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Anhörung zu Dynamo-Krawallen beim Aufstiegsspiel

Die Ausschreitungen rund um das Aufstiegsspiel im Mai werden nun von Experten ausgewertet. Ziel ist es, solche Szenen künftig zu vermeiden.

Beim Polizeieinsatz rund um das Dynamo-Stadion gegen randalierende Fans gab es etliche Verletzte.
Beim Polizeieinsatz rund um das Dynamo-Stadion gegen randalierende Fans gab es etliche Verletzte. ©  Archiv: dpa/Sebastian Kahnert

Dresden. Knapp fünf Monate nach den brutalen Szenen am Rande des Spiels zwischen Dynamo Dresden und Türkgücü München in Dresden geht die Aufarbeitung in eine neue Phase. Am Montag werden in zwei städtischen Gremien Sachverständige die Situation bewerten.

Bei den Krawallen wurden 185 Polizeibeamte und etliche Fans verletzt. Die Bilder, die um die Welt gingen, waren ein verheerendes Signal aus Dresden.

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Der Dresdner Stadtrat hatte vor der Sommerpause diese Anhörung beschlossen. Sie soll Grundlage für ein schlüssiges Konzept werden, wie Gewalt rund um Spiele der SG Dynamo Dresden in Zukunft verhindert werden können.

In der Messe Dresden treffen sich die Mitglieder der Ausschüsse für Sicherheit/Ordnung und Sport. Geleitet wird die Sitzung von Ordnungsbürgermeister Detlef Sittel (CDU). Insgesamt werden sechs Sachverständige angehört, die jeweils zehn Minuten Zeit für ihre Einschätzungen haben, danach können die Räte Fragen stellen. Die Sitzung ist auf 90 Minuten begrenzt.

Dirk Hilbert: "Das gemeinsame Ziel ist klar: friedlicher und erfolgreicher Fußball"

"Die Aufarbeitung der Ereignisse ist wichtig und hat unmittelbar nach dem 16. Mai auch auf vielen Ebenen begonnen", so Oberbürgermeister Dirk Hilbert. "Dazu gehört die konsequente Strafverfolgung genauso wie die kritische Betrachtung der Umstände, wie es zu solchen Gewaltausbrüchen kommen konnte." Diese Sachverständigenanhörung des Stadtrates sei ein Baustein in diesem Prozess.

"Nicht weniger wichtig ist aber der Blick in die Zukunft und die Frage wie Verein, Polizei und Stadt künftig miteinander arbeiten wollen", erläutert Hilbert weiter. "Hier erlebe ich auf allen Seiten eine große Offenheit und den Willen, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen." Entscheidend für die Zukunft seien eine verbesserte Kommunikation und der Aufbau eines echten Vertrauensverhältnisses. "Denn das gemeinsame Ziel für unsere Stadt ist doch klar: friedlicher und erfolgreicher Fußball."

Dresdens Polizeipräsident Jörg Kubiessa bewertet den Krawall-Tag als Zäsur: "Mit der Gewalt und 185 verletzten Kolleginnen und Kollegen als deren Folge. Zäsur bedeutet Einschnitt - aber weniger im Sinne einer Abrechnung, sondern vielmehr als Beginn von etwas Neuem, etwas Besseren."

Die Sachverständigenanhörung müsse als Chance begriffen werden - für neue Impulse oder Ideen zur Verhinderung von Gewalt. So könne die Zusammenarbeit zwischen Verein, Stadt und Polizei auf ein besseres Fundament gestellt werden. "Denn keiner der Genannten kann die Probleme alleine lösen. Vertrauen und Verlässlichkeit ist dafür Voraussetzung. Beides bieten wir als Dresdner Polizei an, beides fordern wir aber auch ein."

Dynamo-Geschäftsführer: "Aufarbeitung konsequent vorangetrieben"

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Ähnlich bewertet es auch Dynamo-Geschäftsführer Jürgen Wehlend: "Der Verein SG Dynamo Dresden und seine Mitglieder stehen aktiv gegen Gewalt und Diskriminierung jeglicher Art innerhalb und außerhalb des Stadions." Das haben auch die organisierten Fangruppen der SGD in einer gemeinsamen Erklärung von Fans für Fans am 11. Juni 2021 öffentlich zum Ausdruck gebracht. "Bestärkt durch die zahlreichen Rückmeldungen und Unterstützungsangebote haben wir den Prozess einer selbstkritischen sowie ganzheitlichen Aufarbeitung unter Einbeziehung aller Netzwerkpartner und organisierten Fans in den vergangenen Monaten konsequent vorangetrieben, um über konkrete Ideen, Maßnahmen und Herausforderungen im Kontext des am 16. Mai 2021 Geschehenen zu sprechen", so Wehlend. "Dabei werben wir auch für den ebenso wichtigen Blick voraus, um die gute Zusammenarbeit sowie das gemeinsame Verständnis füreinander stetig zu verbessern. Nur so werden wir die besonderen gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit rund um den Fußball in und außerhalb Dresdens meistern."

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