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Sport

Olympiasiegerin kritisiert Missachtung

Ingrid Gulbin ist verärgert über den Umgang mit Sportlern und Trainern der DDR. Die Dresdnerin hat dreimal Gold im Wasserspringen gewonnen.

Ingrid Gulbin in der Dresdner Springerhalle, die nach ihren Olympiasiegen gebaut wurde.
Ingrid Gulbin in der Dresdner Springerhalle, die nach ihren Olympiasiegen gebaut wurde. © Foto: Ronald Bonß

Dresden. Die dreimalige Wassersprung-Olympiasiegerin Ingrid Gulbin-Krämer ist auch 30 Jahre nach der politischen Wende verbittert darüber, wie mit ehemaligen verdienstvollen Sportlern und Trainern im vereinten Deutschland umgegangen wird. Im Gespräch mit der Welt am Sonntag sagte die Dresdnerin, sie sei sehr verärgert über die Missachtung, die vielen Sportlern und Trainern der DDR entgegen schlägt, die sich abgerackert hätten und ihrer Berufung nachgegangen seien. 

Bei den Olympischen Sommerspielen in Tokio 1964 gewinnt Ingrid Engel-Krämer (M./später Gulbin) die Goldmedaille im Wasserspringen. Nach der feierlichen Siegerehrung unterhält sie sich auf dem Podium mit Jeanne Collier (l./Silber, USA) und Mary Willard (Br
Bei den Olympischen Sommerspielen in Tokio 1964 gewinnt Ingrid Engel-Krämer (M./später Gulbin) die Goldmedaille im Wasserspringen. Nach der feierlichen Siegerehrung unterhält sie sich auf dem Podium mit Jeanne Collier (l./Silber, USA) und Mary Willard (Br © Archivfoto

Gleich nach der Wende sei sie als Trainerin entlassen worden und habe Jahre gebraucht, wieder Fuß zu fassen. Es sei ein schmerzhafter Prozess gewesen, sagte die 77-Jährige.
Gulbin, die 1960 in Rom Olympiasiegerin vom Brett und vom Turm wurde und vier Jahre später in Tokio noch einmal die Konkurrenz vom Brett gewann, sieht es auch nicht als Ehre, in die "Hall of Fame" des deutschen Sports aufgenommen worden zu sein. "Ich finde es unverschämt, wie mit den DDR-Sportlern dabei verfahren wird. Dass erst zig Untersuchungen angestellt werden, ob sie aufnahmewürdig sind oder nicht. Mir hat das nichts ausgemacht, ich hatte ja nie was mit der Stasi oder Doping zu tun", sagte Gulbin der Zeitung.

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"Einstige Mitglieder der NSDAP und Repräsentanten des Hitler-Regimes werden problemlos aufgenommen, doch die DDR-Athleten werden erst zwei, drei Jahre seziert, bis vielleicht das Okay kommt. Dafür habe ich kein Verständnis", beklagte die dreimalige Olympiasiegerin. (dpa)

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