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Dresden

Corona-Verstöße bei Demos in Dresden

Die Polizei entdeckte am Montagabend auch ein gefälschtes Attest. Warum Pegida gegen die Demo-Auflagen vorgehen will.

Drei Demos, darunter auch die von Pegida - hier ein Archivbild, überwachte die Polizei am Montagabend in Dresden. Nun laufen Ermittlungen.
Drei Demos, darunter auch die von Pegida - hier ein Archivbild, überwachte die Polizei am Montagabend in Dresden. Nun laufen Ermittlungen. © Archiv/Sebastian Kahnert/dpa

Dresden. Während der Demonstrationen der sogenannten Querdenker und von Pegida am Montagabend auf dem Altmarkt hat die Polizei sechs Personen registriert, die gegen die Corona-Schutzregeln verstoßen haben. Sie trugen keinen Mund-Nase-Schutz und hatten kein entsprechendes Attest, das sie davon befreit. Gegen sie wurden Ordnungswidrigkeitsanzeigen aufgenommen.

Ein weiterer Mann ohne Maske zeigte den Beamten ein Attest. Die Polizei geht allerdings davon aus, dass es sich um eine Fälschung handelte. Gegen den 53-Jährigen wird deshalb nun wegen Urkundenfälschung ermittelt.

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Auf dem Altmarkt nahmen am Montagabend jeweils mehrere hundert Menschen an drei Demonstrationen teil. Es handelte sich neben Pegida und "Querdenken" auch um eine Protestveranstaltung gegen beide Kundgebungen, zu der unter anderem die Initiative "Nationalismus raus aus den Köpfen" aufgerufen hatte.

Die Polizei teilte nicht mit, zu welcher Gruppe die Altmarkt-Besucher ohne Maske gehörten oder ob es sich womöglich auch um "Zaungäste" handelte. Die Beamten waren an diesem Abend bemüht, jegliche Ansammlungen außerhalb der mit Zäunen abgegrenzten Demoflächen sofort zu unterbinden. Pegida hatte parallel dazu eine neue Auflage: Menschen mit Maskenbefreiung sollten sich in einem eigens für sie reservierten und abgesperrten Bereich versammeln. Pegida-Frontmann Lutz Bachmann erklärte, er verstehe das als Diskriminierung und die Organisation werden gegen diese Auflage vorgehen.

Knapp 200 Polizisten waren am Abend im Einsatz, um die drei Demos und deren Umfeld zu überwachen. Bereits vor der Pegida-Versammlung kontrollierte die Polizei auch das Geschehen auf dem Platz der selbsternannten Patrioten, während nebenan noch die "Querdenker"-Veranstaltung lief. Wie jedes Mal sangen unmittelbar vor dem Beginn der Pegida-Kundgebung etwas mehr als ein Dutzend Demoteilnehmer Volkslieder, fast alle ohne Maske. Ein Teil von ihnen hatte sie unters Kinn geklemmt - beides klare Verstöße gegen die Corona-Regeln. Polizeisprecher Marko Laske erklärte dazu, den Beamten seien dutzende Atteste zur Maskenbefreiung vorgezeigt worden. Dies könne eine Erklärung dafür sein, dass bei dem Gesang keine Masken getragen wurden. (SZ/csp)

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