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Das Jahr der Regen-Extreme

In vielen Monaten regnete es in Dresden viel zu wenig, in anderen hingegen wieder sehr stark.

Trockenheit prägte über viele Monate auch dieses Jahr das Bild am Dresdner Elbufer.
Trockenheit prägte über viele Monate auch dieses Jahr das Bild am Dresdner Elbufer. © Foto: Marion Doering

Dresden. Das Dresdner Elbtal ist in diesem Jahr über lange Zeiten wieder trocken geblieben. Auch in diesem Monat hat es bisher nur selten geregnet. In den ersten drei Wochen fielen nur zweimal wenige Tropfen. Zwar war es nicht ganz so extrem trocken wie in den vergangenen Jahren.

Denn sowohl 2018 als auch 2019 fiel in den Sommermonaten viel zu wenig Regen. 2018 gab es von Mai bis November die längste zusammenhängende Trockenperiode, seitdem die Regendaten 1996 flächendeckend im Dresdner Messsystem aufgezeichnet werden.

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„Die Monate dieses Jahres waren beim Niederschlag sehr unterschiedlich gewesen“, sagt Udo Zimmermann. Er ist bei der Stadtentwässerung für die Auswertung der 19 Dresdner Messstationen zuständig und hat die Regenmengen immer im Blick.

Die betreibt das Unternehmen, da Niederschlag eine große Rolle für die elektronische Steuerung und den Ausbau des Kanalnetzes spielt.

In kaum einem Monat lag die Regenmenge dieses Jahr im langjährigen Durchschnitt. Entweder regnete es sehr viel oder es war extrem trocken.
In kaum einem Monat lag die Regenmenge dieses Jahr im langjährigen Durchschnitt. Entweder regnete es sehr viel oder es war extrem trocken. © SZ Grafik

Das eine Extrem: Nasser Februar, August und Oktober

Einerseits habe es drei extrem nasse Monate gegeben. Mit 87 Litern pro Quadratmeter lag die mittlere Summe aller Dresdner Regenschreiber im Februar bei 250 Prozent des langjährigen Wertes des Deutschen Wetterdienstes (DWD), erläutert Zimmermann den Auftakt. Das war der höchste Wert für diesen Monat seit Beginn der Aufzeichnungen.

Viel regnete es auch im August, als mit knapp 100 Litern je Quadratmeter 28 Prozent mehr als normal für diesen Monat gemessen wurden. Der langjährige DWD-Durchschnitt für diesen Monat liegt bei 78 Litern.

Extrem war dann auch der Oktober, als mit rund 90 Litern mehr als das doppelte des langjährigen DWD-Wertes erreicht wurden. An den Dresdner Messstationen gibt es meistens sehr unterschiedliche Werte.

Das belegt auch der Oktober. In dem Monat wurde der meiste Niederschlag mit 114 Litern in Klotzsche, in Schönfeld mit 113 und in Reick mit 105 Litern je Quadratmeter gemessen, der wenigste mit 71 Litern in der Station am Hauptbahnhof.

Allein am 13./14. Oktober fiel in Klotzsche, Rochwitz, Tolkewitz und Reick so ein Starkregen, der statistisch gesehen nur alle zwei Jahre kommt.

Nur der Mai, der Juni und der September lagen etwas unter oder im langjährigen Durchschnitt der vergangenen Jahre.

Dichte Wolken über Dresden. In mehreren Monaten dieses Jahres regnete es besonders stark.
Dichte Wolken über Dresden. In mehreren Monaten dieses Jahres regnete es besonders stark. © René Meinig

Das andere Extrem: Im November fiel fast kein Regen

Auch dieses Jahr gab es wieder viele extrem trockene Monate. Das begann bereits im Januar, als mit 16 Litern je Quadratmeter nur 35 Prozent des langjährigen DWD-Durchschnitts gemessen wurden.

Noch trockener war es im April, als nur 6,4 Liter Regen je Quadratmeter fielen. Der langjährige Durchschnitt für den Monat liegt bei 47,3 Litern.

Damit war der April der zweittrockenste Monat seit Beginn der Niederschlagsaufzeichnung durch die Stadtentwässerung. Nur im April 2007 war mit 1,2 Litern je Quadratmeter noch weniger Regen gefallen.

Sehr trocken war es auch im Juli, als mit 17 Litern nur 21 Prozent des langjährigen DWD-Wertes gemessen wurden.

Noch extremer war der vergangene Monat, als der Durchschnitt aller Regenschreiber bei 6,1 Litern je Quadratmeter lag, was elf Prozent des langjährigen DWD-Wertes entspricht. „Das ist so wenig, dass man kaum von Niederschlag sprechen kann“, sagt Zimmermann.

Am meisten hatte es in Schönfeld (9,9 Liter/Quadratmeter), in Rochwitz (8,9 Liter) und in Tolkewitz (7,7 Liter) geregnet. Der wenigste Niederschlag wurde an den Messstationen Hauptbahnhof (3,6 Liter) sowie Coschütz und Pieschen mit jeweils 3,7 Litern je Quadratmeter aufgezeichnet.

Zwar war der Elbpegel dieses Jahr nicht so extrem niedrig wie in den beiden Vorjahren. Dennoch war es über lange Zeiten hinweg trocken.
Zwar war der Elbpegel dieses Jahr nicht so extrem niedrig wie in den beiden Vorjahren. Dennoch war es über lange Zeiten hinweg trocken. © Sven Ellger

Das Grundwasser: Fehlender Regen wirkt sich aus

Die vergangenen extrem trockenen Jahre haben sich auch auf die Grundwasserstände ausgewirkt. Seit 2006 ermittelt das Umweltamt an 66 städtischen Messstellen den Stand.

Vor allem zur Vorsorge bei Hochwassern hatte Dresden als erste deutsche Großstadt von 2005 bis 2007 das kommunale System geschaffen, mit dem die Werte elektronisch erfasst werden. Das Landesmessnetz war nach der Jahrhundertflut 2002 nicht mehr ausreichend.

Neues Grundwasser bildet sich vor allem im Winterhalbjahr, da es dann im Normalfall viel regnet oder schneit und nicht so viel Wasser verdunstet. Seit 2015 kam allerdings viel weniger Nachschub als üblich.

Deshalb fiel seitdem der Grundwasserstand, der im Durchschnitt aller Messstellen einen halben Meter unter dem langjährigen Wert liegt.

Die Perspektive: Weniger Regen und höhere Temperaturen

Dem Deutschen Wetterdienst zufolge gehört der Raum Dresden mit zu den trockenen Gebieten im Land. Er lag als einer der wenigen in Ostdeutschland in den vergangenen drei Jahren oft unter dem langjährigen Durchschnitt von 1961 bis 1990.

Bis Ende des Jahrhunderts soll es noch mehr trockene Tage geben. Schon jetzt regnet es in Sachsen im Vergleich zum Beginn der flächendeckenden Aufzeichnung elf Prozent weniger. Der Grund ist die seitdem um 1,5 Grad gestiegene Temperatur.

Wenn im Sommer Niederschlag fällt, soll es mit Starkregen aber häufiger kräftig schütten, so die Prognose.

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