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Dresden: Brückeninspektion vom Schiff aus

Hoch über der Elbe arbeiten Fachleute derzeit auf Hebebühnen. Warum die Großaktion nötig ist.

Vom Schiff aus werden derzeit sowohl die Stirnflächen als auch die Unterseiten der Augustusbrücke inspiziert.
Vom Schiff aus werden derzeit sowohl die Stirnflächen als auch die Unterseiten der Augustusbrücke inspiziert. © René Meinig

Dresden. An der Augustusbrücke bietet sich derzeit ein besonderes Bild. Darunter schwimmt ein Ponton, der von einem Schubschiff gehalten wird. Darauf stehen Hebebühnen, auf denen Fachleute die Brücke inspizieren. Sachgebietsleiter Holger Kalbe vom Straßen- und Tiefbauamt hat der SZ bereits zuvor erklärt, warum diese Arbeiten nötig sind.

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Zwar sind am Neustädter Ufer die Stirnflächen der Bögen an der elbaufwärts liegenden Seite schon saniert. Über dem Fluss und auf der anderen Brückenseite aber noch nicht. Damit soll schon parallel zum Brüstungsbau begonnen werden. Welche Schäden vorhanden sind, ist bereits untersucht worden, erklärt Kalbe. Jetzt machen Fachleute der Sächsischen Sandsteinwerke Pirna ein genaues Aufmaß, bei dem sie ermitteln, wie viele neue Steine benötigt werden. So können die etwa zehn Zentimeter starken Sandsteinplatten schon hergestellt werden.

Gutachter sind hier dabei, beim Brücken-TÜV das Bauwerk auf seinen Zustand zu untersuchen.
Gutachter sind hier dabei, beim Brücken-TÜV das Bauwerk auf seinen Zustand zu untersuchen. © René Meinig

Parallel dazu inspizieren Brückenprüfer die Unterseiten vom Schiff aus und untersuchen sie auf mögliche Schäden. Denn nach sechs Jahren ist wieder die Hauptprüfung, der sogenannte Brücken-TÜV, fällig.

Bei den folgenden Bauarbeiten an den Stirnflächen der Bögen im Flussbereich kann dann nur noch eine der beiden Schifffahrtsöffnungen für die Passage in beide Richtungen genutzt werden. Deshalb werden die Arbeiten gut vorbereitet, damit sie reibungslos und schnell vom Schiff aus ausgeführt werden können. Im Flussbereich sollen sie sechs bis acht Wochen dauern. Insgesamt werden sie sich aber bis 2022 hinziehen. Größere Einschränkungen gibt es deshalb aber nicht.

Hier kommen die nächsten Steine für die Sandsteinbrüstung. Über fünf Bögen steht sie schon.
Hier kommen die nächsten Steine für die Sandsteinbrüstung. Über fünf Bögen steht sie schon. © René Meinig

Interessanter für die Dresdner dürfte aber der Zeitplan für die Arbeiten auf der Augustusbrücke sein. Bis zum Sommer sollen alle Brüstungen auf der Augustusbrücke stehen, erklärt Kalbe. Derzeit stehen die Sandsteinbrüstungen schon über fünf der insgesamt neun Bögen. Am fünften Bogen wird die Brüstung gerade vervollständigt, teilt das Straßenbauamt mit.

Etwa 2.000 Brüstungssteine sind auf dieser Brückenseite abgebaut worden. Rund ein Drittel davon war so beschädigt, dass in den Pirnaer Sandsteinwerken neue Steine hergestellt werden mussten. Etwa die Hälfte davon haben die Pirnaer schon zur Augustbrücke geliefert. Die alten Steine sind genau nummeriert worden, damit sie an der gleichen Stelle wieder eingebaut werden können. So sind auch die neu gefertigten Steine gekennzeichnet.

Beim Einbau müssen sie sehr vorsichtig behandelt werden. Da dürfen keine Kanten abbrechen oder andere Schäden entstehen. Deshalb haben die Sandsteinwerke dort besonders erfahrene Fachleute eingesetzt, die die Steine vorsichtig mit einem kleinen Bagger einsetzen.

Die neuen Brüstungssteine werden in den Pirnaer Sandsteinwerken hergestellt. Produktionsleiter Uwe Jahr prüft sie noch einmal vor dem Abtransport.
Die neuen Brüstungssteine werden in den Pirnaer Sandsteinwerken hergestellt. Produktionsleiter Uwe Jahr prüft sie noch einmal vor dem Abtransport. © Peter Hilbert

Sind die Brüstungen im Sommer fertig, kann der zweite Fußweg freigegeben werden. Mitte Juli soll es soweit sein. Danach beginnt der Straßenbau. Damit dies möglich wird, muss zuvor noch der etwa 1,5 Meter breite Asphaltstreifen neben dem 2018 fertiggestellten, elbaufwärtsliegenden Fußweg abgebrochen werden, über den jetzt Fahrradfahrer rollen.

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„Mit dem Straßenbau müssen wir im Spätsommer fertig sein, damit die Dresdner Verkehrsbetriebe das Gleisdreieck am Neustädter Markt ausbauen können“, erklärt Kalbe. In dem Zuge werden in Höhe des Blockhauses auf beiden Seiten bis Jahresende behindertengerechte Haltestellen gebaut. Ab Jahresende sollen die Bahnen wieder über die Augustusbrücke rollen.

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