stelle ausgesprochen. "Bevor wir mit der Planung beginnen, muss einer der Beschlüsse aufgehoben werden", sagt Oser. Sie gehe davon aus, dass der Beschluss zum Bebauungsplan aufgehoben wird, wenn ein Ersatzstandort für Globus gefunden wurde. 

Ist eine Alternative für den Globus-Markt in Sicht?

Bereits seit 2017 sucht die Verwaltung zusammen mit dem Unternehmen nach einem Ausweichstandort. Dass eine geeignete Fläche gefunden wurde, hat Oberbürgermeister Dirk Hilbert bereits Mitte vergangenen Jahres auf Anfrage von Linken-Stadtrat André Schollbach mitgeteilt. Doch um welche Fläche es sich handelt, wird bislang geheimgehalten. 

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Auch das Unternehmen äußert sich auf Anfrage nicht dazu. Nach Informationen von Sächsische.de soll es sich aber um eine Fläche an der Bremer Straße handeln. Ob der Handelsriese Globus diese Fläche auch annehmen wird, ist allerdings unklar. Beharrt die Firma auf den ursprünglichen Plänen, droht am Alten Leipziger Bahnhof Stillstand. Denn die Fläche gehört bereits Globus. Verkauft das Unternehmen diese nicht, bleibt sie nach jetziger Beschlusslage unbebaut.

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