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Palais Hoym: Warum stockt der Dresdner Neumarkt-Bau?

Seit Dezember sind keine Arbeiten an den Gebäuden um das Palais Hoym zu sehen. Eigentlich sollen sie Ende 2021 fertig sein. Wie der Investor die Pause erklärt.

Zwischen Landhaus- und Rampischer Straße stehen die Kräne am Quartier Hoym derzeit still.
Zwischen Landhaus- und Rampischer Straße stehen die Kräne am Quartier Hoym derzeit still. © René Meinig

Dresden. Es ist eines der letzten Bauprojekte am Neumarkt: Im Quartier Hoym zwischen Landhaus- und Rampischer Straße sollen 13 Gebäude mit teilweise historischen Fassaden entstehen. Geplant sind 257 Wohnungen, außerdem Büros, Praxen und Läden, auch ein Hostel. Nach bisherigem Zeitplan sollte alles zum Jahresende fertig sein.

Doch dieses Datum könnte wackeln. Seit Dezember wurden keine Arbeiten mehr am Areal hinter dem Polizeipräsidium beobachtet. Nachbarn bestätigen, dass die Kräne schon mehrere Wochen still stehen.

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Fertigstellungstermin unklar

Beim Investor, der Consus Real Estate AG mit Sitz in Berlin, hat man dafür eine einfache Erklärung. "Auch auf uns hat die Covid-19 Pandemie Auswirkungen, was sowohl den Einsatz von Arbeitskräften wie auch die Lieferung von Baustoffen anbelangt", schreibt Matteo Twerenbold, der Leiter der Kommunikationsabteilung. Dies gelte umso mehr für die Zeit des harten Lockdowns. "Außerdem gilt auch bei uns die witterungsbedingte Winterpause, die nicht wir festlegen, sondern die branchenüblich von Dezember bis März gemacht wird, da aufgrund der Witterungsbedingungen zahlreiche Arbeiten schlicht technisch und unter Berücksichtigung des Arbeitsschutzes nicht durchgeführt werden können." Das ist in der Branche allerdings unüblich, wie auf vielen anderen Dresdner Baustellen zu beobachten, wo weitergebaut wird.

Nach Twerenbolds Einschätzung sollen die Arbeiten am Quartier Hoym aber bereits in den kommenden Tagen wieder aufgenommen werden. Der Rohbau inklusive der Dacheindeckung soll bis zum Spätsommer dieses Jahres fertiggestellt werden. Ein wichtiges Datum lässt er allerdings offen: "Hinsichtlich des Gesamtfertigstellungszeitpunktes befinden wir uns noch in der Feinabstimmung."

Investor des Quartiers Hoym war zu Baubeginn im Frühjahr 2019 die CG-Gruppe um Christoph Gröner. Inzwischen gibt es die CG Gruppe nicht mehr, es gab Umfirmierungen und Rechtsformwechsel, aus der die Consus RE hervorgegangen ist.

Auch dem Dresdner Bauaufsichtsamt ist aufgefallen, dass am Quartier Hoym die Arbeiten eingestellt wurden. Jetzt will sich sogar Baubürgermeister Stephan Kühn (Grüne) einschalten. "Der Investor erhält in Kürze einen Brief von mir. Ich frage ihn nach den Gründen für diesen Schritt und wann es mit den Bauarbeiten weitergeht", sagt er.

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Die Gesellschaft Historischer Neumarkt (GHND) betreibt ihr historisches Bürgerhaus direkt gegenüber der Hoym-Baustelle an der Rampischen Straße. "Wir hatten gehofft, dass die Rohbauarbeiten im Frühjahr laut Plan abgeschlossen sind, da diese auch Auswirkungen auf die Vermietung unserer Ferienappartements haben", sagt Torsten Kulke von der GHND. Durch die Coronakrise hat der Verein im Vorjahr rund 70.000 Euro Umsatzverlust bei der Vermietung erlitten. Dieses Jahr soll es besser laufen. Doch nun scheint es, dass es länger als geplant Lärm und Schmutz von der Baustelle geben wird.

Wohnungsmietpreise zwischen 13 und 16 Euro

Die Baustelle des Quartiers Hoym erfordert eine ausgeklügelte Logistik. Damit Betonmischer und voll beladene Lastwagen überhaupt von den schmalen Zufahrtsstraßen hineinkommen und dort neben den großen Kränen wenden und abladen können, musste im Vorfeld genau geplant werden. Heraus kam eine Bauweise in drei Abschnitten. Begonnen wurde mit den Gebäuden für die Edith-Haberland-Stiftung, die am dichtesten an der Frauenkirche stehen. Der zweite Abschnitt begann direkt daran angrenzend. Zuletzt starteten die Arbeiten am Polizeipräsidium.

Wenn die Wohnungen fertig sind, sollen die Mietpreise nach bisherigen Angaben bei 13 bis 16 Euro pro Quadratmeter liegen. Mit der Vermietung der Gewerbeflächen habe man bereits mit gutem Erfolg begonnen, sagt Twerenbold.

Denkmalschützer haben die Ausführungsplanung des Quartiers Hoym akribisch begleitet und Details wie Leibungen an den Fassaden festgelegt. Dies betrifft vor allem die historischen Fassaden vom Palais Hoym und Palais Riesch, die als Leitbauten wieder entstehen. Das Palais Hoym wird eines der letzten Häuser sein, die fertig werden.

An den Rohbauten wird bereits nach Mietinteressenten gesucht
An den Rohbauten wird bereits nach Mietinteressenten gesucht © René Meinig

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