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Dresden wird zur Langeweile-Metropole

Andreas Weller über die Entscheidung für den Globus-Markt

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© André Wirsig

Es ist noch keine endgültige Entscheidung, aber es ist ein weiterer Meilenstein für die Globus-Ansiedlung am alten Leipziger Bahnhof. So dringend die Brache eine Wiederbelebung benötigt, so fatal drohen aber auch die Auswirkungen auf den kleinen Handel zu werden.

Selbstverständlich wäre es ein falsches Signal an Investoren, jetzt noch einen Rückzieher zu machen. Schließlich brauchen die Aussagen der Stadt Verlässlichkeit, um künftig glaubwürdig nach Unternehmen zu suchen. Auch in Dresden gilt die Marktwirtschaft, und damit sollte die Stadt allen offenstehen, die hier investieren und Arbeitsplätze schaffen. Die Entscheidung, auf dem Areal, das gar nicht für Handel vorgesehen ist, ausgerechnet einen riesigen Vollsortimenter zu ermöglichen, ist aber mehr als bedenklich.

Wenn immer mehr „Große“ gigantische Handelsflächen belegen, bleiben die kleineren Geschäfte auf der Strecke. Da mögen einige sagen, das sei Marktwirtschaft. Aber eine Verwaltung samt Stadtrat hat auch eine Regulierungsfunktion. Es ist im Interesse aller, wenn Dresden sich Individualität bewahren will. Sonst gibt es in dieser Stadt auch immer nur die gleichen Läden von Ketten, die es überall gibt. Dresden würde zur Langeweile-Metropole, statt dem Anspruch einer Kunst- und Kulturstadt gerecht zu werden. Ab Herbst gibt es einen neuen Stadtrat, der sollte diese Entscheidung noch einmal überdenken.