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Bauen und Wohnen

Boxspring- vs. Massivholzbett

Boxspringbetten liegen im Trend und Massivholzbetten haben Tradition. Was sie wirklich unterscheidet und was das für das Schlafverhalten bedeuten könnte.

Holz sorgt für ein gutes Raumklima. Besonders gut meistern Massivholzmöbel diese Aufgabe. Im Schlafzimmer könnte ein Massivholzbett als natürlicher Luftklimaregulierer fungieren. Auch bei einer Ein-Raum-Lösung wie dieser regulieren die Holzmöbel das
Holz sorgt für ein gutes Raumklima. Besonders gut meistern Massivholzmöbel diese Aufgabe. Im Schlafzimmer könnte ein Massivholzbett als natürlicher Luftklimaregulierer fungieren. Auch bei einer Ein-Raum-Lösung wie dieser regulieren die Holzmöbel das © pixabay.com/Keresi72

Das Massivholzbett hat einen klassischen Aufbau und eine besondere Optik

Das Massivholzbett hat im Vergleich zum Boxspringbett einen klassischen Aufbau. Das Gestell ist aus Massivholz, was dem Bett auch seinen Namen gibt. Besonders beliebt sind die Holzarten Kirsche, Nussbaum, Eiche, Esche, Buche und Kiefer. Der Unterbau ist häufig noch luftiger als beim Boxspringbett. Es gibt einen deutlichen Abstand zwischen Bett und Boden, was nicht nur die Luftzirkulation begünstigt, sondern auch das Saugen und Wischen unter dem Bett ermöglicht.

Die Füße sind oft in Kufen gestaltet – entweder aus demselben Holz wie das Gestell oder aus Edelstahl. Beide Modelle – Boxspring- und Massivholzbett – verfügen über ein Kopfteil. Um das Kopfteil beim Massivholzbett gemütlicher zu gestalten, sind diese häufig mit Polstern zum Anlehnen versehen. Auch das Kopfteil am Boxspringbett ist meist gepolstert. Der direkte Anbau eines Nachtkästchens ist jedoch eher eine Spezialität des Massivholzbetts. Die angebauten Nachtische sind zwar meist nicht sehr groß, stehen jedoch nicht auf Füßen, was die Bodenreinigung deutlich vereinfacht. Zudem gibt es beim Kauf eines Massivholzbetts so gleich zwei Nachttische dazu.

Hinter dem massiven Holzgestell ist genug Platz für einen Lattenrost und eine Matratze, die vor allem zum Schlafverhalten des Eigentümers passen sollten. Konstruktionstechnisch kann das Massivholzbett in Standard- und Sondergrößen hergestellt werden. Konfigurationen ermöglichen die Individualisierung der Betten in puncto Länge und Breite und sogar mit Komforthöhen.

Der mitunter größte Vorteil des Massivholzbetts ist jedoch das Material selbst. Es ist stabil, langlebig und natürlich. Als besonders gesundheitsverträglich gelten Massivholzbetten werden den offenen Poren des Holzes. Diese regulieren die Luftfeuchtigkeit im Raum natürlich und selbstständig: Das Holz nimmt eigenständig die Luftfeuchtigkeit auf und gibt sie dann ab, wenn die Raumluft sehr trocken wird. So fungiert das Massivholzbett in weiten Teilen auch als Luftent- oder -befeuchter. Anders als, wenn dafür spezielle Geräte zum Einsatz kommen, arbeitet das Massivholzbett unbemerkt und reguliert – ohne extra Knopfdruck, Stromverbrauch oder Lärm – die Luftfeuchtigkeit eigenständig. Wer Probleme beim freien Atmen hat oder ggf. sogar an einer Allergie leidet, profitiert von der natürlichen Luftklimaregulierung durch das Massivholz.

Zudem lässt sich der Naturstoff leicht reinigen und beispielsweise mit einem feuchten Tuch von Staub befreien. Geölte Massivholzbetten müssen ggf. ab und an nachbehandelt werden, um den Holzschutz aufrecht zu erhalten. In puncto Nachhaltigkeit sind Massivholzbetten besonders gut, dann natürlich ließe sich der Naturstoff bei Bedarf einfach entsorgen. FSC-zertifiziertes Holz stammt darüber hinaus aus nachhaltiger Forstwirtschaft.

Das Boxspringbett hat eine untypische Bauart

Das Boxspringbett lässt sich auf den ersten Blick erkennen. Es besitzt mehrere Lagen und ist dadurch oft deutlich höher als ein reguläres Bettgestell
Das Boxspringbett lässt sich auf den ersten Blick erkennen. Es besitzt mehrere Lagen und ist dadurch oft deutlich höher als ein reguläres Bettgestell © pixabay.com/Stuart Bailey

Ein klassisches Bett aus Massivholz oder Eisen besteht aus drei Bestandteilen: dem Gestell, dem Lattenrost und der Matratze. Dreigeteilt ist auch der Aufbau des Boxspringbetts, allerdings sind die Komponenten andere. Die unterste Lage des Boxspringbetts gibt dem Bett seinen Namen. Es ist das Boxspring, die Federkernbox, der Federrahmen bzw. wird auch als Boxspringuntergestell bezeichnet. Möchte man eine Parallele zum klassischen Bett ziehen, dann ist die Federkernbox mit Rahmen und Lattenrost eines regulären Betts zu vergleichen. Das Boxinnere sind die Latten. Die Aufgabe der Federkernbox ist die Unterfederung des Betts, was bedeutet: Die Box sorgt für Stützkraft und Nachgiebigkeit, ebenso wie der Lattenrost im klassischen Bett. Wichtig ist, dass der unterste Teil des Betts auf Füßen steht. Nur so ist eine Zirkulation der Luft möglich, die wichtig ist fürs Schlafklima. Achtung: Boxspringbetten, die unterm Bett mit Stauraum für Bettzeug und Co. werben, sind nicht zu empfehlen. Sie verdichten den Raum unter dem Bett und verhindern, dass die Luft zirkulieren kann.

Auf diesem Unterbau lagert die dickste Schicht des Boxspringbetts: die Obermatratze. Diese ist das Äquivalent zur Matratze in jedem anderen Bett. Die ideale Stützkraft entfaltet die Obermatratze dann, wenn sie mit der Federkernbox zusammenspielt. Hier und da sind Obermatratzen aus demselben Obermaterial wie das Untergestell. Dann müsste die Obermatratze nicht extra bezogen werden. Es reicht, den Topper, die oberste Schicht des Boxspringbetts mit einem Laken zu beziehen. Der Topper selbst liegt oben auf und ist – selbst im Doppelbett – durchgängig. Dieses Detail schätzen vor allem Paare, die endlich ohne die „Besucherritze“ dicht aneinander gekuschelt schlafen dürfen. Darüber hinaus können Topper dabei helfen, Hausstaubmilben aus dem Bett zu vertreiben. Dazu trägt vor allem die Stärke der Auflage bei. Der dünne Topper kann schnell in der Waschmaschine gereinigt werden – anders als dicke Matratze. Für Allergiker ist dieses Detail eine wahrlich positive Nachricht.

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit dem externen Redakteur Nice weekend4y.

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