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Neue Karten warnen vor Flutgefahren

Die Landestalsperrenverwaltung hat die Unterlagen für den Lockwitzbach fertiggestellt. Welchen Nutzen sie für Dresdner bringen.

Das ist der Lockwitzbach an der Mündung in die Elbe. Jetzt gibt es aktualisierte Karten dafür, welche Gefahren für Anlieger von ihm ausgehen.
Das ist der Lockwitzbach an der Mündung in die Elbe. Jetzt gibt es aktualisierte Karten dafür, welche Gefahren für Anlieger von ihm ausgehen. © Sven Ellger

Dresden. In den vergangenen Jahren ist in Dresden viel für den Flutschutz und zur Beseitigung von Hochwasserschäden getan worden. Seit der Jahrhundertflut 2002 hat die Landestalsperrenverwaltung (LTV) dafür allein bis Anfang dieses Jahres rund 122 Millionen Euro investiert. 

Durch neue Flutschutzanlagen hat sich das Gefahrenpotenzial bei Hochwasser verändert. Die seit 2007 geltende europäische Hochwasserrisiko-Managementrichtlinie verpflichtet die Staaten unter anderem dazu, das Hochwasserrisiko in den jeweiligen Gebieten zu bewerten und Hochwassergefahren und -risikokarten sowie Managementpläne zu erstellen. 

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Diese werden alle sechs Jahre überprüft und bei Erfordernis aktualisiert. Dafür sind umfangreiche Gewässervermessungen sowie die Erstellung beziehungsweise Fortschreibung von hydraulischen Modellen erforderlich.

Demnächst weiß jeder Bürger, wann ihn Hochwasser trifft

Die LTV hat die Hochwassergefahren und -risikokarten für den Lockwitzbach aktualisiert. Diese Woche wurden sie ans Dresdner Rathaus übergeben, teilt LTV-Sprecherin Katrin Schöne mit. 

Die Karten werden demnächst im Umweltportal des Freistaates veröffentlicht. Dort können sich Behörden sowie Bürger und Gewerbetreibende informieren. Gewässeranlieger können daraus ableiten, ob und ab welchem Hochwasser sie betroffen sind, beginnend ab einer Flut, wie sie statistisch einmal in 20 Jahren auftritt, bis hin zu einem Extremhochwasser. 

Aus den Karten sind auch Wassertiefen und Fließgeschwindigkeiten ersichtlich. Sie sind damit eine wichtige Grundlage für die Hochwasservorsorge und -abwehr der Kommunen – und nicht zuletzt für jeden selbst.

Risikokarten für gefährdete Objekte

Bisher galten die Karten aus dem Hochwasserschutzkonzept, was 2003 erstellt wurde. In den aktualisierten Karten sind bauliche Veränderungen, die aktuelle Hydrologie und auch weiterentwickelte Berechnungsmodelle berücksichtigt, erläutert Schöne.

Die beiden Kartenarten unterscheiden sich wie folgt: In den Hochwassergefahrenkarten wird die Gefährdung für Ortschaften bei unterschiedlichen Hochwasserszenarien aufgezeigt. 

Dabei werden Wassertiefen und Fließgeschwindigkeiten in den überschwemmten Bereichen dargestellt. In den Risikokarten werden die Flächennutzung der überschwemmten Flächen und besonders gefährdete Objekte dargestellt.

Geplant ist, jetzt auch das Hochwasserschutzkonzept für den Lockwitzbach zu überarbeiten. Ein Planungsbüro wurde bereits damit beauftragt, teilt die LTV-Sprecherin mit. In den Prozess werden die Stadt und die Öffentlichkeit einbezogen. 

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Aktualisierte Karten sind auch für die Elbe und die Vereinigte Weißeritz erarbeitet worden. Spätestens Anfang kommenden Jahres werden sie an die Stadt übergeben. Für Flüsse als Gewässer I. Ordnung und die Binnenwasserstraße Elbe investiert der Freistaat für diese Karten jährlich rund fünf Millionen Euro.

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