merken
PLUS Dresden

Christian von Canals teures Familienerbstück

Ermittler finden bei dem Dresdner Promi-Gastwirt eine scharfe Waffe, Patronen und Schalldämpfer. Nun stand er deswegen vor Gericht.

Christian von Canal, hier bei der Eröffnung eines neuen Lokals, stand jetzt vor dem Amtsgericht Dresden. Es ging um einen nicht ganz ungefährlichen Zufallsfund in seinem Kleiderschrank.
Christian von Canal, hier bei der Eröffnung eines neuen Lokals, stand jetzt vor dem Amtsgericht Dresden. Es ging um einen nicht ganz ungefährlichen Zufallsfund in seinem Kleiderschrank. © Sven Ellger

Dresden. Man sollte meinen, bei dem Dresdner Gastwirt sind vor allem Enchiladas und andere kulinarische Sachen scharf, aber nicht ausgerechnet Schusswaffen. Doch am Freitagmorgen stand der prominente 53-jährige Geschäftsmann, der nicht nur im Boulevard "Party-König" genannt wird, wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz vor dem Amtsgericht Dresden. Es geht um einen sogenannten Zufallsfund.

Als die Ermittler vom Zoll im Juli 2019 auch die privaten Räume des Angeklagten auf den Kopf gestellt hatten, musste von Canal einem Beamten auch einen alten Koffer aus dem Kleiderschrank im Schlafzimmer reichen. Darin die Überraschung: eine Pistole Mauser Model 1914 nebst Magazin, vier Schuss dazugehöriger Munition Kaliber 7,65 Millimeter Browning und ein Schalldämpfer.

TOP Deals
TOP Deals
TOP Deals

Die besten Angebote und Rabatte von Händlern aus unserer Region – ganz egal ob Möbel, Technik oder Sportbedarf – schnell sein und sparen!

Diese Pistole, eine Mauser Modell 1914, samt Patronen und Schalldämpfer fanden die Ermittler im Hause von Canals.
Diese Pistole, eine Mauser Modell 1914, samt Patronen und Schalldämpfer fanden die Ermittler im Hause von Canals. © Foto: privat

Da der Angeklagte keine Erlaubnis für den Besitz dieser halbautomatischen Schusswaffe hat, stand er nun vor dem Amtsgericht Dresden. Das Gericht klärte die Vorwürfe nach Verlesung der Anklage außerhalb der Öffentlichkeit in einem Rechtsgespräch, zur offensichtlichen Erleichterung des Angeklagten.

Strafrichter Markus Maier stellte das Verfahren im Anschluss vorläufig ein. Wenn Christian von Canal die dafür fällige Geldauflage von 2.000 Euro beglichen habe, erklärte ihm der Richter seinen Beschluss, sei der Fall endgültig vom Tisch – "wenn nicht, sehen wir uns hier wieder". Der 53-Jährige und sein Verteidiger Andrej Klein stimmten diesem Deal schnell zu.

Ein Erbstück ohne Eigentümer

Anwalt Klein erklärte im Anschluss, dass der Fall ohne eine Verständigung juristisch interessant geworden wäre. Canal sei nicht Eigentümer der Waffe, sie stamme aus dem Nachlass seines Schwiegervaters – und die Erbfrage sei nach dem Tod des Mannes im Jahr 2018 zum Zeitpunkt der Durchsuchung noch nicht klar gewesen. Auch das Waffengesetz sei in dieser Frage nicht deutlich, so Klein. Es sei nicht einmal klar, ob von Canal überhaupt von der Waffe, die angeblich aus dem Ersten Weltkrieg stamme, gewusst habe.

Weit ernster als der schwarze Koffer mit der scharfen Mauser dürften die Vorwürfe gegen den 53-Jährigen sein, die Anlass der Durchsuchung waren. Gegen ihn wird noch immer wegen Vorenthaltens von Sozialversicherungsbeiträgen, also Schwarzarbeit, ermittelt.

Mehr zum Thema Dresden