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Dresden: Investor Krieger holt sich den Kaufpark

Der milliardenschwere Unternehmer hat die Entscheidung rausgeschoben, auch wegen einer Diskussion zur Lage des Innenstadthandels. Nun will er handeln.

So soll der neue Kaufpark Nickern aussehen.
So soll der neue Kaufpark Nickern aussehen. © Visualisierung: Krieger Liegenschaften

Dresden. Er hat es spannend gemacht: Kurt Krieger hat die Frist bis zum letzten Tag ausgeschöpft, um seine Kaufoption für den Kaufpark Nickern einzulösen. Mit Wirkung von diesem Montag gehört ihm nun die in die Jahre gekommen Immobilie an der Dohnaer Straße, sag Andreas Uhlig, der Geschäftsführer Centermanagement von Krieger Liegenschaften.

"Wir sind überzeugt davon, dass wir es schaffen, die Dresdner von der Besonderheit unseres Neubauprojektes überzeugen", erklärt Uhlig die Entscheidung.

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Elbepark-Eigentümer Krieger will den alten Kaufpark in Nickern abreißen und einen neuen in zwei Etappen aufbauen. Doch das hatte das Citymanagement und zahlreiche Innenstadthändler auf den Plan gerufen. Sie wiesen auf die nicht unwesentliche Vergrößerung der Verkaufsfläche innenstadtrelevanter Sortimente von 25.000 auf rund 30.000 Quadratmeter hin. Es entspann sich eine emotional aufgeladene Debatte, die auch an den Stadträten nicht vorbeiging. Zu einer von Krieger gewünschten Probeabstimmung im Bauausschuss kam es nicht. Dennoch hat sich der 73-Jährige nun entschieden, das Projekt anzugehen. Ohne zumindest die Gewissheit zu haben, dass es eine Mehrheit für seinen Neubau im Stadtrat geben wird. "Wir haben hier auf unser Bauchgefühl vertraut, dass es klappen wird", begründet Andreas Uhlig.

Geht es nach Kriegers Plänen, wird schon in diesem Jahr mit dem Abriss des ehemaligen Baumarkts, der Tankstelle und des Parkhauses begonnen. "Im Vertrauen darauf, dass ich die Baugenehmigung bekomme", wie der Investor kürzlich sagte.

Dann müssen Masten aufgestellt und große Leitungen verlegt werden. Die Drogerie Müller soll während dieser Zeit in einem Zelt verkaufen, bevor sie in den ersten Teil des Neubaus mit Media-Markt und Müller einziehen kann, der im Herbst 2023 öffnen soll. Danach folgen der Abriss der zweiten Hälfte des alten Kaufparks und die Fertigstellung der weiteren Neubauten bis Herbst 2024.

Entstehen sollen drei Gebäude, zwei davon bezeichnet Krieger als Stadthäuser, die den Eingang zum Einkaufszentrum bilden. In das erste links vom Eingang an der Dohnaer Straße sollen im Erdgeschoss eine Bäckerei mit angeschlossenem Café und eine Apotheke einziehen, in den zwei darüberliegenden Geschossen ein Kinderland mit rund 2.000 Quadratmetern Fläche.

Im zweiten Gebäude rechts vom Eingang sollen TK Maxx und H&M die Ankermieter sein, deren Flächen über das Erdgeschoss und das erste Obergeschoss verlaufen. In den oberen Stockwerken sind ein Fitnessstudio, ein Ärztehaus und weitere Büros vorgesehen. In der Mitte ist eine große Mall mit einer großen Gastronomie-Landschaft mit viel Lichteinfall geplant. Kaufland und Media-Markt werden auch wieder als Anbieter dabei sein.

Dresdens Kommunalpolitiker sehen das Engagement Kriegers vorwiegend positiv, da am alten Kaufpark dringend etwas verändert werden muss. Grüne und Linke wollen aber durchsetzen, dass nicht alles nach Kriegers Bedingungen abläuft.

"Die Linke wird das Vorhaben konstruktiv begleiten und begrüßt eine Perspektive für den Kaufpark Nickern. Es wird allerdings keinen Bonus zum Nachteil der Innenstadt geben, um eine riskante unternehmerische Entscheidung zu flankieren", sagt Linken-Stadtrat Tilo Wirtz, Mitglied im Ausschuss für Stadtentwicklung, Bau, Verkehr und Liegenschaften. "Außerdem werden wir uns den Aspekt des nachhaltigen Bauens genau ansehen."

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Bereits nach einem Vierteljahrhundert sei der Kaufpark so verschlissen, dass die Bausubstanz scheinbar wirtschaftlich nicht mehr saniert werden kann. "Dies darf unter dem Aspekt des bewussten Einsatzes von Ressourcen nicht noch einmal passieren."

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