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Dresden: Weniger Unfälle im Lockdown

Die Statistik zeigt: Gelten strenge Ausgangsregeln, kracht es weniger häufig auf den Dresdner Straßen. Wie die Zahlen genau sind.

Verkehr auf der Bergstraße: Im zweiten Lockdown wurden bisher nicht weniger Staus gemessen.
Verkehr auf der Bergstraße: Im zweiten Lockdown wurden bisher nicht weniger Staus gemessen. © Sven Ellger

Dresden. Wer sich im April ins Auto setzte und durch Dresden fuhr, kam deutlich schneller voran als sonst. Der Lockdown sorgte für fast leere Straßen, was wiederum Menschenleben rettete.

Da viele Dresdner von zu Hause aus arbeiteten, Ausgangsbeschränkungen galten und Klamotten- oder Technikmärkte geschlossen waren, blieben viele Autos, Motor- und Fahrräder stehen. Dadurch gab es deutlich weniger Unfälle als üblich, wie aus den Daten des Statistischen Landesamtes nun hervorgeht.

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Zwischen April und Juni krachte es genau 2.949-mal auf Dresdens Straßen. Das waren etwa 1.000 Unfälle weniger als in den zweiten Quartalen der vergangenen Jahre. Besonders erfreulich ist, dass auch weniger Menschen verletzt wurden. Insgesamt zählte die Polizei zwischen April und Juni rund fast 200 Verunglückte weniger. Die Zahl der Menschen, die im Straßenverkehr ihr Leben verloren, sank auf null.

Viele Staus trotz Lockdown "Light"

Zwar liegen für das zweite Halbjahr noch keine Unfallzahlen der Kamenzer Behörde vor, allerdings ist davon auszugehen, dass sich der zweite Lockdown nicht so positiv auf die Unfallzahlen auswirken wird wie der erste.

Das legen die Verkehrsbeobachtungen nahe. Im November wurden zumindest kaum weniger Staus in der Landeshauptstadt registriert als im vergangenen Jahr, wie aus den Daten des Verkehrsdienstleisters Tomtom hervorgeht. Diese beruhen auf Echtzeitmessungen von Navigationsgeräten, die in Autos verwendet werden.

Demnach klemmte es lediglich am 18. November deutlich weniger auf den Straßen – das war ein Feiertag, der Buß- und Bettag. Im April nahm das Stauniveau dagegen um bis zu 78 Prozent ab. An vergangenen Montag brauchten Autofahrer sogar länger, um an ihr Ziel zu gelangen, als das an einem durchschnittlichen Montag 2019 der Fall war.

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Die Zahlen der Polizei zeigen bereits mehr. Demnach ist die Zahl der Unfälle nicht nur im Frühjahrs-Lockdown deutlich gesunken. 957 und 830 stehen in der Statistik der Beamten für den März und den April 2020. Im Mai waren es 982. In den Vergleichsmonaten des vergangenen Jahres waren die Zahlen in allen drei Monaten vierstellig. 1.232 waren es im März 2019. Für den April 2019 stehen 1.294 Unfälle in der Statistik, für den Mai sogar 1.333.

Die Polizei hat andere Zahlen

Auch jetzt im zweiten Lockdown dieses Jahres bestätigen die Zahlen der Polizei, diesen Trend - anders, als die Auswertung der reinen Verkehrmengen-Zahlen von Tomtom vermuten lassen. Wieder passieren weniger Unfälle als in einem "normalen" Monat.

Im November 2020 registrierten die Beamten in Dresden 876 Karambolagen, vor einem Jahr waren es 1.380. Dazu teilt Polizeisprecher Lukas Reumund allerdings mit, dass die Novemberzahl aus diesem Jahr noch nicht endgültig ist. Die Statistik werde noch bearbeitet, die 2020er-Zahl könnte sich noch etwas ändern. "Die Tendenz sollte aber stimmig sein."

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Ein noch deutlicheres Bild geben die Tageszahlen. Die Polizei registriert in Dresden an einem normalen Werktag etwa 35 bis 42 Unfälle, liest Reumund aus der Statistik der Verkehrspolizei. Im Lockdown seien es etwa ein Viertel weniger - 27 bis 30 Unfälle müssen die Beamten derzeit pro Tag bearbeiten.

Verkehrstrend in Dresden scheint sich zu bestätigen

Auch wenn die Zahlen des Statistischen Landesamtes für das zweite Halbjahr 2020 noch nicht vorliegen, bestätigt sich offenbar der Trend aus dem ersten Lockdown: Es ereignen sich weniger Unfälle.

Auch die Statistik des Landesamtes basiert letztlich auf den Zahlen der Polizei. Das lässt wiederum den Schluss zu, dass in Dresden letztlich doch weniger Kraftfahrer unterwegs sind, wenn Lockdown-Regeln greifen und die Gefahr besonders groß ist, sich bei Kontakten mit anderen Menschen mit dem Corona-Virus anzustecken.

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