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Corona: DVB-Putzaktion wird eingestellt

Seit Mai 2020 werden Busse und Bahnen in Dresden auch tagsüber an den Endpunkten geputzt. Jetzt soll das eingestellt werden. Manche Corona-Maßnahme aber bleibt.

Das Maskentragen bleibt Pflicht in den Bussen und Bahnen, andere Corona-Schutz-Maßnahmen sollen aber enden.
Das Maskentragen bleibt Pflicht in den Bussen und Bahnen, andere Corona-Schutz-Maßnahmen sollen aber enden. © Archiv/dpa/Robert Michael

Dresden. Die Ketten bleiben. Vorerst. Der Platz bei den Busfahrern, den die Ketten vom Fahrgastraum abtrennen, wird derzeit nicht gebraucht, so voll seien die Busse noch nicht wieder, sagt Falk Lösch, Sprecher der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB). Die Corona-Schutz-Maßnahme, die die DVB Mitte März 2020 eingeführt haben, bleibt bis auf Weiteres. Auch die vordere Tür bleibt weiter geschlossen, das Ein- und Aussteigen beim Fahrer ist nicht möglich.

Beides haben die DVB damals eingeführt, um dafür zu sorgen, dass die Fahrgäste Abstand halten zum Fahrer. Auch der Fahrscheinverkauf wurde damit eingestellt und so soll es vorerst auch bleiben. Einiges davon würde irgendwann zurückgenommen, so Lösch, aber einen Termin dafür gebe es noch nicht. Womöglich komme ja auch im Herbst eine neue Corona-Welle.

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Doch alle Corona-Maßnahmen wollen die Verkehrsbetriebe trotzdem nicht weiter aufrechterhalten. Zum Beispiel werde vor den Sommerferien abgeschafft, dass die Fahrzeuge automatisch an jeder Station stoppen und die Fahrer dann alle Türen öffnen, sagt Lösch. Das war eingeführt worden, weil die Ansteckungssorge beim Bedienen der Türöffner und der Haltewunsch-Tasten zu groß war. Fahrzeiten verlängerten sich durch die vielen Stopps, die Öffnung aller Türen sorgte vor allem im Winter dafür, dass viel warme Luft ins Freie entwich. Positiver Nebeneffekt: Es wurde an jeder Haltestelle gelüftet. Die DVB kündigten am Freitag, den 9. Mai an, dass der Haltewunsch nun wieder per Knopfdruck gedrückt werden müsse.

Weniger Stopps für pünktliche Fahrten

Werden diese zwei Corona-Schutz-Maßnahmen eingestellt, stabilisiere das vor allem den Spät- und Nachtverkehr, sagt Lösch. „Dort sind die Fahrzeiten eher knapp und wir haben ja auch Anschlüsse zu vermitteln.“ Da kostet jeder überflüssige Halt wertvolle Zeit. „Vor allem sollen die Fahrzeuge pünktlich fahren und auch möglichst pünktlich am Endpunkt sein, damit der Fahrer dort seine volle Pause genießen kann.“

Tagsüber sei die Zeiteinsparung dagegen deutlich geringer, „da halten wir ja meist an jeder Station, weil jemand ein- oder aussteigen möchte“. Nachts gilt bereits jetzt: Zwischen 22 und 6 Uhr stoppen Busse und Bahnen an Haltestellen nur dann, wenn das per Knopfdruck gefordert wurde.

Die dritte Corona-Schutz-Maßnahme war vor allem teuer. Sie wurde im Mai 2020 eingeführt. An 27 Endpunkten ließen die DVB ab sofort Busse und Bahnen zusätzlich zu den Nachtreinigungen in den Betriebshöfen desinfizieren. Das machten die DVB damals mit einem Video bekannt.

95 Prozent aller im Linienverkehr eingesetzten Fahrzeuge wurden so täglich ein zweites Mal gesäubert. Dabei ging es vor allem um Haltestangen und -schlaufen, Griffe, die Ticketautomaten und die Fahrscheinentwerter. Auch die Türöffner wurden geputzt, obwohl sie eigentlich gar nicht benutzt werden müssen, denn da öffneten die Fahrer an allen Haltestellen bereits alle Türen.

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