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Das Dresdner Heinz-Steyer-Stadion ist nur der Anfang

Die Stadt lässt das Stadion für viel Geld umbauen und hat bereits weitere Pläne fürs Ostragehege. Es geht vor allem um Freizeitsport für alle Dresdner.

So soll das umgebaute Heinz-Steyer-Stadion aussehen, wenn es im September 2023 fertig ist.
So soll das umgebaute Heinz-Steyer-Stadion aussehen, wenn es im September 2023 fertig ist. © ARGE BAM Sports GmbH / BAM Deutschland AG, O+M ARC

Dresden. Rund 37,3 Millionen Euro investiert Dresden in den Umbau des Heinz-Steyer-Stadions. In gut einem Monat, am 26. Oktober, ist Baubeginn. Sportbürgermeister Peter Lames (SPD) betont, dass es hierbei nicht vordringlich um die Förderung des Spitzensports gehe, sondern um ein attraktives Angebot für alle Dresdner. Im Steyer-Stadion sollen auch medizinische Maßstäbe gesetzt werden, und Lames hat weitere Pläne für den Sportpark Ostra.

Welche Sportarten ins Stadion kommen

Wenn es ums Steyer-Stadion geht, denken viele zuerst an American Football, die Fußballer des DSC und natürlich an Karl Bebendorf, den aktuellen und dreifachen deutschen Meister im 3.000-Meter-Hindernislauf. Klar bekommen die Fußballfans neue Tribünen und auch die Anlagen für Leichtathleten werden deutlich besser.

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Aber das eigentliche Herzstück ist laut Bürgermeister Lames das Multifunktionsgebäude. In der unteren Ebene sind Squash-Courts vorgesehen, darüber ein großer Kraft- und Fitnessraum, der von allen Sportlern genutzt werden kann, dazu ein Innen-Radsportbereich und zwei Etagen darüber ein Ballettsaal, Gymnastikraum und die große neue Fechthalle. Dafür wird die bestehende Fechthalle auf dem Vorplatz zur Ballsportarena abgerissen. "Die Zahl der Fechtbahnen verdoppelt sich auf zehn", erläutert Lames.

Dazu kommen im Außenbereich Beachvolley-, Fuß- und Volleyballplätze, die gemeinsam mit der Ballsportarena genutzt werden. Mit dieser Mischung können laut der Planung rund zwei Drittel der Dresdner angesprochen werden. Den größten Anteil macht dabei der Freizeitsport aus, knapp 20 Prozent der Amateursport und für Leistungs- und Hochleistungssport wie eben Karl Bebendorf liegt der Anteil unter 0,2 Prozent.

Neuer Standort des Uniklinikums

In der Ebene II, zwischen Kraftraum und Ballettsaal, kommt ein großer Bereich für Sportmedizin. "Im Konzept ist vorgesehen, die komplette Sportmedizin und Leistungsdiagnostik des Uniklinikums hierher zu verlegen", so Lames. Nach dem Vorbild der Sportmedizin an der Berliner Charité soll dieser Bereich laut Lames "Anlaufstelle für ganz Dresden" werden, auch für "ambitionierte Freizeitsportler".

Einen Bereich für Physiotherapie benötige das Steyer-Stadion nicht, da es diesen in der Ballsportarena nebenan gibt. Mit dieser werde eng kooperiert, erklärt Lames.

Finanz- und Sportbürgermeister Peter Lames erklärt, wie das Heinz-Steyer-Stadion mal werden soll und welche weiteren Pläne er hat.
Finanz- und Sportbürgermeister Peter Lames erklärt, wie das Heinz-Steyer-Stadion mal werden soll und welche weiteren Pläne er hat. © Marion Doering

VIP-Bereich im Schulungsraum

Wie jedes Stadion soll auch das Steyer-Stadion einen VIP-Bereich erhalten, in dem sich zu großen Veranstaltungen die Prominenz trifft. "Wir wollen aber einen Multifunktionsraum, der auch ausgelastet ist, wenn keine großen Sportveranstaltungen stattfinden", sagt Lames. Deshalb soll dieser auch für Schulungen, zum Tanzen und andere Veranstaltungen genutzt werden.

Außerdem zieht der Dresdner Stadtverband Fußball mit in das Gebäude, führt dort Sichtungstrainings und Sitzungen durch. "Wir sind auch für alle andern Dresdner Sportverbände offen", versichert Lames.

Die Vision für den Sportpark

Der Sportpark Ostra ist bereits heute Sachsens größtes Sportareal mit mehr als fünf Hektar. In dem Bereich zwischen Dynamo-Trainingszentrum, Eishalle Ballsportarena, Steyer-Stadion sind rund 50 Sportarten beheimatet, dazu das Sportgymnasium und die Sportoberschule. Bisher locken diese rund 1,5 Millionen Besucher pro Jahr.

Doch Lames will mehr. Nach dem Neubau des Stadions sollen die Eissportler an die Reihe kommen. Geplant ist, die bestehende Eissporthalle, die Energieverbund Arena, zu erweitern und für die erste Eishockey-Liga fit zu machen. Zusätzlich plant Lames vor dem Steyer-Stadion ein Sport-Hotel mit Internat und einer weiteren Eisfläche, speziell für die Nachwuchsförderung. Außerdem soll die Tennishalle des DSC erweitert werden und ein Leistungszentrum Tennis entstehen. "Wir wollen den sächsischen Tennisverband nach Dresden holen", verrät Lames.

Der bisherige Trümmerberg soll zum Ostra-Berg werden. Ein kräftiger Anstieg für Radfahrer, als Abzweig vom Elberadweg ist geplant, Stufen für Treppenläufe und eine Bob-Anschubbahn. Auf dieser sollen Top-Athleten trainieren und auch alle Dresdner sich ausprobieren können. Außerdem ist ein Kraft-Park mit Geräten vorgesehen, der rund um die Uhr von allen genutzt werden kann.

Campingplatz und Grillstationen

Im sogenannten Familien-Areal ist eine 400-Meter-Laufbahn mit integrierter Zeitmessung per App geplant, fünf Beachvolleyball-Felder, zehn Grillstationen, E-Bike-Ladestationen mit Bike-Service, Duschen und Umkleiden.

An dem neu geplanten Ostra-See soll es Möglichkeiten für Kanu, Rudern, Stand-up-Paddling, Freiwasser-Schwimmen, Beach-Volleyball und -Handball, Joggen, Inlineskaten und Skateboarden geben, dazu einen Camping- und Caravanplatz. Außerdem ist vorgesehen, den Alberthafen umzubauen, die Kaimauer so zu sanieren, dass bei Veranstaltungen der Zugang zum Wasser möglich ist.

Vieles sei mit vergleichsweise wenig Aufwand umsetzbar. Laut Plan könne die Vision bis 2030 umgesetzt werden. "Es geht insgesamt aber natürlich um erhebliche Millionen-Beträge, die investiert werden müssten", so Lames. Ob es so kommt, sei Entscheidung des Stadtrates.

Der Traum von Großveranstaltungen

Lames will so auch weitere Großveranstaltungen nach Dresden holen. Losgehen könnte es im Sommer 2024 mit den Deutschen Leichtathletikmeisterschaften im Steyer-Stadion. Diese könnten dann alle fünf bis sechs Jahre in Dresden starten.

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Die Titel in der Leichtathletik sollen dann im Heinz-Steyer-Stadion vergeben werden, hat der Verband festgelegt. Allerdings gibt es eine Einschränkung.

Der Bürgermeister denkt aber auch an "stimmungsvolle Abendveranstaltungen", die Youth Olympic Games für 14- bis 18-Jährige, die Universade der Studierenden, die Deutschen Hochschulmeisterschaften, Deutsche Meisterschaften anderer Sportarten und große Open-Air-Veranstaltungen.

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