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Dresden gibt ab sofort Radrouten Vorrang

Fehlende und nicht sichere Radwege sind eines der Hauptprobleme für die Dresdner. Nun ändert die Stadt ihre Strategie bei dem Radwegbau. Was sich künftig ändern soll.

In Dresden wird immer wieder für sichere Radwege demonstriert. Jetzt ändert die Stadt ihre Strategie.
In Dresden wird immer wieder für sichere Radwege demonstriert. Jetzt ändert die Stadt ihre Strategie. ©  Christian Juppe

Dresden. Die Stadtverwaltung nimmt laut Baubürgermeister Stephan Kühn (Grüne) einen Strategiewechsel beim Radverkehrskonzept vor. Ab sofort setzt Kühn auf sogenannte Radvorrangrouten.

Vom Zentrum aus soll es für Radfahrer künftig leichter in alle vier Himmelsrichtungen gehen. Das ist der Plan der Stadt. Was das bedeutet, wo diese Routen verlaufen sollen und was sonst noch für den Radverkehr geplant ist. Damit geht er eines der größten Probleme für die Dresdner an.

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Was ändert sich?

Das Radverkehrskonzept, das der Stadtrat 2017 beschlossen hat, behält seine Gültigkeit. Die 481 Maßnahmen daraus sollen weiter schrittweise umgesetzt werden. "Aber wir bündeln die Maßnahmen stärker, verknüpfen vor allem die Abschnitte, die zu zusammenhängenden Radverkehrsrouten führen", so Kühn.

Soll heißen, die oberste Priorität haben nun zusammenhängende Routen in den Norden, Süden, Westen und Osten der Stadt. Die Untersuchungen dazu sind fertig, Planungen laufen. Hauptrouten mit hohem Potential für Radverkehr werden verknüpft, Wege gesucht, Fahrradstraßen auszuweisen und eventuell sogar Radschnellwege zu schaffen.

Welche Routen sind geplant?

Am weitesten sind die Planungen für die Radroute in den Dresdner Osten. Vom Stadtzentrum soll es durch Striesen zum Schulcampus Tolkewitz gehen, bis zur Anbindung an den Elberadweg sind dies neun Kilometer. Geplant ist von der Comeniusstraße über Henzestraße, Stresemannplatz, Laubestraße, Prossener Straße, Glashütter Straße bis zur Kipsdorfer Straße wo notwendig die Oberflächen zu sanieren und Kreuzungen für Radler sicherer zu machen. Wo es möglich ist, sollen Fahrradstraßen ausgewiesen werden. 2022 soll diese Route umgesetzt werden

Laut Stadtplanungsamtsleiter Stefan Szuggat ist es vor allem an Hauptverkehrsstraßen häufig vom Platz her nicht möglich, Radwege zu schaffen. Deshalb sollen aus Nebenstraßen Fahrradstraßen werden. Auf denen haben Radfahrer Vorrang, allerdings dürfen Autos dort trotzdem Tempo 30 fahren. "Das ist bei 95 Prozent der Straßen in Dresden jetzt schon so, dass Tempo 30 gilt", so Szuggat."

Die anderen Routen werden in diesem Jahr noch weiter geplant. In Richtung Norden soll ebenfalls eine neun Kilometer lange Radroute geschaffen werden - vom Zentrum durch die Neustadt nach Klotzsche. Hier stehen die konkreten Straßen noch nicht fest. Die Route soll nicht auf der Königsbrücker Landstraße verlaufen, sondern parallel. Zudem wird hier auch eine Radschnellverbindung geprüft, die dann sogar vom Bund gefördert werden könnte. In Richtung Zentrum sollen mehrere parallele Achsen entstehen, um unterschiedliche Ziele erreichen zu können.

In Richtung Süden soll es vom Zentrum über Südvorstadt und Plauen bis nach Coschütz gehen. Das sind etwa 4,5 Kilometer. 3,5 Kilometer sind es in Richtung Westen nach Cotta. Damit würden auch Lücken im Radwegenetz auf dem Stadtring (26er-Ring) geschlossen werden. Zudem soll eine Rampe vom Elberadweg auf die Marienbrücke geschaffen werden und eine Anbindung an die Route Richtung Norden.

Wo werden Problemstellen beseitigt?

Die Stadt hat sich konkrete Maßnahmen für dieses Jahr vorgenommen, um Problemstellen zu beseitigen und Lücken im Netz zu schließen. Diese sind beispielsweise der Dippoldiswalder Platz, die Fabrikstraße, Stauffenbergalle, Winterbergstraße, Straßburger Platz, Radeberger Straße, Frist-Löffler-Platz und Ziegelstraße.

Zudem werden unter anderem an der Waisenhausstraße, am Postplatz, an der Schweriner Straße, am Pirnaischen Platz und am Rosa-Luxemburg-Platz rote Radfurten markiert.

Auch dem Problem "Dooring" widmet sich die Stadt. Das sind Stellen, an denen Radfahrer durch parkende Autos gefährdet werden, wenn der Fahrer plötzlich die Tür öffnet. An der Wilsdruffer Straße werde dies einfach durch eine ergänzende Markierung erreicht, sagt die Chefin des Straßen- und Tiefbauamtes Simone Prüfer. "An anderen Stellen ist dafür ein Straßenumbau notwendig." So werde an der Freiberger Straße ein Sicherheitsstreifen angelegt. "Das geht zulasten eines Fahrstreifens und dafür ist eine Planung notwendig", so Prüfer. Das werde also noch etwas dauern.

Was passiert an den Hauptstraßen?

In diesem jahr wird ein Schutzstreifen für Radfahrer am Terrassenufer angebracht - zwischen Theaterplatz und Steinstraße. Einen solchen Streifen erhält auch die Radeburger Straße zwischen Ludwig-Kossuth-Straße und der Autobahnauffahrt. An der Julius-Vahlteich-Straße wird der Radstreifen weiter gebaut und in mehreren Bereichen der Bautzner Straße werden Radwege markiert.

Dazu kommt der geplante Umbau der Großenhainer Straße in diesem Jahr. Bei diesem werden auch Radwege mit angelegt. Dazu kommen mehrere Fahrradabstellplätze, Radbügel und Bike&Ride-Anlagen.

Was ist mit dem Winterdienst?

"Beim Winterdienst sollen sich Quantität und Qualität erhöhen", so Amtschefin Prüfer. Deshalb stehen für den Winter 2021/2022 genau 250.000 Euro zusätzlich zur Verfügung. "Die Haupt-Radwege sollen in der Regel bis 7 Uhr geräumt sein." Damit würden sie mit den Hauptstraßen und den Straßen, auf denen Busse fahren gleichrangig eingeordnet werden.

Die Stadt hat holt sich dazu gerade per Ausschreibung Angebote ein. "Wir wollen den Schnee komplett beräumen lassen, das bedeutet, er muss abtransportiert werden", erklärt Prüfer. Damit er nicht einfach auf andere Wege geschoben wird.

Insgesamt stehen für Radverkehrsvorhaben in diesem Jahr 4,5 Millionen Euro zur Verfügung.

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