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Dresden ist sozial innovativ

Gute Nachrichten für alle Dresdner: Sie leben in einer Stadt, die, nach ihrer Zukunftsfähigkeit beurteilt, zu den 13 deutschen Top-Standorten gehört – der einzige in Ostdeutschland. Die anderen zukunftsfiten...

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Von Nora Miethke

Gute Nachrichten für alle Dresdner: Sie leben in einer Stadt, die, nach ihrer Zukunftsfähigkeit beurteilt, zu den 13 deutschen Top-Standorten gehört – der einzige in Ostdeutschland. Die anderen zukunftsfiten Städte und Regionen sind München, Berlin, Hamburg, Rhein-Main, Karlsruhe, Rhein-Neckar, Freiburg, Düsseldorf, Hannover, Oberschwaben, Oberpfalz und Nürnberg.

Das ist das Ergebnis der noch unveröffentlichten Studie „Zukunft Deutschland 2020“ des Zukunftsinstituts in Kelkheim. Die Autoren haben darauf verzichtet, die 13 Orte in einer Rangliste zu ordnen. „Es ging uns nicht darum, Sieger und Verlierer auszurufen, sondern um Veränderungen konkret zu beschreiben“, sagt Mit-Autor Eike Wenzel. Aber nach seiner persönlichen Ansicht „gehört Dresden unter die Top fünf.“ Die Stadt habe sich vom „Tal der Ahnungslosen“ zum Epizentrum für Hightech und Lebensqualität gewandelt.

Soziale Innovationen zählen

Nicht weil die Wirtschaft so stark ist oder so viele Dresdner den Schritt in die Selbstständigkeit wagen. Nach den Hauptgründen für das gute Abschneiden gefragt, nennt Wenzel an erster Stelle die Leuchttürme der Hochtechnologie, zählt dann aber Bioläden, Nahversorgung mit Kitaplätzen und die hohe Anzahl von Vätern in Elternzeit auf. Das alles fällt unter „soziale Innovationen“, die nach eigenen Angaben das wichtigste Kriterium des vom Zukunftsinstitut entwickelten Bewertungskatalogs ist. Denn „die Wirtschaft hat nicht mehr den starken Einfluss auf die Standortentwicklung wie noch vor 20 Jahren“, sagt Wenzel. Die Zukunftsfähigkeit einer Region hänge zunehmend von sozial-innovativen Faktoren ab, also wie die Metropolregionen mit Konsum- und Gesellschaftstrends sowie veränderten Lebensstilen umgehen würden.

So sei Dresden beim Megatrend Feminisierung der Wirtschaft bestes Beispiel, loben die Zukunftsforscher. 65,2 Prozent der unter sechsjährigen Kinder könnten eine Tagesbetreuung nutzen, was die Voraussetzung dafür sei, dass Mütter wie Väter zu gleichen Teilen arbeiten können. In Dresden nehmen schon heute mehr Frauen (51,1 Prozent) als Männer am Erwerbsleben teil. Mit diesem Wert liegt das sächsische Silicon Valley an der Spitze der 13 Top-Regionen.

Spitze bei Hochqualifizierten

Einsame Spitze ist die Landeshauptstadt ebenso beim Indikator hochqualifizierte Beschäftigte. 20 Prozent aller Jobs werden von Fachhochschul- und Hochschulabsolventen ausgeübt. Auch bei der Einwohnerentwicklung landet Dresden mit einer Zuzugsrate von 5,9Prozent von 2000 bis 2006 hinter München und Frankfurt auf einem Spitzenplatz.

„Eine richtige Schwachstelle haben wir nicht gefunden“, sagt Wenzel. Nachholbedarf bestehe etwa bei der Kaufkraft, die mit 15002 Euro je Einwohner deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 17702 Euro liege. Die Kaufkraft Dresdens sei natürlich nicht vergleichbar mit der von München oder Frankfurt. Aber die Zukunftsforscher hätten sich mehr für das Potenzial interessiert, und da sieht Wenzel für Elbflorenz „jede Menge Potenzial auch bei der Kaufkraft“.