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Bleibt Dresden das Sachsenbad erhalten?

In Dresden fand das erste Bürgerforum überhaupt statt. Thema: Sachsenbad. Was die Dresdner wollen und was sie tatsächlich bewirken können.

Zur Zukunft des Dresdner Sachsenbades gab es nun das erste Bürgerforum der Stadt.
Zur Zukunft des Dresdner Sachsenbades gab es nun das erste Bürgerforum der Stadt. © Sven Ellger

Dresden. Das historische Sachsenbad an der Wurzener Straße fristet ein trauriges Dasein. In einigen Jahren wird das Bauwerk 100 Jahre alt. Aber es verfällt zusehend.

Die Stadt will es an einen Investor verkaufen. Dagegen wehrt sich eine Bürgerinitiative, die das Bürgerforum durchgesetzt hat. Welche Aufgaben die Dresdner den Stadträten nun auf den Weg geben.

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Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) freute sich in seiner Begrüßung, dass das für Dresden relativ neue Instrument des Bürgerforums nun zum ersten Mal eingesetzt wird. "Es ist gar nicht hoch genug einzuschätzen, dass Sie sich in Ihrer Freizeit einbringen. Was Sie hier erarbeiten, soll in die Entscheidung der Stadträte einfließen."

Die Entscheidung zum Sachsenbad drängt. Das Angebot des Investors steht nur bis Ende Mai. Dann wird ein neues Wertgutachten für das Grundstück benötigt. Der Investor plant Büros, Gastronomie und einen Wellnessbereich. An das ehemalige Bad soll durch einen Wasserlauf an der Stelle des früheren Schwimmbeckens erinnert werden. Eine Million Euro bietet dieser, noch.

Eigentlich hätte der Verkauf längst vollzogen sein sollen. Auch auf öffentlichen Druck hat Baubürgermeister Stephan Kühn (Grüne) eine neue Untersuchung in Auftrag gegeben, die mehrere Varianten betrachtet - von der, dass die Stadt das Konzept des Investors umsetzt über ein Gesundheitsbad bis hin zu einem neuen Bad als Anbau oder separat. Nur in der letzten Variante geht es um den Verkauf.

In jedem anderen Fall würde es die Stadt Geld kosten, aber sie behielte das Denkmal in ihrer Hand und es würde saniert. Klar, dass die Vertreter der Bürgerinitiative "Endlich Wasser ins Sachsenbad" und die Teilnehmer des Bürgerforums es favorisieren, dass das Sachsenbad städtisch bleibt.

Nachdem der städtische Projetentwickler Stesad die Untersuchung vorgestellt hat, ging es in Arbeitsgruppen. Dort wurden Details zu den unterschiedlichen Varianten besprochen und konkrete Vorschläge erarbeitet. Damit alles coronakonform abläuft, wurden nur angemeldete Teilnehmer unter konkreten Hygienevorschriften hereingelassen, diese konnten sich testen lassen.

Die Ergebnisse aus allen Gruppen: Die eindeutige Mehrheit der Teilnehmer will Wasser im Sachsenbad sehen. Dafür soll zunächst das historische Gebäude mit einem Gesundheitsbad saniert werden. Zudem soll ein neues Schwimmbad angebaut werden. Das ist die Variante III der Stesad-Untersuchung.

Die Lösung, wie sie der Investor vorschlägt - ohne Bad - wurde eindeutig abgelehnt, auch wenn die Stadt diese umsetzen würde. Ebenso ist der Verkauf des Sachsenbades und eine separater Schwimmbadneubau nicht gewollt.

OB Hilbert stellte aber auch klar, dass die Teilnehmer nicht erwarten können, dass ihre Forderungen automatisch vom Stadtrat erfüllt werden. "Die Stadträtinnen und Stadträte müssen eine Gesamtabwägung treffen." Diese müsse zum Wohl der Stadt insgesamt ausfallen.

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Die Ergebnisse des Bürgerforums werden nun den Stadträten vorgelegt, die diese in den Ausschüssen beraten. Über die konkrete Zukunft des Sachsenbades soll am 12. Mai entschieden werden. Bisher steht die Vorlage zum Verkauf zur Abstimmung. Auch die Verwaltung hat noch keine Empfehlung für eine der Varianten der aktuellen Studie abgegeben. Oberbürgermeister Hilbert kann aber jederzeit eine Änderung zur Verkaufsvorlage einbringen und die Stadträte ebenfalls.

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