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Parkplatz oder Mini-Park für Dresden?

Auf einem Grundstück in Dresden-Neustadt plant der Eigentümer einen Parkplatz, Politiker verfolgen aber andere Ziele. Doch es gibt mehrere Hindernisse.

Ulla Wacker, Heiko Lieske und Klemens Schneider fordern einen Park statt eines Parkplatzes in der Neustadt.
Ulla Wacker, Heiko Lieske und Klemens Schneider fordern einen Park statt eines Parkplatzes in der Neustadt. © Marion Doering

Dresden. Zwischen der neuen 148. Grundschule und dem Friedhof Neustadt ist eine Brache. Diese wird teilweise als Parkplatz benutzt. Genau diese Nutzung plant der Eigentümer auch langfristig mit dem Grundstück an der Martha-Fraenkel-Straße. Es gehört der SachsenEnergie, auf dem 3.500-Quadratmeter-Gelände stand mal ein Gaswerk und später das "Haus 7" mit kreativen Firmen.

"Haus 7" musste wegen der Altlasten abgerissen werden. Wegen der unmittelbaren Nähe zum Friedhof ist ein neues Gebäude nicht zulässig. Deshalb soll dort dauerhaft ein gebührenpflichtiger Parkplatz entstehen, mit E-Ladestationen, Car- und Bike-Sharing.

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Doch das wollen weder Anwohner noch Dresdens Grüne. Mittlerweile gibt es zwei Petitionen zur Nutzung. Eine setzt sich für einen Skate- und BMX-Park ein, die zweite fordert eine Sport-, Spiel- und Grünfläche.

Die Würde des Friedhofs wahren

Wegen der Nähe zum Friedhof sehen die Grünen eine Skate- und BMX-Anlage als schwierig an. Sie wollen viel Grün und Sport statt des Parkplatzes. "Das funktioniert aber nur, wenn das Grundstück in den Besitz der Stadt kommt", so Grünen-Stadtbezirksbeirat Klemens Schneider.

Deshalb solle die Stadt das Areal von SachsenEnergie kaufen. Urban Gardening, Naturschutz durch Ersatzpflanzungen von Bäumen, Sportflächen und einiges mehr soll vor allem Jugendliche anlocken, die für Spielplätze zu alt sind - und auch Erwachsene. Das besagt der Antrag der Grünen.

Zurzeit ist es ein provisorischer Parkplatz neben der 148. Grundschule
Zurzeit ist es ein provisorischer Parkplatz neben der 148. Grundschule © Marion Doering
So sieht der Plan des Landschaftsarchitekten für den "Minibürgerpark" aus.
So sieht der Plan des Landschaftsarchitekten für den "Minibürgerpark" aus. © Marion Doering

Bei solchen Plänen müsse aber immer die Würde des Friedhofs gewahrt bleiben, betont Grünen-Stadtbezirksbeirätin Ulla Wacker. Sie habe mit der Kirchgemeinde gesprochen, die offen für so ein Vorhaben sei.

Problem Altlasten-Entsorgung

Einen ersten Plan hat Landschaftsarchitekt Heiko Lieske. Sein Büro hat die Freiflächen der angrenzenden Schule und Kita gestaltet. "Motorgeräusche und Autotüren wären auch nicht optimal für Friedhofsbesucher." Zumal Grünflächen in der Leipziger Vorstadt fehlen.

Ein weiteres Problem ist die Altlasten-Entsorgung. SachsenEnergie hat 3,5 Millionen Euro vom Freistaat als Förderung erhalten. "Mit dem konkreten Parkplatz-Projekt", so Sprecherin Nora Weinhold. Eine Rückzahlung müsse ausgeschlossen werden können.

Zudem wurde der Bauantrag für den Parkplatz bereits bei der Stadt eingereicht. "Gemeinsam mit der Stadtverwaltung stellen wir parallel Überlegungen zu Alternativen an", macht Weinhold Hoffnung.

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