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Dresden

Betrugsprozess um Wunder-Messgeräte

Gaunerstück mit Millionen-Schaden: Während der Staatsanwalt lange Haftstrafen fordert, plädieren die Verteidiger auf Freispruch.

Wunder-Messgeräte, mysteriöse Autoeinbrüche in England und Kroatien, und ein Millionen-Schaden: Am Dresdner Landgericht endet am Donnerstag ein Betrugsprozess.
Wunder-Messgeräte, mysteriöse Autoeinbrüche in England und Kroatien, und ein Millionen-Schaden: Am Dresdner Landgericht endet am Donnerstag ein Betrugsprozess. © René Meinig

Dresden. Es ist ein kurioses Gaunerstück, das nun kurz vor dem Finale steht. Zwei Ingenieure sollen über Jahre knapp zwei Millionen Euro Schaden verursacht haben, indem sie sich sogenannte Koordinatenmessgeräte untereinander verkauften und sich die Geschäfte von Leasing-Gesellschaften finanzieren ließen.

Offenbar hat kein Mensch die vermeintlichen Wunderdinger gesehen, kein Banker und wohl auch kein Kunde. Jedenfalls ist niemand bekanntgeworden, der mit diesen lasergestützten Rechenkünstlern Räume dreidimensional vermessen hätte. In England sucht man angeblich noch immer nach den Geräten, denn eine Vielzahl dieser teuren Dinger wurde, angeblich, bei einem Autoeinbruch in Liverpool gestohlen. Das behauptet jedenfalls Mario M. (49). 

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Sein Problem: Solche Autoeinbrüche hatte er auch in Kroatien und in London angezeigt. Von Mal zu Mal stieg die Menge der gestohlenen Ware. Seit November verhandelt nun das Gericht in dieser Sache. 

Angeklagter: "Ich habe noch ein Hühnchen zu rupfen"

Für M., den mutmaßlichen Hauptdrahtzieher des Schwindels, forderte die Staatsanwaltschaft sieben Jahre und zehn Monate Haft wegen Betruges und Bankrotts, für Gregor T. (50) vier Jahre und vier Monate wegen Betruges.

Am Montag waren die Verteidiger an der Reihe. M.s Anwalt Michael Bürger plädierte auf Freispruch. Man könne seinem Mandanten die Taten nicht nachweisen. Auch T.s Verteidiger forderte einen Freispruch. Sein Mandant habe von M.s Taten nichts geahnt. T. selbst sagte, er habe mit M. nach dem Verfahren "noch ein Hühnchen zu rupfen". 

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Man könne mit M. keine Absprachen treffen. Und M. selbst sagte, er rechne fest damit, dass die Polizei in Liverpool "in wenigen Wochen" den Autoeinbruch aufklärt. Das Gericht wird sein Urteil am Donnerstag verkünden.

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