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Dresden

Wie Corona neue Theaterideen hervorbringt

Die Dresdner Schauspielerin Regina Felber hat einen neuen Auftrittsort gefunden, der ihr kleines Theaterwägelchen und weitere Kinderfreuden beherbergt.

Schauspielerin Regina Felber als Kleiner Muck auf Rudis Vogelwiese im Sommergarten des Gare de la Lune.
Schauspielerin Regina Felber als Kleiner Muck auf Rudis Vogelwiese im Sommergarten des Gare de la Lune. © René Meinig

Dresden. In Dresden ist sie als Märchenerzählerin bekannt, die in der Yenidze und dem Türkischen Bad im Schloss Albrechtsberg aufgetreten ist. Die Bewohner vom Weißen Hirsch kennen Regina Felber zudem als Mitgestalterin des jährlichen Dreikönigsballs im Parkhotel. Doch wie allen freischaffenden Künstlern hat Corona ihr im Frühjahr die Arbeitsgrundlage  entzogen. Dabei hatte Regina Felber schon Pläne, wie sie mit ihrem neu gebauten Theaterwägelchen bei Festivals und Festen auftreten wollte. Daraus wurde nichts. 

Statt  mit dem kleine Wandertheater auf Rädern durch die Lande zu ziehen, hat sie seit Juni einen wunderbaren Platz im Gare de la lune dafür in Wachwitz gefunden. Für das sogenannte kleine Elbhangfest am letzten Juniwochenende organisierten Anwohner ein kleines Programm an wenigen Orten wie Klaviermusik vor der Senfbüchse am Körnerplatz. Oder eben Rudis Vogelwiese im Gare de la Lune in Wachwitz. Rudi ist Michael Rüdrich, der das Gare de la Lune betreibt und auch historische Karusselle und Luftschaukeln ausleiht. Seit diesem Sommer hat er sie im Garten des Festsaales aufgestellt. Dazu gibt es eine Wurf- und eine Schießbude. Jeden Sonntag ist von 12 bis 18 Uhr geöffnet. 

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Genau dort tritt nun auch Regina Felber auf und erzählt auf der schattigen Terrasse das Märchen vom "Kleinen Muck". Hinterher können Spenden in den Schuh vom Kleinen Muck gesteckt werden. "Das sichert mir natürlich nicht das Überleben, aber es hilft. Letzten Sonntag hatte ich sogar zwei leckere Brausebonbons im Schuh", sagt sie lachend. 

Schon bald soll es ein neues Programm geben. Beim kleinen Oktoberfest "Lulatschland" im Garten des Gare de la Lune im offenen Zelt will sie die Gäste mit dem Stück "Tanzen verboten" zur Bewegung inspirieren. "Jeder darf sich in der Insel eines Hula-Hoop-Reifens minütlich steigern", erzählt sie. Alles ist an der frischen Luft erlaubt, nur eben Tanzen nicht. Man darf gespannt sein auf die Zeit vom 27. September bis 2. Oktober. 

Und auch für die Adventszeit gibt es Pläne. Regina Felber könnte sich vorstellen, auf einem kleinen Weihnachtsmarkt wieder im Gare de la Lune die Legende der Christrose von Selma Lagerlöf zu erzählen oder aber die Weihnachtsgans Auguste. "Das steht heute noch nicht fest", sagt die Schauspielerin. Möglich wäre, dass sich die Zuhörer um eine Feuerschale versammeln. 

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Bis es soweit ist, freut sich Regina Felber jeden Sonntag bis 27. September auf Zuhörer an ihrem kleinen Wandertheater. "Ohne Gäste kann kein Schauspieler sein." 

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