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Dieser Streik schadet den DVB

Gerade jetzt zu streiken, ist instinktlos, findet SZ-Redakteur Christoph Springer. Ein Kommentar zum Ausstand bei den Dresdner Verkehrsbetrieben.

Christoph Springer kommentiert den Streik bei den Dresdner Verkehrsbetrieben.
Christoph Springer kommentiert den Streik bei den Dresdner Verkehrsbetrieben. © dpa-Zentralbild

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Das ist ein Gewerkschaftsgrundsatz, der nicht nur innerhalb einer Tarifgruppe gelten soll. 30 Jahre nach der Wende fordern die Gewerkschaften zu Recht, dass es auch zwischen Ost und West keine Unterschiede mehr bei Lohn und Gehalt geben darf. Dafür sollte man auch streiken dürfen.

Aber 2020 ist ein Jahr, in dem nichts nomal ist. Der Staat hat gewaltige Geldversprechen gemacht, um Unternehmen in der Corona-Krise zu helfen. Manche haben schon Geld bekommen. Andere hoffen noch auf Hilfe und blicken bange auf die kalte Jahreszeit, in der mehr Infektionen und damit neue Einschränkungen möglich sind. Längst ist Corona für viele existenzbedrohend. Und es könnte noch schlimmer kommen.

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Die DVB haben im öffentlichen Nahverkehr fast so etwas wie ein Monopol. Der Job ihrer Mitarbeiter ist die tägliche Hilfe im Alltag vieler Fahrgäste. Und letztlich werden sie von allen Dresdnern nicht nur über Fahrscheineinnahmen, sondern auch über Zuschüsse aus den derzeit arg strapazierten kommunalen Kassen finanziert. Ein Streik mitten in der Virus-Krise ist mindestens unpassend. Ich nenne es instinktlos. Das schadet dem Image der Verkehrsbetriebe.

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