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Dresden

Die Blütezeit des Sachsenbads

Zu dem Denkmal haben viele Dresdner eine sehr emotionale Beziehung. Eine Ausstellung sammelt ihre Erinnerungen. 

Das Sachsenbad kurz nach der Eröffnung
Das Sachsenbad kurz nach der Eröffnung © Karte: Sammlung Holger Naumann

Das Sachsenbad hat in Dresden Geschichte geschrieben und ist tief im kollektiven Gedächtnis verankert. Das zeigen Zeitzeugen, die sich nun für eine Ausstellung zu Wort gemeldet haben. Mit ersten Erinnerungen ans Schwimmen oder fröhliche Ausfläge mit der Familie. Die Initiative Pro Pieschen hat all diese Stimmen zusammengetragen. Nun soll die Schau auf Wanderung durch die Stadt gehen.

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Laut den Initiatoren soll die Zeitzeugenausstellung einen Anstoß geben, das 1928/1929 im Bauhaus-Stil errichtete Gebäude nach Jahren des Leerstands zu reaktivieren. Und das zielgerichtet: als öffentliches Bad für den Stadtteil Pieschen. Eben so wie es 1930 in der Wurzener Straße eröffnet wurde. Im Begleittext heißt es: Damals reagierte das „vielfältige Angebot auf die Bedürfnisse der armen Pieschener Bevölkerung. Die Menschen litten unter Armut und überbelegten Wohnungen ohne Bad. Erst in diesem geschichtlichen Kontext ist der besondere Wert des Sachsenbades zu verstehen.“

Zum Tag des Denkmals, Anfang September, wurde die Schau erstmals öffentlich gezeigt. Vor dem Sachsenbad selbst. Laut Unterstützer Christian Helms werde nun geprüft, wo weitere Standorte seien könnten. Man stünde mit dem Amt für Denkmalpflege im Gespräch, auch das Rathaus Pieschen käme infrage.

Zum Verkaufsstand des Denkmals gibt es derzeit keine neuen Informationen. Noch immer sollen drei Bieter Konzepte für das Sachsenbad vorgelegt haben. Die Stadt prüft diese bereits seit Beginn des Jahres. Unter den Interessenten: Ein Gespann aus der Hotelbranche, das anonym bleiben will, aber gegenüber der SZ erklärte, ein Spa- und Wellnesskonzept zu erarbeiten. Auch der Dresdner Projektentwickler Ginkgo hat einen Vorschlag zur Reaktivierung des Sachsenbads gemacht – als öffentliches Schwimmbad. Die Firma von Tankred Lenz ist in der Stadt bekannt: etwa für den Ausbau der Neustädter Kunsthofpassage. Wer der dritte Bieter ist, bleibt offen.