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Großbaustelle Dresdner Postplatz

Rund 1.000 Wohnungen sind an dem markanten Platz in Dresden in den vergangenen Jahren entstanden. Und es geht weiter.

Am Postplatz wird seit Jahren gebaut. Mit geübten Griffen montiert Izzet Duman die Stahlbewehrung auf den Annenhöfen am Postplatz. Das ist der jüngste Neubau, der hier errichtet wird. Auf rund 20.000 Quadratmetern sollen Büros entstehen.
Am Postplatz wird seit Jahren gebaut. Mit geübten Griffen montiert Izzet Duman die Stahlbewehrung auf den Annenhöfen am Postplatz. Das ist der jüngste Neubau, der hier errichtet wird. Auf rund 20.000 Quadratmetern sollen Büros entstehen. © Sven Ellger

Dresden. Seit 2015 wird an Dresdens zentralem Platz besonders viel gebaut. Rund 1.000 Wohnungen sind in der Top-Lage Postplatz entstanden. Derzeit wird auf dem Gelände des früheren Fernmeldezentrums noch an den Mary-Ann-Apartments gearbeitet und auch am Bürokomplex der Annenhöfe. Ein Überblick.

1. Projekt: Merkur kam zuerst

Vorreiter war der Komplex „Merkur I“, ein Projekt von Baywobau und der tschechischen CTR-Gruppe. Sie hatte dafür knapp 18 Millionen Euro investiert. Der Siebengeschosser am hinteren Ende der Wallstraße mit seinen 62 Wohnungen und der Postbank-Filiale war schon Anfang 2017 fertig. Er bildet den Abschluss der neuen Häuserzeile, die danach errichtet wurde.

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Das war der erste Neubau, der am Postplatz nach 2015 entstand.
Das war der erste Neubau, der am Postplatz nach 2015 entstand. © René Meinig

2. Projekt: Neubau neben dem Schauspielhaus

Im Sommer 2018 wurde der Bau des „Hauses am Schauspielgarten“ an der Schweriner Straße abgeschlossen. Im Herbst konnten dort die Mieter einziehen. Den siebengeschossigen Neubau neben dem Schauspielhaus mit 142 Wohnungen mit einer Größe zwischen 40 und 140 Quadratmetern hat die Hamburger Immobilienfirma Revitalis hochgezogen. Im Erdgeschoss gibt es heute einen Rewe-Markt. Die zweistöckige Tiefgarage bietet Platz für 160 Autos.

Der Bau hatte im August 2016 begonnen. 15 Monate später wurde im November 2017 Richtfest gefeiert.

142 Wohnungen gibt es in diesem Neubau neben dem Schauspielhaus.
142 Wohnungen gibt es in diesem Neubau neben dem Schauspielhaus. © Sven Ellger

3. Projekt: Die Wall-Neubauten bis 2020

Am Antonsplatz hat die deutsch-tschechische Immobilienfirma Baywobau CTR gleich zwei Neubauten auf dem Gelände des früheren Parkplatzes zwischen Wall- und Marienstraße errichtet. Der Komplex „Boulevard Am Wall I“ direkt hinter der runden Ecke am Postplatz wurde 2019 fertig. Entstanden sind 117 Ein- bis Fünfraumwohnungen und vier Läden. Die Kaltmiete liegt zwischen zwölf und 14 Euro je Quadratmeter.

Mitte 2020 folgte das benachbarte Gebäude „Boulevard Am Wall II“. Es ist das größte Bauprojekt. Die Baywobau CTR investierte rund 51 Millionen Euro. In zwei Gebäuden mit sechs Aufgängen entstanden 170 Zwei- bis Fünfraumwohnungen, die zwischen 50 und 110 Quadratmeter groß sind. Je nach Lage zahlen die Mieter zwischen 10,50 und 14 Euro Kaltmiete. Für sie gibt es eine zweistöckige Tiefgarage, die 187 Autos und 160 Fahrrädern Platz bietet.

Ein Blick in die Höfe des Neubaus „Boulevard Am Wall“.
Ein Blick in die Höfe des Neubaus „Boulevard Am Wall“. © Christian Juppe

4. Projekt: Die runde Ecke direkt am Postplatz

Mit seinen Rundungen prägt der siebenstöckige Neubau des Mannheimer Investors Fay Projects das Bild am Postplatz zwischen Wall- und Marienstraße. Rund 100 Millionen Euro wurden für den siebenstöckigen Neubau investiert, Mitte 2019 wurde er fertiggestellt.

Auf der rund 11.500 Quadratmeter großen Gewerbefläche gibt es heute Geschäfte und Restaurants. Im dritten bis sechsten Obergeschoss befinden sich 68 Wohnungen, die größtenteils zwei bis vier Räume haben. Da, wo die Wohnetagen in mehr als zehn Metern Höhe beginnen, liegt auch der mit Sträuchern, Pflanzen und Bäumen begrünte Innenhof. Für die acht Penthäuser auf dem Dach mit ihren großen Terrassen sind 17 Euro Kaltmiete je Quadratmeter fällig, für Wohnungen in den unteren Stockwerken 13 bis 15 Euro. Bei der Gestaltung hatte der Investor viel Aufwand betrieben. So gab es einen Fassadenwettbewerb, an dem sich drei Architekturbüros beteiligten. Letztlich setzten sich die Dresdner Tchoban Voss Architekten mit ihrem Entwurf einer wärmegedämmten Klinkerfassade durch. Und so prägen jetzt die Klinkerziegel mit ihrer plastischen Wirkung das Bild.

Die runde Ecke prägt seit 2019 das Bild des Postplatzes.
Die runde Ecke prägt seit 2019 das Bild des Postplatzes. © René Meinig

5. Projekt: Die Mischung aus Alt und Neu

Ende 2019 wurde schließlich der markante Komplex der „Residenz am Postplatz“ an der Ecke Annen-/Marienstraße fertig. Die Berliner CG-Gruppe hat dort Teile wichtiger Postbauten erhalten, die im 19. Jahrhundert dem Platz seinen Namen gaben: die einstige Oberpostdirektion und das benachbarte Telegrafenamt. Alte Gebäude wurden ausgebaut und durch Neubauten ergänzt. Entstanden sind 246 Ein- bis Fünfraumwohnungen. Die Kaltmiete liegt zwischen 12,50 und 15 Euro je Quadratmeter. Für eine 48 Quadratmeter große Anderthalb-Zimmer-Wohnung mit Einbauküche zahlt man eine Warmmiete von 850 Euro.

Im Erdgeschoss an der Annenstraße wurden Räume für Gastronomie ausgebaut. Dort zogen die Weinbar Château 9 und das Restaurant Friedhelm ein.

Alt und Neu sind in der Residenz am Postplatz kombiniert.
Alt und Neu sind in der Residenz am Postplatz kombiniert. © René Meinig

6. Projekt: Neubau auf Abrissfläche

Direkt neben der fertigen Residenz am Postplatz errichtet die Consus RE AG, der Nachfolger der CG-Gruppe, einen weiteren Neubau: die Mary-Ann-Apartments. 191 Ein- bis Fünfraumwohnungen zwischen 45 und 120 Quadratmetern entstehen in dem Siebengeschosser. Im Erdgeschoss sollen ein Supermarkt und Läden einziehen. Bis Anfang 2019 war dort das frühere Fernmeldezentrum abgerissen worden, das zuvor lange leer gestanden hatte. Im Erdgeschoss sind eine Gaststätte und ein Supermarkt geplant, im ersten Stock Büros. In den fünf darüber liegenden Etagen werden Wohnungen ausgebaut. Die Tiefgarage mit ihren 262 Stellplätzen erstreckt sich vom Untergeschoss über drei Ebenen bis zum ersten Stock. Consus investiert rund 72 Millionen Euro für das Großprojekt. Noch im Spätsommer dieses Jahres sollen die Wohnungen übergeben werden. Geplant ist, dass im vierten Quartal im Erdgeschoss ein Lidl-Markt öffnet.

Wo das Fernmeldezentrum stand, entstehen die Mary-Ann-Apartments.
Wo das Fernmeldezentrum stand, entstehen die Mary-Ann-Apartments. © René Meinig

7. Projekt: Neubau nimmt schon Gestalt an

Direkt hinter dem 2013 übergebenen Neubau des Zwinger-Forums errichtet die TLG Immobilien AG seit Anfang des vergangenen Jahres die Annenhöfe zwischen Freiberger, Schweriner und Hertha-Lindner-Straße. Mit dem sechsstöckigen Neubau verschwindet eine der letzten Lücken am Postplatz zwischen dem Ende der Freiberger und der Schweriner Straße. Dafür investiert die TLG Immobilien AG rund 70 Millionen Euro. Sie hat eine Arbeitsgemeinschaft der Firmen Wolff & Müller und Züblin mit dem Bau beauftragt. Auf rund 20.000 Quadratmetern sollen Büros entstehen. In die zweistöckige Tiefgarage passen 264 Autos und 400 Fahrräder.

So sollen die Annenhöfe künftig aussehen. Auf rund 20.000 Quadratmetern werden Büros entstehen. Geplant ist, dass im Sommer der Rohbau steht.
So sollen die Annenhöfe künftig aussehen. Auf rund 20.000 Quadratmetern werden Büros entstehen. Geplant ist, dass im Sommer der Rohbau steht. © Knerer und Lang Architekte

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