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Dresden

Ballon landet mitten auf Straße in Dresden

Da staunten Anwohner in Dresden nicht schlecht: Mitten in ihrem Wohngebiet ist ein Heißluftballon gelandet. Nicht der erste solche Vorfall. Aber dürfen Ballons das?

Der Ballon auf der Tittmannstraße in Dresden.
Der Ballon auf der Tittmannstraße in Dresden. © SZ/Georg Moeritz

Dresden. Ein bemannter Heißluftballon des Unternehmens Ballonfahrten Dresden ist am Dienstagabend in Dresden-Striesen mitten in einem Wohngebiet gelandet.

Auf der Tittmannstrasse konnten Schaulustige bei den Bemühungen zusehen, den erschlafften Ballonstoff mit Leiter und Besen von einem Mast zu befreien - direkt vor einer Fahrzeugbau-Firma.

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Eine Polizeistreife sperrte die Straße, musste aber nicht eingreifen. Kurz nach 21 Uhr konnte der Ballon mit dem Schriftzug der Technischen Universität Bergakademie Freiberg schließlich zusammengelegt werden. Verletzt wurde bei der Landung niemand.

Dass Ballons manchmal an ungewöhnlichen Orten landen müssen, liegt an Wind und Wetter. Spielen die Bedingungen nicht mit, nutzen die auf Auftrieb angewiesenen Ballonfahrer eben auch einmal eine Straße für eine Sicherheitslandung.

Das war auch im vergangenen Juli der Fall, als ein Heißluftballon an der Grenze zwischen Blasewitz und Tolkewitz landete - mitten auf der Straße, wieder zur Freude zahlreicher Schaulustiger. Auch dieser Ballon, der das Bild der Ballonpionierin Wilhelmine Reichard zeigt, gehörte dem Unternehmen Ballonfahrten Dresden.

"Eine ganz normale Landung"

Jürgen Hensel, der Chef der Firma vom Leutewitzer Ring in Gorbitz, stand damals selbst im Ballonkorb und dirigierte den fast 30 Meter hohen Ballon über Dresden. Er hatte fünf Passagiere an Bord. Gestartet war die Fahrt im Ostragehege. Dann überließ Hensel es wie jeder Ballonfahrer dem Wind, wohin die Reise geht. Lediglich die Höhe seines Gefährts kann er steuern, indem er die Luft in der Hülle aufheizt oder warme Luft ablässt.

Die Landung auf der Kipsdorfer Straße rund eine Stunde später bezeichnete der Ballonchef als "ganz normale Landung", auch wenn die normalerweise eher auf Wiesen oder Äckern stattfindet. Rund eine Stunde lang war Hensel mit seinen Gästen unterwegs, bevor die Reise auf der Kipsdorfer Straße zu Ende ging. Das war etwa gegen 20.30 Uhr, erinnert sich der Firmenchef. "Das war eine ganz normale Landung", sagt er und meint damit nicht nur, wie sein Ballon wieder auf dem Boden angekommen ist, sondern auch den Ort. Dass solche Fahrten meistens auf Wiesen oder Äckern enden, weiß auch Hensel. "Aber da war keine Wiese", so Hensel damals, ohne genauer zu erklären, weshalb die Fahrt genau dort an der Ecke Kipsdorfer Straße/Ludwig-Hartmann-Straße endete.

Der Heißluftballon landete Anfang Juli 2020 an der Ecke Kipsdorfer Straße/Ludwig-Hartmann-Straße.
Der Heißluftballon landete Anfang Juli 2020 an der Ecke Kipsdorfer Straße/Ludwig-Hartmann-Straße. © privat

Auch im Juli 2020 lief die Straßenlandung glatt, alle Fahrgäste im Korb und der Chef an Bord waren danach wohlauf. Die Kipsdorfer Straße war zwar vorübergehend blockiert, doch weder die Verkehrsbetriebe, deren Busse der Linie 87 dort abends alle halbe Stunde fahren, noch die Polizei hatten davon etwas mitbekommen.

Stefan Jaekel von der Deutschen Flugsicherung (DFS) erklärte damals, dass es tatsächlich nicht unbedingt verboten ist, inmitten eines Wohngebietes zu landen. „Es ist durchaus möglich, dass der Ballonfahrer da starten und landen darf.“ Einer Genehmigung bedürfe es nur, wenn der Ballon in die Kontrollzone eines Flughafens fährt. „Wenn der Ballon außerhalb unterwegs ist, braucht er zum Landen nur das Einverständnis des Grundstückbesitzers.“

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Auch in der Luftverkehrs-Ordnung ist vermerkt, dass bestimmte Flugobjekte keine Landeerlaubnis benötigen - unter anderem auch Ballons - wenn der Ort der Landung nicht vorausbestimmbar ist. Ob eine öffentliche Straße einen geeigneten Ort zur Landung darstellt, ist laut Jaekel die Entscheidung des Ordnungsamtes. (SZ)

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