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Dresden hat jetzt eine Zimmer-Polizei

Die Stadt macht durch gezielte Suchen auf Buchungsportalen Dresdner ausfindig, die ihre Wohnung für Geld Urlaubern überlassen. Warum das für manche richtig teuer werden kann.

© Jens Kalaene/dpa

Der Urlaub in fremden Betten wird immer beliebter. Statt ein Hotelzimmer zu buchen, haben sich 2016 rund 42 000 Touristen über Airbnb einen Schlafplatz in Dresdner Wohnungen organisiert. Damit haben zwei Prozent aller auswärtigen Gäste nicht in einem Hotel oder einer Pension übernachtet. Doch bis heute ziehen nicht alle privaten Gastgeber auch die Beherbergungssteuer bei ihren Gästen ein, wie die Stadtverwaltung jetzt durchblicken lässt.

Ab auf den Grill

Worauf muss man beim Grillen achten und was schmeckt am besten auf dem Grill? Egal zu welcher Jahreszeit - Grillen macht immer Spaß und verbindet.

So sind im vergangenen Jahr zunächst 233 Unterkünfte gezählt worden, die bislang nicht in den Akten der Stadt auftauchten. Allerdings meldeten sich nur 123 Betriebe von selbst. Erst nach einer Aufforderung der Behörde füllten auch die restlichen 110 Gastgeber ein Formular aus, teilt das Rathaus auf Anfrage des FDP-Stadtrats Thoralf Gebel mit. Um die Wohnungsbesitzer ausfindig zu machen, haben Mitarbeiter der Stadtverwaltung viele Stunden mit Internet-Recherchen verbracht.

Dabei werden die Anzeigen auf Portalen wie Airbnb oder Wimdu mit der Liste gemeldeter Herbergsbetriebe abgeglichen, so die Stadt. Weil nicht immer klar ist, wer sich hinter den Ferienwohnungen verbirgt, hat sich Dresden auch direkt an die Internetseiten-Betreiber gerichtet und um Auskunft ersucht. „Über Art und Umfang der Ermittlungen wird im einzelnen Fall nach Ermessen entschieden“, heißt es.

Derzeit seien drei Rathaus-Mitarbeiter zumindest teilweise damit beschäftigt, nicht gemeldete Gastgeber aufzustöbern. Denn seit vergangenem Jahr müssen auch diejenigen die Bettensteuer einziehen und abführen, die weniger als fünf Betten anbieten. Das ist keine Idee der Stadt. Das Oberverwaltungsgericht hatte die Ungleichbehandlung gegenüber größeren Betrieben wie Hotels und Pensionen moniert und eine Änderung gefordert. Seither müssen alle Touristen knapp sieben Prozent des Übernachtungspreises draufzahlen.

Schätzungsweise über 1 300 Dresdner teilen inzwischen ihre Wohnungen mit Touristen. Etwa wenn sie selbst verreist sind oder noch etwas Platz haben. Auf diversen Portalen wird so ziemlich alles vermittelt: Vom schicken Apartment am Neumarkt für 130 Euro pro Nacht bis zum WG-Zimmer in der Neustadt für schlappe 14 Euro – WLAN und Parkplatz inklusive. (SZ/sr)