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Dresden

Corona: Weniger Minijobs in Dresden

Wer Brutto wie Netto als Minijobber verdient, hat nun das Nachsehen. Der DGB teilt mit, wie viele Jobs verloren gegangen sind.

Das Putzen häufig zu den Arbeiten von Minijobbern. Viele haben aber ihre Jobs verloren, so der DGB.
Das Putzen häufig zu den Arbeiten von Minijobbern. Viele haben aber ihre Jobs verloren, so der DGB. © Christin Klose/dpa (Symbolbild)

Dresden. In der Landeshauptstadt haben durch Corona bis Ende 2020 rund 2.800 Minijobber ihre Arbeit verloren. Diese Zahl hat der DGB veröffentlicht. Vor der Pandemie haben demnach etwa 33.000 Menschen in Dresden als Minijoberinnen und Minijobber gearbeitet.

Vor allem im Gastgewerbe und im Dienstleistungsbereich sei ein hoher Rückgang der Minijobs zu verzeichnen, so der Gewerkschaftsbund. Das bedeute, Tausende hätten in der Corona-Pandemie ihre Jobs verloren und landeten zum Teil in Hartz IV. Der DGB fordert angesichts dieser Zahlen eine Minijob-Reform.

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„Die aktuelle Krise ist ein Alarmsignal. Minijobberinnen und Minijobber wurden in der Pandemie als erste vor die Tür gesetzt, als die Restaurants, die Läden und die Schulen dicht machen mussten“, sagte André Schnabel, Vorsitzender des DGB-Dresden.

Da geringfügig Beschäftigte von der Arbeitslosenversicherung ausgeschlossen seien, bekämen sie weder Kurzarbeiter-, noch Arbeitslosengeld. Vielen blieben nur die viel zu niedrigen Leistungen der Grundsicherung.

„Minijobberinnen und Minijobber mussten bittere Einkommensverluste einstecken und haben Probleme, überhaupt ihren Lebensunterhalt zu sichern. Gerade in Krisenzeiten müssen sich Beschäftigte aber auf ein soziales Sicherungsnetz verlassen können. Minijobs lösen dieses Versprechen nicht ein“, stellt Schnabel fest.

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„Dem vermeintlichen Vorteil eines Brutto-für-Netto-Verdienstes stehen Niedriglöhne und Altersarmut gegenüber." Vor allem Frauen werde durch diese Fehlanreize die Möglichkeit einer eigenständigen Existenzsicherung verwehrt. "Minijobs sind ein Relikt anderer Zeiten und müssen dringend reformiert werden“, forderte Schnabel. Sie müssten zu sozial abgesicherter Beschäftigung werden.

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