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Neubau für den Weißen Hirsch

Nicht nur der Konsum bekommt eine neue Heimat, auch der Platz hinterm Kurhaus soll viel grüner werden, dafür fallen Parkplätze weg. Was konkret geplant ist.

So soll der Neubau auf dem Weißen Hirsch aussehen. Der Siegerentwurf stammt von Tchoban Voss Architekten.
So soll der Neubau auf dem Weißen Hirsch aussehen. Der Siegerentwurf stammt von Tchoban Voss Architekten. © HR-Stiftung, Tschoban Voss Architekten

Dresden. Er ist eine Besonderheit, der Frida-Markt des Dresdner Konsums auf dem Weißen Hirsch. Von außen sieht er aus wie eine Baracke, die von der Bautätigkeit der vergangenen drei Jahrzehnte vergessen wurde. Ähnlich präsentiert sich der Getränkemarkt gegenüber.

Innen aber hat sich der Konsum die größte Mühe gegeben, den Anwohnern trotz des engen Raumes ein gutes Angebot der Dinge des täglichen Bedarfs zu präsentieren. Kein Wunder also, dass sich der Frida-Markt äußerster Beliebtheit erfreut.

2017 hat die Hans-Rudolf-Stiftung neben dem ehemaligen Kurhaus und den früheren Parklichtspielen auch die Gebäude des Frida-Marktes sowie des Getränkemarktes gekauft. Die Stiftung mit Sitz in München unterstützt nach eigenen Angaben junge Menschen bei ihrem Studienvorhaben mit Stipendien, damit sie sich unabhängig von ihren finanziellen Voraussetzungen entwickeln können. "Dazu müssen wir natürlich Ertrag erzielen", sagt Dirk Thelemann, der Stiftungsvorsitzende.

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Das soll in Dresden mithilfe eines Neubaus mit Wohnungen und einem neuen Frida-Markt samt Tiefgarage gelingen. Die Pläne wurden jetzt den Loschwitzer Stadtbezirksbeiräten vorgestellt.

Vier Entwürfe für den zentralen Platz

Die HR-Stiftung möchte an der Ecke Luboldtstraße/Lahmannring neu bauen. Dort, wo sich heute der Frida-Markt mit zugehörigem Parkplatz befindet, sollen zwei Gebäude entstehen. Damit sich der Neubau möglichst gut ins das von historischen Gebäuden geprägte Umfeld einfügt, gab es im Vorfeld einen Architekturwettbewerb. Von zunächst sechs Teilnehmern haben zuletzt vier einen Entwurf eingereicht. Die Jury hat sich für den des Dresdner Büros Tschoban Voss entschieden.

"Tchoban Voss Architekten hat in seinem Wettbewerbsentwurf eine städtebaulich und architektonisch sehr gute Lösung mit Unikatcharakter für den Weißen Hirsch geschaffen, welcher sich harmonisch in das Quartier integriert und angemessen auf die denkmalgeschützte Umgebungsbebauung reagiert", schätzt Thomas Henkel von hpm Henkel Projektmanagement im Namen der HR-Stiftung ein.

An alten Markthallen orientiert

Vorgesehen sind zwei Gebäude mit sieben und acht Wohnungen mit zwei bis vier Räumen in den Obergeschossen sowie dem Frida-Markt im Erdgeschoss. Bei ihm habe man sich Anleihen von historischen Markthallen geholt, sagte Architekt Jörg Rudloff. So wird der Markt von einem Ornament oberhalb des Erdgeschosses umzogen. Große Fenster sollen Transparenz ins Innere des Marktes vermitteln. Er wird am Ende jedoch nicht mehr Fläche haben als der heutige Markt, doch der Getränkemarkt zieht mit ein.

Besonders wichtig war der Stadt, dass der zentrale Platz hinter dem alten Kurhausgebäude mit Grün und Sitzmöglichkeiten gestaltet wird, so dass sich die Anwohner gern hier aufhalten. Deshalb werden die beiden alten Linden erhalten und durch weitere großkronige Lindenreihen ergänzt. Eine Sitzstufenanlage kommt dazu, auch Dachbegrünung ist geplant, stellte Landschaftsarchitekt Ulrich Krüger die Pläne für den Außenbereich vor. Die Bäume benötigten viel Raum für die Wurzeln, das muss beim Tiefgaragenbau berücksichtigt werden, so Krüger.

Knackpunkt Parkplätze

Damit sprach er auch einen Knackpunkt für die Anwohner und Besucher des Weißen Hirsches an. Viele parken heute auf dem Platz vor dem Frida-Markt. Dieser fällt jedoch mit dem Neubau weg, der Vorrang wird den Bäumen gelassen. Zwar soll es auch öffentliche Parkplätze in der Tiefgarage geben, doch deren Zahl ist begrenzt.

Eine Lösung des Problems ist jedoch in Sicht. Jens Hewald, der Besitzer des Parkhotels, baut gerade im Innenhof ein Parkhaus. Dieses könnten dann auch Patienten des gegenüberliegenden Ärztehauses oder des Konzertplatzes nutzen.

Baubeginn soll laut Henkel Ende 2021 oder Anfang 2022 sein. Ob es einen Interimsverkauf während des Baus geben wird, konnte Dirk Thelemann nicht sagen. Man habe dem Konsum die einstigen Parklichtspiele dafür angeboten, doch die seien wohl aufgrund hoher lebensmittelrechtlicher Anforderungen ungeeignet. Auch der Getränkemarkt habe nicht ausreichend Fläche. Deshalb muss nun nach anderen Lösungen gesucht werden.

Bis zum 16. Dezember können sich interessierte Bürger über die vier Wettbewerbsarbeiten sowie den aktuelle Planungsstand im Ortsamt Loschwitz auf der Grundstraße 1 im Rahmen einer Ausstellung informieren.

Die weiteren Visualisierungen:

Diesen Neubau hat im Wettbewerb das Büro Muetze Gunkel Architektur Partnerschaftsgesellschaft mbB für den Weißen Hirsch vorgesehen.
Diesen Neubau hat im Wettbewerb das Büro Muetze Gunkel Architektur Partnerschaftsgesellschaft mbB für den Weißen Hirsch vorgesehen. © HR-Stiftung: Muetze Gunkel Archi
So stellte sich Architekt Torsten Herrmann für reitter architekten zt gesmbh eine neue Bebauung am Hirsch vor. Die Visualisierung stammt von Sonaar.
So stellte sich Architekt Torsten Herrmann für reitter architekten zt gesmbh eine neue Bebauung am Hirsch vor. Die Visualisierung stammt von Sonaar. © www.sonaar.at
Auch Petra und Paul Kahlfeldt Architekten PartG mbB haben sich mit diesem Entwurf am Architekturwettbewerb beteiligt.
Auch Petra und Paul Kahlfeldt Architekten PartG mbB haben sich mit diesem Entwurf am Architekturwettbewerb beteiligt. © HR-Stiftung: Petra und Paul Kahl

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