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Verheerender Brand vor Weihnachten

Ein 58-jähriger Dresdner soll im Dezember selbst seine Wohnung angesteckt haben. Der Mann soll psychisch krank sein. Nun geht es um seine Unterbringung.

Dieser Wohnungsbrand in Dresden-Omsewitz war laut Staatsanwaltschaft das Werk eines psychisch kranken Mieters. Der 58-Jährige steht nun vor dem Landgericht Dresden.
Dieser Wohnungsbrand in Dresden-Omsewitz war laut Staatsanwaltschaft das Werk eines psychisch kranken Mieters. Der 58-Jährige steht nun vor dem Landgericht Dresden. © Archivfoto: Roland Halkasch

Dresden. Zehn verletzte Hausbewohner, darunter mehrere Kinder, 18 Wohnungen unbewohnbar, mindestens 200.000 Euro Sachschaden – der Brand einer Erdgeschosswohnung in der Sanddornstraße 4 in Omsewitz am Morgen des 18. Dezember vergangenen Jahres hatte verheerende Folgen. Kurz vor Weihnachten mussten Dutzende Mieter auf unbestimmte Zeit in Hotels und Pensionen umziehen.

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Die Feuerwehr versuchte mit einem Großeinsatz zu retten, was zu retten war. Aufgrund der großen Hitze platzten Wasserleitungen, sodass es neben Hitze- und Rauchschäden auch noch zu erheblichen Wasserschäden kam. Noch während der Löscharbeiten hatte die Polizei einen mutmaßlichen Brandstifter festgenommen und in eine psychiatrische Klinik eingewiesen – den 58-jährigen Bewohner der Brandwohnung im Erdgeschoss. Er hatte selbst die Feuerwehr alarmiert.

Jetzt steht der Mann wegen schwerer Brandstiftung vor dem Landgericht Dresden. Laut Staatsanwaltschaft hatte er im Wohnzimmer seiner Einraumwohnung Kraftstoff verteilt und gegen 0.15 Uhr entzündet. Kurze Zeit später habe die gesamte Wohnung in Flammen gestanden.

Rauchgase im ganzen Mehrfamilienhaus

Das Feuer drohte sich auf weitere Wohnungen auszubreiten. Rauchgase verteilten sich im Haus und waren die Ursache für die Verletzungen der Mitbewohner. Rund 40 Menschen hatten ihre Wohnungen zunächst verlassen müssen, auch in den beiden angrenzenden Hauseingängen.

Der Angeklagte, ledig arbeitslos, gelernter Straßenbauer, ist noch immer in einer psychiatrischen Klinik untergebracht. Aufgrund seines Crystalkonsums habe er an Psychosen gelitten, an Verfolgungswahn, sagte Staatsanwalt Till von Borries. Das Gericht muss daher nun prüfen, ob der Angeschuldigte für die Tat strafrechtlich verantwortlich gemacht werden kann und ob von ihm eine Gefahr für die Allgemeinheit ausgeht.

Da erst ab Juli ein psychiatrischer Sachverständiger zur Verfügung steht, können erst dann der Angeschuldigte und die ersten Zeugen vernommen werden. Der Prozess wird fortgesetzt.

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