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Dynamo

Kretschmer beim Dynamo-Training

Vor dem Geisterspiel besucht Sachsens Ministerpräsident überraschend den Zweitligisten. Außer Zuspruch hat er der Mannschaft etwas zu erklären.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (l.) besucht gemeinsam mit Ex-Dynamo-Präsident Wolf-Rüdiger Ziegenbalg überraschend das Training der Schwarz-Gelben.
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (l.) besucht gemeinsam mit Ex-Dynamo-Präsident Wolf-Rüdiger Ziegenbalg überraschend das Training der Schwarz-Gelben. © Sven Geisler

Dresden. Dynamo trainiert im Großen Garten, ungeachtet der Schlagzeilen um das Corona-Virus und Zuschauerausschluss bereiten sich die Dresdner auf die Partie am Sonntag bei Hannover 96 vor. Nach den zwei Siegen in Regensburg und gegen Erzgebirge Aue ist die Zuversicht, den Klassenverbleib in der 2. Fußball-Bundesliga doch noch zu schaffen, wieder groß. Zuspruch ist trotzdem jederzeit willkommen.

Am Mittwochnachmittag kommt er von höchster Stelle. Es ist 16.15 Uhr, als ein Herr in grüner Jacke auf den Trainingsplatz kommt, begleitet von Wolf-Rüdiger Ziegenbalg, direkt nach der Wende der Dynamo-Präsident. Es ist ein Überraschungsbesuch in gleich doppelt schwierigen Zeiten: Der Ministerpräsident.

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Denn zusätzlich zur Tabellensituation - Dynamo ist nach wie vor Letzter, hat vier Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz - kommen nun "Geisterspiele", muss die Mannschaft also auf die stimmgewaltige Unterstützung ihrer Fans im Stadion verzichten, dabei hat gerade das Sachsenderby am vergangenen Sonntag gezeigt, welche Energie von den Rängen ausgeht. Auch auswärts ist der Dynamo-Block oft lauter als die Anhänger der Heim-Mannschaft.

"Man muss es auch noch mal sagen: Dass wir es so entschieden haben, Spiele in Zukunft ohne Publikum austragen zu müssen, ist keine einfache Sache", meint Michael Kretschmer . "Das wird es den jungen Leuten, die spielen, nicht leichter machen. Aber es geht nicht anders, und das wollte ich Ihnen auch noch mal persönlich sagen", erklärt der CDU-Politiker.

"So kennen wir Dynamo Dresden"

"Wir stehen jetzt zusammen", sagt Sachsens Ministerpräsident Michael Kretzschmar beim Besuch des Dynamo-Trainings am Mittwochnachmittag.
"Wir stehen jetzt zusammen", sagt Sachsens Ministerpräsident Michael Kretzschmar beim Besuch des Dynamo-Trainings am Mittwochnachmittag. © Sven Geisler

Den Termin hatte Kretschmer allerdings nicht extra deshalb in seinem Kalender untergebracht, sondern weil er der Mannschaft direkt seinen Zuspruch übermitteln wollte. Nach einem kurzen Austausch mit Trainer Markus Kauczinski ist er es also diesmal, der das Team im Kreis versammelt und einige Worte spricht. Es gibt Beifall, die Stimmung ist gut gelaunt. "Ich habe ihnen gesagt, dass ganz viele Menschen stolz und beeindruckt sind, wie sie die letzten beiden Spiele bestritten hat", erzählt der oberste Mann im Freistaate. Man habe diesen Siegeswillen gespürt. "So kennen wir Dynamo Dresden."

Der Verein gehöre in die erste, und wenn das nicht geht, mindestens in die zweite Bundesliga. "Jetzt stehen wir alle zusammen", verkündet Kretschmer. "Es ist mir wichtig, dass diese tolle Mannschaft weiter volle Unterstützung hat und wir super Fußball in Dresden sehen können. Ich bin beeindruckt, wie sie es als Verein machen, wie es der Mannschaft macht."

"Ich komme nun mal aus dem Dynamo-Land"

Als großer Fußballfan sei er  schon als Jugendlicher im Dynamo-Stadion gewesen, unlängst habe er zum Kindergeburtstag seines großen Sohnes ein Spiel besucht. "Das haben sie auch gewonnen." Als Glücksbringer ist der 44 Jahre alte Görlitzer "ab und an da", wie er verrät. "Es klappt nicht bei jedem Spiel, aber schon oft und immer versteckt."

Das hat nichts damit zu tun, dass man es dem sächsischen Ministerpräsidenten zum Beispiel im Erzgebirge übel nehmen könnte, wenn er auf Dynamo hält. "Ich möchte grundsätzlich, dass die, die hervorragende Leistungen bringen als Team auch Erfolg haben, würde mir nie wünschen, dass jemand absteigt", sagt Kretschmer. "Aber ich komme nun mal aus dem Dynamo-Land."

Genau genommen aus der Oberlausitz, genau wie ... und er zählt auf: "Dixie Dörner, unser Freund Scholle (Co-Trainer Heiko Scholz/d. Red), der Athletiktrainer ..." Mit Matthias Grahé, der aus Bad Muskau stammt, plaudert und scherzt Kretschmer. Präsident Holger Scholze, der den hohen Besuch begleitet, ist Bautzener. "Es ist wie bei August dem Starken", meint Kretschmer: "Der konnte genauso wenig ohne die Oberlausitzer wie Dynamo."

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