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Die nächsten Flutzschutzpläne für Dresden

Dresdens gefährlichster Fluss ist gebändigt. Das soll noch gefeiert werden. Wie es beim Schutz der Elbanlieger weitergehen soll.

Noch ungeschützt ist die Übigauer Insel zwischen Elbe und Flutrinne. Dort sind Mauern und Deiche geplant.
Noch ungeschützt ist die Übigauer Insel zwischen Elbe und Flutrinne. Dort sind Mauern und Deiche geplant. © Foto: Rene Meinig

Dresden. Flutschutzwände und Deiche prägen das Bild in vielen gefährdeten Gebieten Dresdens. In den vergangenen Jahren ist hier viel für den Flutschutz und zur Beseitigung von Hochwasserschäden getan worden. Seit 2002 hat die Landestalsperrenverwaltung (LTV) dafür knapp 124 Millionen Euro in Dresden investiert, erklärt Birgit Lange, die den LTV-Betrieb Oberes Elbtal leitet. Der ist in Dresden für den Flutschutz an Elbe, Weißeritz und Lockwitzbach zuständig. Lange erläutert, wie weit die LTV gekommen ist und was geplant wird.

Die Elbe: Zwölf Kilometer lange Schutzsysteme

Die LTV hat in Dresden bereits drei Großprojekte umgesetzt, mit denen über zwölf Kilometer des Elbufers geschützt werden. Bis 2011 wurden im Zentrum zwischen Hasenberg und Alberthafen Hochwasserschutzmauern und Böschungen errichtet. Installiert wurden dabei auch drei Flutschutztore am Kongresszentrum und am Terrassenufer zwei mobile Wände für die Münzgasse und die Brühlsche Gasse.

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Auf eine Länge von fünf Kilometern schützen diese Wand und Deiche Stetzsch, Gohlis und Cossebaude.
Auf eine Länge von fünf Kilometern schützen diese Wand und Deiche Stetzsch, Gohlis und Cossebaude. © René Meinig

Vier Stadtteile schützt seit 2013 die rund vier Kilometer lange Anlage aus Flutschutzwänden und Deichen zwischen dem Ballhaus Watzke und Kaditz. Bei Hochwasser können sie mit mobilen Elementen auf bis zu zwei Meter erhöht werden. Zuletzt wurde 2017 der Flutschutz für Stetzsch, Gohlis und Cossebaude fertiggestellt. Zwischen der Autobahnbrücke und dem Cossebauder Stausee sind Deiche und Wände entstanden. Bei Hochwasser sorgen zudem zwei Pumpwerke dafür, dass angestiegenes Grundwasser zur Elbe abgepumpt wird.

Die Tests: Wieder Probeaufbau in diesem Jahr geplant

Die mobilen Elemente werden vom Regiebetrieb Zentrale Technische Dienste regelmäßig aufgebaut. Die gesamte Anlage im Zentrum hat bei der Juniflut 2013 ihren Härtetest bestanden. Dieses Jahr soll der Flutschutz in Übigau in dem Bereich ausprobiert werden, in dem zwischen Böcklinstraße und Kötzschenbrodaer Straße die Aufsätze auf die Hochwasserschutzwand montiert und die Treppen mit mobilen Elementen verschlossen werden. Außerdem ist ein Probeaufbau des mobilen Hochwasserschutzes im Bereich des Kongresszentrums, der Schlachthofstraße und des Stadions geplant, erklärt Lange.

Regelmäßig wird der Aufbau mobiler Flutschutzsysteme geprobt. In diesem Jahr soll das auch wieder an dieser Freitreppe neben dem Landtag geschehen.
Regelmäßig wird der Aufbau mobiler Flutschutzsysteme geprobt. In diesem Jahr soll das auch wieder an dieser Freitreppe neben dem Landtag geschehen. © Landestalsperrenverwaltung Sachsen

Die Weißeritz: Dresdens gefährlichster Fluss jetzt flutsicher

Die LTV hat seit 2009 die Weißeritz zwischen Altplauen und der Mündung in die Elbe auf einer Länge von 4,7 Kilometern so ausgebaut, dass sie selbst eine 500-jährliche Flut wie 2002 sicher ableiten kann. Die Stadt beteiligte sich mit rund 14 Millionen Euro an den Gesamtkosten für den flutsicheren Ausbau von etwa 37 Millionen Euro. Denn der Freistaat übernimmt die Kosten nur bis zum Schutzgrad für ein 200-jährliches Hochwasser. Zuletzt ist der gefährliche Weißeritzknick zwischen den Brücken Löbtauer und Kesselsdorfer Straße fertig geworden. Im Mai 2020 war er offiziell übergeben worden.

Viel Aufwand war beim Weißeritzausbau nötig. LTV-Projektleiter Reinhard Scholz (l.) hatte die Arbeiten bis zum Ruhestand Mitte 2019 geführt, bei denen solche Wasserbauer wie Stefan Hegewald (M.) ordentlich mitgezogen haben. Der Flussausbau wurde unter Lei
Viel Aufwand war beim Weißeritzausbau nötig. LTV-Projektleiter Reinhard Scholz (l.) hatte die Arbeiten bis zum Ruhestand Mitte 2019 geführt, bei denen solche Wasserbauer wie Stefan Hegewald (M.) ordentlich mitgezogen haben. Der Flussausbau wurde unter Lei © Marion Doering

Zuletzt konnte im Oktober oberhalb der Brücke Hamburger Straße noch die Fischaufstiegsanlage wieder in Betrieb genommen werden. Über sie können die Fische jetzt von der Mündung weiter in Richtung Weißeritzquelle schwimmen.

Wegen der Corona-Krise konnte im vergangenen Jahr kein Fest zum Abschluss des Weißeritz-Ausbaus gefeiert werden. Das könnte im Juni kommenden Jahres nachgeholt werden, wenn sich die Juniflut 2013 jährt.

Sachgebietsleiter Thomas Jakob (l.) vom Umweltamt und Projektleiter Christoph Rauch freuten sich im Mai 2020, als der Ausbau von Dresdens gefährlichstem Fluss am Weißeritzknick unterhalb der Kesselsdorfer Straße abgeschlossen war.
Sachgebietsleiter Thomas Jakob (l.) vom Umweltamt und Projektleiter Christoph Rauch freuten sich im Mai 2020, als der Ausbau von Dresdens gefährlichstem Fluss am Weißeritzknick unterhalb der Kesselsdorfer Straße abgeschlossen war. © René Meinig

Die neuen Karten: Warnung vor Flutgefahren

Die LTV hat für die Elbe, die Vereinigte Weißeritz und den Lockwitzbach die Hochwassergefahren und -risikokarten aktualisiert. Für den Lockwitzbach wurden die aktualisierten Karten im November 2020 an die Stadt übergeben. Für die Elbe und die Weißeritz geschieht das bis Ende März dieses Jahres. Die Karten werden im Umweltportal des Freistaats veröffentlicht. Dort können sich Behörden sowie Bürger und Gewerbetreibende informieren. Gemeinsam mit der Stadt wird die LTV dann ab diesem Jahr die Hochwasserrisikomanagementpläne und Hochwasserschutzkonzepte für diese Gewässer aktualisieren.

Der Plan 1: Höherer Deich soll Kaditzer Klärwerk schützen

Vorbereitet wird derzeit der Flutschutz für die Übigauer Insel. Dabei soll der Teil der Übigauer Insel zwischen Autobahn und Flügelwegbrücke geschützt werden. Denn dort liegt die wichtige Kaditzer Kläranlage, an die nicht nur Dresden angeschlossen ist, sondern auch die Gebiete um Pirna und Wilsdruff. Geplant ist, dass der rund 1,4 Kilometer lange Deich um maximal einen Meter erhöht wird. Im Deich wird eine Innendichtung eingebaut, die zwischen 13 und 15 Meter tief in den Untergrund reicht. Sie soll die für die Grundwasserbewegung nötigen hydraulische Fenster haben.

Im Juli 2020 wurden die Pläne bei der Landesdirektion eingereicht. „Wir hoffen spätestens 2022 auf eine Genehmigung“, sagt Lange. Für die Vorbereitungen zum Bau sind erfahrungsgemäß noch mal zwei bis drei Jahre nötig. Dazu gehören die Planung, das Vergabeverfahren und die Klärung der Verfügbarkeit für die beim Bau benötigten Grundstücke. Frühestens 2025 könne der Bau beginnen.

Das sind die vier Projekte, die für den Hochwasserschutz der Übigauer Insel geplant sind.
Das sind die vier Projekte, die für den Hochwasserschutz der Übigauer Insel geplant sind. © SZ Grafik

Der Plan 2: Flutschutzwand an Südseite der Flutrinne

Bei den folgenden Projekten sollen Anlagen errichtet werden, die vor einer 100-jährlichen Elbeflut schützen. Am weitesten fortgeschritten ist die Planung für den Schutz der Südseite der Kaditzer Flutrinne am anderen Ende der Übigauer Insel, also zwischen Autobahnbrücke und Böcklinstraße . Auf etwa 140 Metern Länge zwischen der Autobahn A 4 und dem Anschluss zur Brücke Washingtonstraße ist eine Geländeregulierung vorgesehen. Zwischen der Washington- und der Sternstraße soll eine etwa 863 Meter lange, bis zu 1,2 Meter hohe, flach gegründete Hochwasserschutzwand, zum Teil mit einer Untergrundabdichtung entstehen.

Die LTV hat sich mit den vom Projekt Betroffenen in den Jahren 2019 und 2020 vor Ort abgestimmt. Die Pläne wurden im Juli 2020 zur Genehmigung bei der Landesdirektion Sachsen eingereicht. Auch dort könnte der Bau frühestens 2025 beginnen.

Der Plan 3: In Altmickten ergänzen Aufsätze eine Mauer

Für Altmickten ist ein Schutz vorgesehen, der sich an die Südwand der Flutrinne anschließt. Geplant ist eine etwa 225 Meter lange Flutschutzwand an der Elbe, die von der Böcklinstraße bis kurz hinter die Lindenschänke reicht und zwei im Hochwasserfall mobil zu verschließende Scharten hat. Das längste Stück soll bis zu 1,3 Meter hoch werden. Teilweise sind auf der Mauer mobile Aufsätze für den Flutfall vorgesehen, so dass das Ortsbild nicht zu stark beeinträchtigt wird. Im vergangenen Jahr erfolgte dazu die Abstimmung mit den vom Projekt Betroffenen und die Erstellung der Entwurfsplanung. Bis Mitte dieses Jahres soll der Plan zur Genehmigung eingereicht werden. Lange rechnet nicht mit einem Baubeginn vor 2027.

Der Plan 4: Mobiler Verschluss schützt Weg in Altübigau

Geplant ist zudem ein Hochwasserschutz für Altübigau. Für diesen Abschnitt gibt es eine Vorplanung. Diese sieht auf 175 Metern Länge Flutschutzwände mit einer Höhe zwischen zwei und 4,8 Metern vor. In der Mitte ist wie in Altmickten ein mobiler Verschluss aus Aluminium-Elementen geplant, der den Weg zum Ortskern bei Hochwasser verschließt.

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