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Letzter Akt am sanierten Elbtunnel

Die Abwasserröhre an der Flügelwegbrücke in Dresden ist jetzt auch von oben gesichert. Warum das für die Röhre unter der Elbe so wichtig ist.

Dieser Schiffsbagger hat jetzt seine Arbeit an der Flügelwegbrücke abgeschlossen. Er hatte eine besondere Aufgabe, damit der große Abwassertunnel unter dem Elbgrund sicher ist.
Dieser Schiffsbagger hat jetzt seine Arbeit an der Flügelwegbrücke abgeschlossen. Er hatte eine besondere Aufgabe, damit der große Abwassertunnel unter dem Elbgrund sicher ist. © Torsten Fiedler, Stadtentwässerung

Dresden. Nach knapp anderthalb Jahren hat die Stadtentwässerung ein Großprojekt an der Flügelwegbrücke abgeschlossen. Die Abwasserröhre unter dem Elbgrund wurde saniert. Jetzt ist sie auch von oben sicher, erklärt Projektleiter Heiko Nytsch von der Stadtentwässerung. Deshalb war seit September vergangenen Jahres am Fuße der Flügelwegbrücke oft ein Schiff zu sehen, auf dem ein Bagger arbeitete. Die linkselbische Dresdner Abwasser-Hauptschlagader führt ein Stück elbabwärts der Brücke unter der Elbe hindurch zum Klärwerk Kaditz. Der zwei Meter hohe Abwassertunnel war bis Juni vergangenen Jahres saniert worden. Er liegt einen Meter unter dem Elbgrund. In der Fachsprache werden solche Rohrverbindungen unter Flüssen als Düker bezeichnet. Das kommt aus dem Holländischen und heißt Taucher.

Mit diesen Wasserbausteinen wurde der Elbgrund gesichert.
Mit diesen Wasserbausteinen wurde der Elbgrund gesichert. © Peter Hilbert

Beim letzten Akt waren dort noch weitere Arbeiten nötig. Damit der Tunnel geschützt ist, wurde noch ein 20 Meter breiter und 90 Meter langer Streifen auf dem Elbgrund aufgebracht. Wenn Schiffe ihre Anker werfen, kann dadurch die Röhre nicht beschädigt werden. „Die Dükersicherung war mit der Abnahme am 19. Mai abgeschlossen“, sagt Projektleiter Nytsch. Industrietaucher hatten zuerst Wasserbausteine versetzt, die vom Schiff aus mit Beton vergossen wurden. Mit dem Elbkies, der vom Grund über dem Abwassertunnel abgebaggert wurde, verfüllten die Wasserbauer die Oberfläche des zuvor mit Beton gesicherten Streifens. Insgesamt wurde eine etwa 15 Zentimeter starke Kiesschicht aufgebracht.

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Mitte April vergangenen Jahres war der erste Schlauch im Abwassertunnel. Die Kanalsanierer Frank Grüssing (vorn) und Eric Ulrich inspizierten die 113 Jahre alte Röhre, bevor der Schlauch mit Wasserdruck gegen die Wände gepresst wurde.
Mitte April vergangenen Jahres war der erste Schlauch im Abwassertunnel. Die Kanalsanierer Frank Grüssing (vorn) und Eric Ulrich inspizierten die 113 Jahre alte Röhre, bevor der Schlauch mit Wasserdruck gegen die Wände gepresst wurde. © Marion Doering

Die Abwasserröhre unter dem Elbgrund hat für Dresden eine große Bedeutung. Durch sie fließt bei Starkregen das Abwasser des Altstädter Hauptkanals unter der Elbe hindurch. Denn in diesem Fall reicht das kleinere, 1,1 Meter starke benachbarte Rohr nicht mehr aus. Die Stadtentwässerung hatte für die jetzt abgeschlossenen Arbeiten rund 4,8 Millionen Euro investiert.

In die 114 Jahre alte und insgesamt 340 Meter lange Röhre sind zwei mit Polyesterharz getränkte Nadelfilzschläuche eingezogen beziehungsweise eingestülpt worden. Danach wurde Wasser in der Röhre auf 87 Grad erhitzt, sodass das Harz aushärtete und der Abwassertunnel eine neue feste Hülle bekam. In der Fachsprache nennt sich das Inliner.

Eine letzte Inspektion des frisch sanierten Abwassertunnels. Zum Abschluss begutachten Bauleiter Martin Lehmann von der Firma Aarsleff und Geschäftsführer Ralf Strothteicher von der Stadtentwässerung die Röhre.
Eine letzte Inspektion des frisch sanierten Abwassertunnels. Zum Abschluss begutachten Bauleiter Martin Lehmann von der Firma Aarsleff und Geschäftsführer Ralf Strothteicher von der Stadtentwässerung die Röhre. © René Meinig

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Die Sanierung der Röhre war dringend nötig. Denn sie war in äußerst schlechtem Zustand. Am Altstädter und Neustädter Ende besteht die Röhre aus Beton, im Anschluss und unter der Elbe auf insgesamt 230 Metern Länge aus Stahl. Der Beton wies große Poren, Ausblühungen und Risse auf. Zum Teil drückte Grund- und Elbwasser durch die schadhaften Stellen. Nicht besser sah es im langen Stahlrohr aus. Besonders im unteren Teil war es verrostet. Die Stadtentwässerung hatte das Rohr vermessen lassen. Die einstige Wandstärke des Dükers von 22 Millimetern war um mehr als zehn Millimeter geschrumpft.

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