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Dresden

Demo vor dem Dresdner Rathaus

Dresdner Initiativen, die sich um Gleichstellung kümmern, fühlen sich vernachlässigt. Das zeigen sie am Dienstag Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP).

Vor dem Dresdner Rathaus protestieren Anbieter von Gleichstellungsprojekten für mehr Geld.
Vor dem Dresdner Rathaus protestieren Anbieter von Gleichstellungsprojekten für mehr Geld. © René Meinig

Dresden. Die Einschränkungen in der Corona-Krise haben gezeigt, dass Frauen, Familien, Getrennt- und Alleinerziehende und queere Menschen unverhältnismäßig stark von den negativen Auswirkungen der Pandemie betroffen seien, sagen die Veranstalter einer Demonstration am Dienstag in Dresden. 

Aus diesem Grund trafen sich diverse Vereine und Vertreter von gezielten Angeboten für die Gleichstellung vor dem Amtssitz von Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP). Sie meinen, im Haushalt für 2021/2022, den der Stadtrat im Dezember beschließen soll, sei zu wenig Geld für diese Angebote vorgesehen.

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Initiativen: "Bei Weitem nicht bedarfsgerecht finanziert"

Die Demo-Teilnehmer wollen auf ihre Situation aufmerksam machen. "Die in dem neuen Haushaltsentwurf vorgesehenen Mittel für den Bereich der Gleichstellungsarbeit in der Stadt Dresden sind viel zu gering bemessen und benötigen eine deutliche Aufstockung", erklären sie.

Die Gleichstellungsarbeit leide seit Jahren unter direkten und indirekten Kürzungen und sei bei Weitem nicht bedarfsgerecht finanziert. "Mit teils sehr geringen finanziellen Mitteln leistet sie trotz allem eine fachlich und qualitativ hochwertige Arbeit", so die Veranstalter. "Sie widmet diese den besonders verletzlichen Gruppen der Stadtgesellschaft."

Wegen Corona: "Arbeit kann kaum bewältigt werden"

Durch Isolation, Stress beim Homeschooling und Homeoffice, aber auch Arbeitslosigkeit, finanzielle Probleme, Gewalterfahrungen, physischen und psychischen Erkrankungen, die auf die Coronakrise zurückzuführen seien, steige der Beratungs- und Hilfsbedarf. 

"Die damit verbundene Arbeit kann schon jetzt kaum noch bewältigt und in Folge von Kürzungen nicht mehr in ausreichendem Maße sichergestellt werden - quantitativ wie qualitativ", so die Veranstalter. "Eine weitere Verschärfung der Situation für die betroffenen Menschen ist damit unausweichlich."

Dresden habe sich aber durch einen Stadtratsbeschluss zum Beitritt zur Europäischen Charta für die Gleichstellung von Frauen und Männern auf lokaler Ebene entschlossen und zur sogenannten Istanbul-Konvention bekannt. Um diesen Willen des Stadtrates zu erfüllen, müssten auch die notwendigen Mittel zur Verfügung gestellt werden. Sonst seien die Beschlüsse nur "Lippenbekenntnisse". 

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