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"Arbeitslabore" für Dresdens Rathausmitarbeiter

Der Begriff moderne Arbeitswelten kursiert, seit es Pläne für den Ferdinandplatz gibt. Die Stadt testet sogenannte Reallabore für viel Geld aber auch an anderen Stellen.

Das ist der erste Entwurf für das neue Verwaltungszentrum, in dem anders gearbeitet werden soll als bisher.
Das ist der erste Entwurf für das neue Verwaltungszentrum, in dem anders gearbeitet werden soll als bisher. © BARCODE Architects/Landeshauptstadt Dresden

Dresden. Am Ferdinandplatz soll für rund 140 Millionen Euro Dresdens modernster Verwaltungsbau entstehen. Vor allem die Arbeitsplätze für die rund 1.300 Mitarbeiter, die das Rathaus dort unterbringen will, sollen besonders konzipiert sein.

Wie jetzt auf SZ-Anfrage bekannt wurde, will die Verwaltung aber nicht warten. Sie plant "Reallabore" und "Working Labs", also "Arbeitslabore". Für satte 1,7 Millionen Euro soll einfach mal getestet werden, wie diese modernen Arbeitswelten funktionieren - an mehreren anderen Standorten. 

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Die neuen Anforderungen verlangten einen "Kulturwandel in den Arbeitsprozessen der Mitarbeiter der Stadtverwaltung", so Stadtsprecher Karl Schuricht. "Die Mitarbeiter werden zukünftig anders arbeiten. Sie erledigen nicht mehr alle Tätigkeiten vom eigenen Arbeitsplatz im Ein- oder Zweimann-Büro mit Beratungstisch, sondern wählen den für die jeweiligen Tätigkeiten geeigneten und freien Arbeitsplatz für Telefonieren, Beratung, Kundengespräch."

Deshalb sei die Idee entstanden, Reallabore  - "Räume zum Ausprobieren, Üben und, falls erforderlich, Modifizieren" - zu errichten.

Wo werden die neuen Büros getestet?

"Arbeitslabore", also "Working Labs", sind an der Kreuzstraße in dem ehemaligen Küchenstudio im Rathaus, Ferdinandplatz 2 und im World Trade Center (WTC) geplant. Dazu sollen diese neuen Büros auch im Ersatzneubau des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes auf der Oskar-Röder-Straße entstehen.

Dort gibt es dann keine klassischen Ein- und Zwei-Mitarbeiter-Büros, sondern offene Bürostrukturen. Dafür wird zunächst erhoben, wie viel Zeit die Mitarbeiter untereinander kommunizieren, konzentriert für sich arbeiten und außerhalb unterwegs sind.

"In den Räumen entstehen Zonen entsprechend dem Grad der jeweiligen Nutzung", so Schuricht. "Die Möbelausstattung wird ergänzt durch Akustikmodule, die an Schreibtische ansteckbar oder flexibel aufstellbar sind. Für Besprechungen, Teamberatungen und ungestörtes Telefonieren gibt es eine Sonderausstattung.

Insbesondere im "Working Lab" im Rathaus werden viele verschiedene Arbeitsmöglichkeiten gebaut, um auszuprobieren und Erfahrungen sammeln zu können. Dort sollen Projektgruppen und mobil arbeitende Beschäftigte der Stadt aus verschiedenen Ämtern die Arbeitsabläufe testen. "Es soll allen interessierten Mitarbeitern offen stehen", erklärt Schuricht. Es ist ein permanenter Wechsel nach einem Nutzungskonzept geplant. Bis Herbst 2021 soll dort alles umgebaut sein und bis zum Einzug an das neue Verwaltungszentrum 2025 genutzt werden. 

Die Arbeitsplätze im WTC sind für eine Abteilung des Amtes für Geodaten und Kataster vorgesehen. Sie sollen demnächst einziehen. Im Frühjahr sollen die Umbauten in den Büros, die die Stadt seit Längerem gemietet hat, am Ferdinandplatz 2 abgeschlossen sein. Dort zieht dann eine Abteilung des Amtes für Hochbau und Immobilienverwaltung ein. Der Neubau an der Oskar-Röder-Straße für das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt soll 2023 in Betrieb gehen.

Wie teuer ist das für wie viele Arbeitsplätze?

Laut Antwort der Stadt werden in das "Working Lab" im Rathaus 810.000 Euro für Technik und Möbel investiert. Dort können rund 32 Mitarbeiter an etwa 50 Arbeitsmöglichkeiten die neuen Büros testen.

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20 Mitarbeiter kommen im WTC  zum Einsatz, das für 186.000 Euro umgebaut wurde - ohne Kosten für Computer. Weitere 760.000 Euro kostet der Umbau in den Büros am Ferdinandplatz. Dort sind Arbeitsmöglichkeiten für 40 Mitarbeiter vorgesehen. Die Baukosten für die Arbeitswelten in der Oskar-Röder-Straße können laut Stadt nicht konkret beziffert werden. 

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