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Dresdner Aussichtspunkt wieder erreichbar

Der Ausblick von der Agneshöhe in Pappritz ist fantastisch - und nun endlich wieder sicher. Doch es gibt auch gefährliche Hinterlassenschaften aus früheren Zeiten.

Jetzt geht es sicher über eine neue Treppe zur Agneshöhe. Ortschaftsrat Manfred Eckelt und Ingeborg Ulrich vom Umweltamt der Stadt haben sich dafür stark gemacht.
Jetzt geht es sicher über eine neue Treppe zur Agneshöhe. Ortschaftsrat Manfred Eckelt und Ingeborg Ulrich vom Umweltamt der Stadt haben sich dafür stark gemacht. © Christian Juppe

Dresden. Corona hat das Wandern ins nächste Level gehoben. Kaum einer, der in den vergangenen Monaten nicht ausgiebig per Pedes in der Stadt und ihrer Umgebung unterwegs war. Jetzt spielt auch endlich das Wetter wieder mit und angesichts blühender Obstbäume kommen viele Wanderer ins Schönfelder Hochland. Einen der schönsten Ausblicke auf die Stadt und bis weit ins Erzgebirge, bei klarer Sicht ist sogar die Albrechtsburg in Meißen zu sehen, hat man von der Agneshöhe in Pappritz.

Dabei war der Aussichtspunkt bis Ende 2020 nur noch schwer erreichbar. Vor allem, wer von Pappritz kommend auf die Höhe wollte, musste einen kaum noch begehbaren, steilen Abhang hinunter, um zur Höhe zu gelangen. Der war nach der Wende von ABM-Kräften mit Eisenbahnschwellen befestigt und mit einem Geländer aus Naturmaterialien ausgestattet worden. Doch nach 30 Jahren hatten Wind und Wetter ihr Übriges getan. Nach den trockenen Sommern hatte sich die Schweller gelöst, das Geländer musste abgebaut werden. "Wer jetzt noch zur Agneshöhe wollte, kam nur mühsam voran und es war ein gefährlicher Weg", sagt Holger Heiser aus dem Umweltamt.

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Hang diente als Mülldeponie

Da die Agneshöhe aber längst kein Geheimtipp mehr ist und bei vielen Wanderern auf dem Tagesplan steht, haben sich das Umweltamt und die Ortschaftsverwaltung von Schönfeld-Weißig um den Aussichtspunkt gekümmert. Das Grundstück ist in Privatbesitz, aber der Eigentümer, Freiherr von Crailsheim, hatte nichts dagegen, dass der Zugang zur Agneshöhe erneuert wird.

Für Ingeborg Ulrich ist das nicht alltäglich. Erlebt sie doch als Zuständige für Wanderwege auf privatem Grund im Dresdner Umweltamt viel häufiger, dass sich Eigentümer sträuben, wenn etwas an den Wegen gemacht werden soll.

Im Ortschaftsrat von Schönfeld-Weißig war man sich schnell einig, das Umweltamt finanziell dabei zu unterstützen, die Agneshöhe wieder zugänglich zu machen. "Von uns wurden 40.000 Euro dafür bereitgestellt", sagt Verwaltungsstellenleiter Stephan Förster. Auch der Stadtbezirksbeirat Loschwitz beteiligte sich, grenzt das Areal doch unmittelbar an seinen Zuständigkeitsbereich und kann auch über den Wachwitzgrund erwandert werden.

Inzwischen ist eine stabile Metalltreppe mit Geländern an der Straße An der Kirschwiese gebaut, über die man sicher zum Wanderweg zur Höhe gelangt. Das war gar nicht so einfach, diente der Hang doch früher als Mülldeponie. Scherben und anderer Müll kommen immer noch nach Regen zum Vorschein. "Vor den Arbeiten musste der Baugrund untersucht und die Statik berechnet werden", sagt Holger Heiser.

Auch Wanderweg soll besser begehbar werden

Ab dem Herbst 2020 wurden dann Teile des Hanges abgetragen und Fundamente für die Treppe gegossen. Auf Wunsch des Straßen- und Tiefbauamtes sind oberhalb am Weg auch Regenrinnen entstanden, in denen das wild abfließende Wasser zum Hang geleitet wird. Hainbuchen und Efeu dienen jetzt zur Befestigung der Erde.

Für Manfred Eckelt ist der neue Zugang zur Agneshöhe eine große Freude. Der Pappritzer, der für die FDP im Ortschaftsrat sitzt, hatte sich für das Projekt starkgemacht. Seit 1986 kommt er mit seiner Frau und Freunden regelmäßig zur Agneshöhe, um den Ausblick zu genießen. "Jetzt wäre es aber noch schön, wenn direkt auf der Höhe wieder ein Tisch und weitere Bänke aufgestellt werden könnten", sagt Eckelt. Die gab es bereits, doch durch Vandalismus wurden sie bis auf eine Sitzbank zerstört.

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Holger Heiser und Stephan Förster nehmen diese Bitte mit in ihre Ämter. "Wir wollen auch den Wanderweg von Wachwitz kommend zur Agneshöhe wieder besser begehbar machen", sagt Heiser. "Dass es mit der neuen Treppe so gut und schnell funktioniert hat, ist der unkomplizierten Zusammenarbeit aller Beteiligter zu verdanken. Das Ergebnis wird schon rege von Wanderern genutzt."

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