Dresden
Merken

Direkthilfe Dresden: Ein Laden, in dem man nichts kaufen kann

Die Ukraine-Helfer haben eine neue Spenden-Sammelstelle. Warum sie dort auf ein wachsendes Spendenaufkommen hoffen.

Von Christoph Springer
 3 Min.
Teilen
Folgen
Nicht zu übersehen ist die Sammelstelle im Untergeschoss der Centrum Galerie durch den Hinweis an den Glastüren.
Nicht zu übersehen ist die Sammelstelle im Untergeschoss der Centrum Galerie durch den Hinweis an den Glastüren. © Christian Juppe

Dresden. In diesem neuen Geschäft in der Centrum Galerie ist nichts zu holen. Einkaufen kann man dort nicht, Geld dalassen aber trotzdem. Es hat im Untergeschoss des Einkaufszentrums eröffnet und sieht etwas anders aus, als die Drogerie daneben und der Lebensmittelladen schräg gegenüber: weniger Licht, einfache Metallregale, keine Kasse. Ein großer Hinweis an drei der deckenhohen Faltglastüren am Eingang erklärt - das ist eine Spendenannahmestelle. Die Direkthilfe Dresden ist in die Centrum Galerie eingezogen. Ehrenamtliche Mitarbeiter sammeln dort Spenden für die Ukraine.

"Lebensmittel", antwortet Michaela Jarosch sofort auf die Frage, was denn derzeit gebraucht wird. Sie ist eine der Frauen, die die Spendensammelstelle betreuen. Je drei Stunden pro Tag hat der "Laden" geöffnet, montags bis freitags zwischen 15 und 18 Uhr, sonnabends 13 bis 16 Uhr.

Dabei baut die Direkthilfe Dresden nicht nur auf die viele Laufkundschaft in dem Einkaufszentrum und auf dessen Zentrale Lage. Vor allem hoffen die Verantwortlichen, dass Kunden etwa in der benachbarten Drogerie oder in dem Lebensmittelladen etwas extra für die Spendensammlung kaufen, Hygieneartikel oder haltbare Nahrung. Das Spendenaufkommen sei zurückgegangen, berichtet Michaela Jarosch, deshalb rückt die Direkthilfe nun in der Centrum Galerie näher an potenzielle Spender heran.

In den Regalen stehen beschriftete Körbe, dort liegen bereits sortiert Spendenartikel und es darf jederzeit etwas dazu kommen. "Wir haben bisher rund 200 Tonnen Spenden gesammelt und sie mit Lkws nach Chmelnitzky gebracht", berichtet eine Kollegin von Michaela Jarosch, von dort würden sie dann in der Ukraine weiterverteilt. "Wir sammeln dem Bedarf entsprechend und unsere Spenden gehen möglichst gezielt dorthin, wo sie gebraucht werden." Jetzt gerade ist vor allem der Lebensmittel-Bedarf hoch.

Anzeige LandMAXX - Baumärkte und Baustoffzentren
Mitten in Sachsen, ganz nah am Menschen
Mitten in Sachsen, ganz nah am Menschen

LandMAXX ist der freundliche, kreative und innovative Nahversorger für alle, die in Haus, Hof und Garten gern selbst anpacken.

Was gespendet wird, sortieren die Helferjeweils in beschriftete Körbe.
Was gespendet wird, sortieren die Helferjeweils in beschriftete Körbe. © Christian Juppe

Haltbare Produkte wie Nudeln, Reis und Haferflocken werden gebraucht, Fertigprodukte wie Dosensuppen, außerdem Kaffee und Tee. Außerdem sammelt die "Direkthilfe" unter anderem Hygieneartikel, medizinisches Zubehör, Medikamente und laut einer Liste auf der Webseite der Organisation zum Beispiel Koffer oder Reisetaschen mit Rollen.

Alles das kann in der neuen Sammelstelle abgegeben werden. Wird dort Platz gebraucht, transportieren es die "Direkthilfe"-Ehrenamtlichen in ihr Lager, das sich aktuell noch in der Messe befindet. 600 Quadratmeter Platz haben sie dort, allerdings nicht mehr lange. Ende Juli ist in der Messe Schluss, das Ukraine-Geschehen in den Hallen soll konzentriert werden, damit in der Messe irgendwann auch wieder stattfinden kann, wofür sie eigentlich gedacht ist.

Das bedeutet, die Organisation braucht ein neues Lager. "Ebenerdig, mit großen Türen, sodass man mit Paletten durchkommt und Platz dafür, um einen Lkw zu beladen", beschreibt eine Mitarbeiterin das Wunschlager, dazu möglichst zentral gelegen.

In der Centrum Galerie sind die Ukraine-Helfer nun im Untergeschoss, gleich links neben der Treppe zu finden. Bis Ende August können sie dort bleiben, hat ihnen das Centermanagement zugesagt und nimmt für den Laden 100 Euro pro Monat für Miete und Nebenkosten. "Aber auch das bekommen wir vielleicht erlassen", hofft eine Mitarbeiterin.

Wie es dann weitergeht? Das wissen die Verantwortlichen noch nicht genau. Fest steht nur: Sofern es ein Lager gibt, Spenden gesammelt werden können und wenn sich vielleicht auch noch neue Helfer für ihre Arbeit finden, soll es auf jeden Fall weitergehen mit der Ukraine-Hilfe.

Alle infos zur Direkthilfe Dresden: https://www.dhdd.info/