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Drei Dresdner greifen Rentnerin an

Sie wollte in Prohlis Plakate für den Weltfriedenstag aufhängen – doch dann umzingeln einige Männer die Frau. Vor Gericht schweigen die Angeklagten.

Drei Männer im besten Alter sollen eine Rentnerin in Dresden angegriffen haben, die im August Plakate für eine Veranstaltung der Linken zum Weltfriedenstag aufhängte. Jetzt stehen sie vor Gericht.
Drei Männer im besten Alter sollen eine Rentnerin in Dresden angegriffen haben, die im August Plakate für eine Veranstaltung der Linken zum Weltfriedenstag aufhängte. Jetzt stehen sie vor Gericht. © André Braun (Symbolbild)

Dresden. Rentnerin Andrea H. hat schon einiges erlebt, aber nicht so etwas. Auch nicht, wenn sie ehrenamtlich für die Linkspartei Plakate in Reck und Prohlis aufhängt.

40 Transparente schafft die Frau mit ihrem Begleiter in zwei Stunden. Mitte August vergangenen Jahres warb sie für den Weltfriedenstag – am 1. September hatte sich unter anderem Prinzen-Sänger Sebastian Krumbiegel in Dresden angesagt. So weit, so normal.

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Doch am Albert-Wolf-Platz in Prohlis erlebte die 69-Jährige dann Dinge, die sie noch heute aufwühlen. Als sie ihr Plakat dort neben dem Pusteblumen-Springbrunnen an einen Lichtmast knüpfen wollte, wurde die Rentnerin von drei alkoholisierten Männern attackiert. Einer habe ihr die Kabelbinder abgenommen, dann seien die anderen dazugekommen. Sie sollen die Frau dicht umringt haben: „Mach das hier ab!“ – „Wir brauchen keine Plakate von der Linken!“ – „Wir brauchen keine Linkspartei in Prohlis!“

Die Angeklagten schweigen eisern

Die Frau erstattete eine Anzeige. Ihr Begleiter, der einige Meter weiter beschäftigt war, hatte Aufnahmen von der unheimlichen Begegnung seiner Kollegin gemacht. Ein paar Tage später hatten Polizisten die mutmaßlichen Täter identifiziert.

Am Montag standen sie nun wegen Nötigung vor dem Amtsgericht Dresden – Hans-Jörg H. (60), ein gelernter Stahlbauschlosser mit 15 Vorstrafen quer durchs Strafgesetzbuch und Hafterfahrung, ein Maurer (44) und ein Hochseematrose (55). Zu den Vorwürfen machten sie jedoch keine Angaben.

Die 69-Jährige berichtete dagegen, was ihr passiert war. Es seien sogar vier Männer gewesen, doch der vierte habe versucht, zu deeskalieren. „Lasst doch mal die Frau in Ruhe“, habe er etwa gesagt. Geholfen hatte es nicht viel. Einer habe das Plakat abgerissen. Die Aggression habe aber nicht ihr persönlich gegolten, sondern den Plakaten, so die Zeugin.

Sie sei verärgert und schockiert gewesen, verängstigt jedoch nicht - und falls doch, wollte sie sich das jetzt gegenüber den drei Männern nicht anmerken lassen.

Da die Angeklagten eisern schweigen, muss der Richter nun auch den Polizisten befragen, der die Beschuldigten vernommen hatte. Der Prozess wird fortgesetzt.

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