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Carolabrücken-Fußweg ab Mittwoch frei

Eine wichtige Etappe ist geschafft. Wie die Sanierung jetzt fortgesetzt wird.

Der neue Fußweg an der Carolabrücke ist fertiggestellt. Jetzt kann er freigegeben werden.
Der neue Fußweg an der Carolabrücke ist fertiggestellt. Jetzt kann er freigegeben werden. © Foto: Rene Meinig

Dresden. Vor einem Jahr hatte die Sanierung des elbaufwärts liegenden Zugs der Carolabrücke begonnen. Jetzt haben die Bauleute eine wichtige Etappe geschafft. Am Mittwochvormittag soll der neu gebaute Geh- und Radweg freigegeben werden. 

Das teilt Doris Oser, Referentin des Baubürgermeisters, mit. Die neu installierten Gehwegleuchten strahlen nachts bereits. Zuletzt haben die Bauleute mit Besen noch den letzten Schmutz vom neuen Weg beseitigt.

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Der Geh- und Radweg wurde von 3,6 auf 4,25 Meter verbreitert. Möglich wird das, da erstmals beim Großbrückenbau leichterer Carbon- beziehungsweise Basaltbeton eingesetzt wird. Damit beschreitet die Stadt gemeinsam mit dem Institut für Massivbau der TU Dresden neue Wege. 

"Mit herkömmlichen Materialien wäre das statisch nicht möglich gewesen", erklärt Baubürgermeister Stephan Kühn (Grüne). Durch diese Verbreiterung gelinge es auch, dass der Radweg über die Carolabrücke auf der zentralen Nord-Süd-Radroute ausreichend breit ist.

Geriffelte Harzhülle macht Stäbe stabil

Über den eingehobenen Fertigteilen des Fußwegs ist zuerst eine Lage Stahlbewehrung eingebaut worden. Auf der Neustädter Seite haben die Brückenbauer von Hentschke Bau Basaltmatten verlegt.

Die Basaltstäbe sind von einer geriffelten Epoxidharzhülle umschlossen, damit sie im Beton gut halten. Das leichtere und flexiblere Material ist umfassend getestet und zugelassen worden.

Es rostet nicht, ist gegen Streusalze resistent und eröffnet neue Möglichkeiten. Zwar ist das Material teurer als Stahl. Doch es ist deutlich fester, sodass weniger Beton für die insgesamt nur zehn Zentimeter starke Platte benötigt wird. Auf der Altstädter Brückenhälfte wurden Carbonmatten eingebaut.

Am Altstädter Brückenende wird neues Material getestet

Nur beim letzten Fußweg-Abschnitt am Altstädter Brückenende wurde keine Lage von Stahlmatten, sondern ausschließlich Basaltbewehrung eingebaut, erklärte das Straßenbauamt. So kann getestet werden, wie gut der Fußweg hält, wenn nur dieses neuartige Material eingebaut wird. 

Die Sprossen der neuen Geländer haben den vorschriftsmäßigen Abstand von maximal zwölf Zentimetern. An den alten Geländern der Carolabrücke sind es 14,5 Zentimeter.

Dort gilt jedoch noch Bestandsschutz. Bei der Sanierung bekommt die Carolabrücke schrittweise das Geländer mit der Höhe von 1,3 Metern und den vorgeschriebenen Stababständen.

Ist der neue Gehweg frei, können die Bauleute mit dem Abbruch des Behelfsweges beginnen. Später wird die Fahrbahn auf diesem Brückenzug erneuert.
Ist der neue Gehweg frei, können die Bauleute mit dem Abbruch des Behelfsweges beginnen. Später wird die Fahrbahn auf diesem Brückenzug erneuert. © Foto: Rene Meinig

Nachdem der neue Gehweg am Mittwoch freigegeben ist, beginnen die nächsten Arbeiten. Dann wird der asphaltierte Behelfsweg nicht mehr benötigt, sodass er abgebrochen wird. 

Ist das geschafft, kann die Stahlbetonkappe auf dieser Seite des Brückenzuges beseitigt werden, um sie zu erneuern. Erst danach soll die neue Fahrbahn gebaut werden, auf die eine neue Dichtung und zwei Asphaltschichten kommen. Neu errichtet werden auf dieser Seite auch die Straßenleuchten.

Stadt muss 5,5 Millionen komplett selbst bezahlen

Die Sanierung dieses Brückenzuges soll bis zum Frühjahr 2021 dauern. Dann kann der Verkehr auf der Carolabrücke wieder auf zwei Spuren in jede Fahrtrichtung rollen. Seit dem Sanierungsstart gibt es nur jeweils eine Spur auf dem mittleren Brückenzug.

Die Sanierung des Bauwerks ist dringend nötig. Schließlich gibt es an der 1971 fertiggestellten Spannbetonbrücke erhebliche Schäden. Geplant ist, 2022 den mittleren Brückenzug zu sanieren. 

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Die Stadt hofft dafür auf Fördermittel. Da die 2019 vom Freistaat nicht bestätigt wurden, muss die Stadt die jetzige, 5,5 Millionen Euro teure Sanierung komplett selbst bezahlen. Noch unklar ist, wann der dritte, elbabwärts liegende Teil der Carolabrücke mit der Straßenbahntrasse saniert wird.

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