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Dresden: Neue Bäume für den Zwingerpark

Marode Bäume am Zwingerteich mussten fallen. Im Großen Garten wurden 2020 sogar 200 Bäume umgemacht. Wo der Schlösserbetrieb Ersatzpflanzungen plant.

Dicke Holzstämme liegen derzeit im Park am Zwingerteich. Dort und in anderen Bereichen lässt der Schlösserbetrieb neue Bäume pflanzen.
Dicke Holzstämme liegen derzeit im Park am Zwingerteich. Dort und in anderen Bereichen lässt der Schlösserbetrieb neue Bäume pflanzen. © Sven Ellger

Dresden. Motorsägen hatten in den vergangenen Tagen im kleinen Park am Zwingerteich gekreischt. Dort hatten Baumpfleger morsche Äste aus den Kronen entfernt und an anderen Bäumen am Zwingerwall auch Misteln beseitigt. Noch mehr Arbeit hatten sie jedoch im vergangenen Herbst. Denn da mussten dort und auch am Brühlschen Garten insgesamt zehn Bergahorn-Bäume gefällt werden, erklärt Schlösserland-Sprecher Uli Kretzschmar.

Dafür gab es einen guten Grund. „Da war Gefahr im Verzug“, sagt er. Denn die Bäume waren von der Rußrindenkrankheit befallen, die auch für den Menschen gefährlich werden kann. Besonders der Bergahorn ist davon besonders betroffen. Ausgelöst durch den Pilz Cryptomstroma corticale, einem Schwächeparasiten, führt die Krankheit über Jahre langsam zum Tod der Bäume. Diese Baumkrankheit war zuerst in Nordamerika aufgetreten.

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Laut dem Baumpflegeportal haben Forscher herausgefunden, dass der Pilz jahrelang im Baum verharren kann. Die zunehmenden heißen Sommer mit langen Trockenzeiten begünstigen die Infektion. Der durch Wassermangel geschwächte Baum bietet dem Pilz eine gute Angriffsfläche.

Nach dem Dürre-Sommer 2003 gab es die ersten Fälle in Mitteleuropa. Erst mit den heißen und trockenen Sommern sind ganze Wälder in Deutschland betroffen und immer mehr Bäume mussten gefällt werden, wie eben zuletzt im Zwingerpark und auf der Brühlschen Terrasse.

Im Schlosspark Pillnitz schon Bäume gepflanzt

„Letztes Jahr ist das für uns zum großen Problem im Großen Garten geworden", sagt Kretzschmar. Mussten in den Jahren zuvor dort nur jeweils etwa 30 Bäume gefällt werden, so waren es 2020 rund 200. Die Bäume hätten auch nicht mehr eine so große Widerstandskraft, wenn sie von den Pilzen befallen werden. Sie gefährden zudem Menschen. „Deshalb müssen wir handeln.“

Der Schlösserbetrieb lässt jetzt neue Bäume pflanzen. Im Schlosspark Pillnitz ist das in der vergangenen Woche bereits geschehen. Am kommendem Montag werden drei Bäume im Brühlschen Garten gepflanzt. In der vergangenen Woche hatte sich die Zwinger-Anwohnerin Gloria Ziller bei der SZ gemeldet und Neupflanzungen gefordert. Jetzt hat sie bereits eine Grube für eine Baumpflanzung und einen ersten gepflanzten Baum entdeckt.

Dabei wird es nicht bleiben, versichert Sprecher Kretzschmar. Im Park am Zwingerteich werden sechs weitere Bäume gepflanzt. Der genaue Termin steht aber noch nicht fest.

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Im Mai werden auch die Orangebäume wieder aus dem Winterquartier im Barockgarten Großsedlitz geholt und im Zwingerhof aufgestellt, kündigt Kretzschmar zudem an. „Wir werden aber nicht alle 76 Bäume aufstellen können.“ Denn der Zwingerhof wird bis Ende 2023 abschnittsweise saniert. Vorher untersuchen Archäologen den Untergrund. Begonnen hatten sie damit kürzlich vor der Porzellansammlung.

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