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Dresden: Letzte Parkplätze am Theaterplatz fallen weg

Nicht nur auf der Dresdner Augustusbrücke wird derzeit gebaut. Was im Umfeld geschieht und welche Konsequenzen das hat.

Gesperrt sind jetzt die Parkplätze vor dem Italienischen Dörfchen. Die Fläche wird für die Umleitung benötigt.
Gesperrt sind jetzt die Parkplätze vor dem Italienischen Dörfchen. Die Fläche wird für die Umleitung benötigt. © Marion Doering

Dresden. Der Winter hatte die Bauleute auf der Augustusbrücke gebremst. Zeitweise mussten die Arbeiten unterbrochen werden. Doch derzeit kommen die Brückensanierer von Hentschke Bau voran. Zumindest noch. Denn die Temperaturen sollen wieder sinken. Durch die „weiterhin teils winterlichen Witterungsbedingungen kann es zu Verzögerungen kommen“, teilt die Stadt mit, die einen Überblick der Arbeiten gibt.

Die Einschränkung: Umleitung muss umverlegt werden

Schon seit Januar 2020 ist die Kreuzung am Theaterplatz von der Sophienstraße in Richtung Terrassenufer voll gesperrt. Der Verkehr rollt über eine Umleitung vors Italienische Dörfchen. Doch jetzt sind dort auch die letzten Parkplätze am Theaterplatz weggefallen, da diese Fahrbahnhälfte gebraucht wird. Die andere Seite vor dem Italienischen Dörfchen ist gesperrt, da dort eine Trinkwasserleitung gewechselt wird, begründet die Stadt. Das wird mindestens bis August so bleiben. Denn ab Mai soll diese Straße saniert werden.

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Die Kreuzung soll künftig deutlich sicherer werden. So wird der spitzwinklige Abzweig von der Sophienstraße in Richtung Terrassenufer verbessert. Vorgesehen ist, ihn einzuengen und im 90-Grad-Winkel anzulegen. Außerdem entstehen Fußgänger-Querungen.

Der Schutz: Zelt für Straßenbauer errichtet

Derzeit wird noch der Altstädter Brückenanschluss hergestellt. Die Fußwege in dem Bereich sind schon fertig, ebenso die Gleise. Die Trasse ist als sogenannte feste Fahrbahn gebaut worden. Das Gleis liegt dabei in einer stabilen Betonkonstruktion, die 60 Jahre halten soll. Lediglich verschlissene Schienen müssen ausgetauscht werden, der Unterbau nicht.

Wegen der Kälte mussten die Straßenbauer jetzt ein Zelt aufstellen, damit die Fahrbahn weiter gepflastert werden kann.
Wegen der Kälte mussten die Straßenbauer jetzt ein Zelt aufstellen, damit die Fahrbahn weiter gepflastert werden kann. © Marion Doering

Unter einem etwa 15 Meter langen und knapp zehn Meter breiten Zelt wird die Fahrbahn jetzt gepflastert. Heißlüfter sorgen für die nötige Wärme, da für diese Arbeiten mindestens fünf Grad nötig sind. Das einst buckelige Holperpflaster der Straße kann dabei nicht mehr eingesetzt werden. Denn es war nicht nur eine Sturzfalle für Fußgänger, sondern auch nicht gerade einfach für Radfahrer zu nutzen.

Deshalb erhalten die Brücke und die Anschlüsse einen Belag aus geschnittenem Pflaster, der auch dem historischen Bild entspricht. Auf der Brücke war schon vor der Sanierung eine kleine Testfläche mit geschnittenen alten Steinen angelegt worden. Doch die Ecken der Steine waren unter der Belastung abgebrochen. Deshalb hatte die Stadt gemeinsam mit dem Denkmalschutz neue Pflastersteine mit einer rauen Oberfläche ausgewählt.

Die Brüstung: Erste Sandsteine für vierten Bogen

Derzeit werden auf der zweiten, elbabwärts liegenden Brückenseite wieder die Sandsteinbrüstungen versetzt. Etwa 2.000 Brüstungssteine sind dort abgebaut worden. Rund ein Drittel davon war so beschädigt, dass neue Steine bereitgestellt werden mussten. Die alten Steine sind genau nummeriert worden, damit sie an der gleichen Stelle wieder eingebaut werden können. So sind auch die neu gefertigten Steine gekennzeichnet. Die Sächsischen Sandsteinwerke Pirna stellen die neuen Brüstungssteine her.

Begonnen werden konnte damit, über dem vierten Brückenbogen die Sandstein-Brüstung wieder aufzubauen.
Begonnen werden konnte damit, über dem vierten Brückenbogen die Sandstein-Brüstung wieder aufzubauen. © Marion Doering

Eingebaut werden sie auf der Altstädter Seite derzeit über dem vierten Bogen. Die Steine für den fünften Bogen liegen bereits bereit. Doch bei der angekündigten Kälte müssen die Spezialisten ihre Arbeit wahrscheinlich wieder unterbrechen.

Der Anschluss: Fußwegbau vor dem Blockhaus

Parallel zum Brüstungsbau werden auch die Granitplatten des Fußwegs auf der Altstädter Seite verlegt, derzeit über dem zweiten Bogen. Auf der Neustädter Seite sind die Bauleute dabei, diese Platten am Anschluss zur Großen Meißner Straße vor dem Blockhaus zu verlegen.

Am Neustädter Brückenanschluss werden derzeit die Fußwegplatten vor dem Blockhaus eingebaut..
Am Neustädter Brückenanschluss werden derzeit die Fußwegplatten vor dem Blockhaus eingebaut.. © Marion Doering

Bis zum Sommer sollen alle Brüstungen auf der Augustusbrücke stehen, stellt die Stadt in Aussicht. Dann kann der zweite Fußweg freigegeben werden. Danach beginnt der Straßenbau. Geplant ist, dass er im Spätsommer fertig ist, damit die Dresdner Verkehrsbetriebe das Gleisdreieck am Neustädter Markt ausbauen können.

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