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Dresden

Wechsel in der Jüdischen Gemeinde

Nora Goldenbogen ist nicht mehr Vorsitzende in Dresden. Einen Nachfolger gibt es schon.

Nora Goldenbogen hat nicht mehr für den Vorsitz der Jüdischen Gemeinde zu Dresden kandidiert.
Nora Goldenbogen hat nicht mehr für den Vorsitz der Jüdischen Gemeinde zu Dresden kandidiert. © Sven Ellger (Archiv)

Nora Goldenbogen stand der Jüdischen Gemeinde zu Dresden 17 Jahre vor. Nun hat sie das Amt abgegeben. Bei der Wahl zum Vorsitz am 5. Februar habe sie nicht wieder kandidiert - aus persönlichen Gründen, teilte der Vorstand am Dienstag mit. Die 70-Jährige bleibe jedoch weiterhin als Vorsitzende des Landesverbandes Sachsen der Jüdischen Gemeinden tätig.

Nora Goldenbogen war 2003 zur Vorsitzenden gewählt worden. Die gebürtige Dresdnerin ist promovierte Historikerin und arbeitete zu DDR-Zeiten als Lehrerin. Ihr kommunistischer Vater überlebte das Konzentrationslager Sachsenhausen. Sie war Gründungsmitglied und Leiterin der Bildungs- und Begegnungsstätte Hatikva e.V.  2017 erhielt sie die Ehrenmedaille der Landeshauptstadt Dresden. Goldenbogen wurde unter anderem für ihre Verdienste um die Dresdner Erinnerungskultur gewürdigt. In ihrer Rede mahnte sie eine Auseinandersetzung mit rechtspopulistischem und rechtsextremem Gedankengut an. "Einem Rechtsruck muss entgegengetreten werden", sagte sie damals. Auch zuletzt beklagte sie zunehmenden Judenhass in Deutschland. "Man darf niemals zurückweichen", sagte sie im Gespräch mit Sächsische.de kurz nach dem Anschlag von Halle im Oktober letzten Jahres.

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Auf Nora Goldenbogen folgt der künstlerische Leiter der Neuen Jüdischen Kammerphilharmonie Dresden, Michael Hurshell. Der US-Amerikaner studierte an der Brown University Klavier und Komposition, später nahm er in Wien ein Dirigentenstudium auf. (SZ/sr)

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