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Dresden steuert auf Erziehermangel zu

Mehr als 170 Erzieher sucht die Stadt. Um die Stellen zu besetzen, werden auch Assistenzkräfte eingesetzt.

© Symbolfoto: dpa

Noch sei die Lage nicht so schlimm wie an den Schulen, sagt Bildungsbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU). Doch die Personalsituation an Dresdens Kitas werde zunehmend schwieriger. „Wenn wir Ausschreibungen machen, sehen wir, dass die Zahl der Bewerber rückläufig ist. Das macht uns Sorgen.“ Noch könnten die Stellen besetzt werden. Allerdings würden dafür immer mehr Assistenzkräfte mit Zusatzqualifikationen wie Kinderkrankenschwester eingestellt, so Vorjohann. „Das haben wir vorher nicht gemacht.“ Allerdings erlaube das der Gesetzgeber neuerdings.

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Ein aus dem Ruder laufendes Finanzsystem verunsichert viele. Wem ist es schon gelungen, Schulden mit Schulden zu bezahlen, ohne am Ende insolvent zu sein?

Der nächste Kraftakt: Im September wird der Betreuungsschlüssel in den Kitas herabgesetzt. Dann kümmert sich ein Erzieher rechnerisch nur noch um fünf Kinder. „Das heißt, wir werden neue Erzieher brauchen“, sagt der Bildungsbürgermeister. Um die 80 würden gebraucht. Außerdem werden die Dresdner Kitas voller. Durch die steigende Kinderzahl benötige die Stadt weitere 90 Fachkräfte. Auch an anderer Stelle müsste personell nachgesteuert werden: So fielen Erzieherinnen aus, die selbst Kinder bekämen. Das mache sich nun deshalb so stark bemerkbar, weil in den letzten Jahren eben viele junge Menschen eingestellt wurden.

Ein Versuch, dem drohenden Personalengpass entgegenzuwirken: Die Stadt probiert, Teilzeit-Arbeitsverträge in Vollzeitverträge umzuwandeln. „Aber da haben sich viele an die geringere Stundenzahl gewöhnt“, so Vorjohann. Diese Erzieher kämen mit dem Geld aus und fänden es gut. Es fiele schwer, sie zu mehr Arbeitsstunden zu motivieren.

Eine weitere Maßnahme, ist, Schüler mit Praktika für den Erzieherberuf zu begeistern. Theoretisch würde die Zahl der Absolventen in Sachsen reichen, sagt der Bildungsbürgermeister. Allerdings blieben nicht alle ausgebildeten Erzieher in der Stadt oder im Bundesland. Die Landesregierung habe das inzwischen erkannt, schätzt Vorjohann die Lage ein. (SZ/sr)