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Dresden setzt auf Hungersteine

Die Stadt lehnt es ab, Niedrigwassermarken mit Jahreszahlen an der Augustusbrücke anzubringen.

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© René Meinig

Dresden. Die Stadt lehnt es ab, Niedrigwasser-Marken mit Jahreszahlen an der Augustusbrücke anzubringen. Das teilt Straßenbauamtsleiter Reinhard Koettnitz auf SZ-Anfrage mit.

Hungersteine in der Elbe

Tilo Kettner vor seinem Hungerstein am Blasewitzer Elbufer. Er greift die Tradition früherer trockener Hungerjahre wieder auf, in denen Steine Jahreszahlen erhielten.
Tilo Kettner vor seinem Hungerstein am Blasewitzer Elbufer. Er greift die Tradition früherer trockener Hungerjahre wieder auf, in denen Steine Jahreszahlen erhielten.
Unterhalb der Helfenberger Straße hat die Elbe diesen Hungerstein freigegeben. Ab einem Pegel von 80 Zentimetern taucht er aus den Fluten auf.
Unterhalb der Helfenberger Straße hat die Elbe diesen Hungerstein freigegeben. Ab einem Pegel von 80 Zentimetern taucht er aus den Fluten auf.
Dieser Hungerstein ist am unteren Ende der Freitreppe vor dem Schloss Pillnitz zu sehen. Aufgetaucht sind Jahreszahlen zwischen 1873 und 2018.
Dieser Hungerstein ist am unteren Ende der Freitreppe vor dem Schloss Pillnitz zu sehen. Aufgetaucht sind Jahreszahlen zwischen 1873 und 2018.
Dieser Hungerstein kann derzeit unterhalb der Häuser Laubegaster Ufer 26/27 besichtigt werden. Unweit davon gibt es noch den Sandstein mit der Inschrift 2018.
Dieser Hungerstein kann derzeit unterhalb der Häuser Laubegaster Ufer 26/27 besichtigt werden. Unweit davon gibt es noch den Sandstein mit der Inschrift 2018.
Aus diesem Stein am Tolkewitzer Elbufer hat der Steinmetz und Bildhauer Elmar Vogel vor zwei Jahren mit seinen Gravuren einen Hungerstein gemacht.
Aus diesem Stein am Tolkewitzer Elbufer hat der Steinmetz und Bildhauer Elmar Vogel vor zwei Jahren mit seinen Gravuren einen Hungerstein gemacht.

Die Marken hatte der Dresdner Tilo Kettner vorgeschlagen, der kürzlich gegenüber von Schloss Albrechtsberg einen sogenannten Hungerstein in der Elbe mit der Jahreszahl 2018 markiert hatte. Damit setzt er eine alte Tradition fort. In Jahren mit wenig Wasser und niedrigem Elbpegel musste die Bevölkerung früher hungern.

Kettner hatte die Idee, auch auf dem dritten Pfeiler direkt am Neustädter Ufer Niedrigwassermarken anzubringen, die an trockene Jahre erinnern. Denn am ersten Pfeiler neben dem Terrassenufer sind ja auch Hochwassermarken angebracht, die auf besondere große Flutereignisse wie 1845 und 2002 verweisen, argumentiert er.

Koettnitz hält es für sinnvoller, die Tradition der Hungersteine fortzusetzen, die bereits die Altvorderen geschaffen haben. Sie sind bei Niedrigwasser gut zugänglich und auch gut sichtbar. Solche alten Hungersteine gibt es unter anderem an der Freitreppe vorm Schloss Pillnitz, am Laubegaster Ufer und unterhalb der Helfenberger Straße in Blasewitz. Erinnert wird an Niedrigwasser wie 1873, 1881 und 1893. (SZ/phi)

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