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Dresden

Dresden lässt Kunstwerke verschwinden

Ein Künstler hat diese Woche für Aufruhr gesorgt. Er hat sieben Porträts von bekannten Personen in Dresden verteilt. Warum die Stadt sie nun entfernt hat.

Künstler Esteban Velázquez von Wilhelm hat sein rechtes Auge nach eigenen Aussagen bei einer Randale in Venezuela verloren.
Künstler Esteban Velázquez von Wilhelm hat sein rechtes Auge nach eigenen Aussagen bei einer Randale in Venezuela verloren. © Thomas Kretschel

Dresden. Er ist kein Unbekannter: Der Künstler Esteban Velazquez von Wilhelm ist für seine kuriosen Werke bekannt. Der gebürtige Venezolaner hat mal wieder die Dresdner überrascht: Er stellte in der Stadt sieben goldene Promi-Porträts auf. Darunter ein Bild von Jens Spahn mit dem Spruch "Alles wird gut" und ein Porträt von Michael Kretschmer mit der Aussage "Nu!". Außerdem zeichnete er noch Spahns Ehemann Daniel Funke, Kaiser Wilhelm II., den spanischen Maler Diego Velázquez und den ehemaligen Spiegel-Reporter Claas Relotius, der für seine Betrügereien bekannt ist.

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Doch plötzlich waren die Kunstwerke wieder verschwunden. Warum, hat nun die Stadt Dresden bekannt gegeben. Das Problem an der Sache war: Die Porträts wurden auf 20 Kilogramm schwere Gehwegplatten gezeichnet und standen am Rand des Brunnens "Stürmische Wogen" am Albertplatz. Das gefiel der Stadt nicht und sie ließ die Werke entfernen.

"Kunst darf alles. Aber eben nur fast", erklärt die Stadt am Freitag in einer Pressemitteilung. "20 Kilo Gehwegplatten, nur angelehnt am Brunnenrand, ob bemalt oder nicht, sind nicht sicher. Was, wenn die Platte kippt und auf den Kinderfuß fällt? Was, wenn die Platte im Brunnen landet?" Brunnenreparaturen seien teuer, also habe man die Platten schnell entfernen lassen.

Esteban von Wilhelm könne sich seine Kunstwerke bei der Stadt gern wieder abholen und sich informieren, wo und wie Straßenkunst gut klappen könnte. "Wir freuen uns, dass für sein schon beworbenes Projekt im Juli 2021 im Rahmen des Palaissommers ein Antrag auf Sondernutzung von Stadtflächen eingegangen ist", fügt die Stadt noch hinzu.

Der Künstler Esteban Velazquez wurde angeblich wegen seines "Nazi-Magazins" aus Venezuela vertrieben und lebt jetzt seit vier Jahren in Deutschland.

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