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Festnahme bei Demo in Dresden

An diesem Sonntag beging die Pegida-Bewegung ihren Jahrestag, dagegen gab es Protest von vielen Bündnissen für Weltoffenheit.

Von Julia Vollmer & Alexander Schneider & Christoph Springer & Andreas Weller
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Pegida hat bis zu 5.000 Teilnehmer für Sonntag auf dem Altmarkt angemeldet. Dagegen wollen ebenso viele Menschen demonstrieren.
Pegida hat bis zu 5.000 Teilnehmer für Sonntag auf dem Altmarkt angemeldet. Dagegen wollen ebenso viele Menschen demonstrieren. © SZ/Andreas Weller

Update 18.01 Uhr: Polizeisprecher Thomas Geitner sagt im SZ-Interview , dass zwei Reden bei Pegida strafrechtlich geprüft werden.


Update 17 Uhr: Lange blieb es friedlich. Doch am Ende des Demosonntages kam es zu einer Festnahme und es wurden Rauchbomben gezündet .

Update 14.40 Uhr: Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Linke) ist heute als offizielle Vertreterin für OB Hilbert auf dem Altmarkt bei der Demo gegen Pegida.


Update 14.34 Uhr: Aktuell sind auf dem Altmarkt 2500 bis 3000 Gegendemonstranten und deutlich weniger Teilnehmer bei Pegida.

Update 14.02 Uhr: Tausende Demoteilnehmer sind in der Stadt unterwegs. Bei Pegida, aber vor allem bei den Gegendemos gegen das rechte Pegida-Bündnis.

Update 13.25 Uhr: Die TU Dresden hat heute mit zur Demo aufgerufen und positioniert sich klar gegen Rassismus und für Toleranz.


Update 13.24 Uhr: Der Demozug aus der Neustadt ist jetzt auf rund 2000 Menschen angewachsen.

Update 12.55 Uhr: Durch die Neustadt laufen aktuell rund 900 Teilnehmer Richtung Innenstadt um gegen Rassismus zu demonstrieren.

Hunderte Menschen beteiligen sich an der Demo.
Hunderte Menschen beteiligen sich an der Demo. © Andreas Weller


Update 12.30 Uhr: Auf der Demo der Tu Dresden sagt Rektorin Ursula Staudinger, wir leben in einer Zeit, in der Menschen in DD wieder angefeindet werden aufgrund ihrer Hautfarbe und Religion. Darauf müsse man mit gelebter Vielfalt und solidarischer Weltoffenheit reagieren, und das immer wieder deutlich machen. "Wir stehen für Vielfalt, Dialog und Menschlichkeit. Wir sind die Mehrheit". Es sind etwa 300 Teilnehmer da. Bei der Demo, die am Alaunpark startet, sind es etwa 800 Teilnehmer.

Update 11.45 Uhr: Langsam erwacht die Stadt und die Demoteilnehmer versammeln sich auf dem Alaunplatz in der Neustadt und vor der TU.


Dresden. An diesem Sonntag feiert die rechtsextreme Pegida-Bewegung ihren siebten Jahrestag in Dresden. Es gibt mehrere Aufrufe zu Gegendemonstrationen, die auch von Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) und TU-Rektorin Ursula Staudinger unterstützt werden.

Beide politischen Seiten rechnen mit vielen Teilnehmern. Deshalb warnt die Stadtverwaltung, dass mit Verkehrseinschränkungen für alle in Dresden zu rechnen ist.

Die Pegida-Wortführer haben bei der Versammlungsbehörde der Stadt 4.000 bis 5.000 Teilnehmer angemeldet. Treffpunkt soll Sonntag um 14 Uhr auf dem Altmarkt sein. Zudem wollen sich die vom Verfassungsschutz ebenfalls als rechtsextrem eingestuften Freien Sachsen Sonntag mit rund 50 Teilnehmern auf dem Altmarkt treffen.

Bereits vorher sollen die Gegendemonstrationen starten. Sie kommen aus verschiedenen Richtungen als Demonstrationszüge zum Altmarkt. Auch hier sind zusammen mehr als 4.000 Teilnehmer angemeldet.

Deshalb warnt die Stadt davor, dass am Sonntag zahlreiche Straßen und Brücken in Dresden zeitweise gesperrt sein werden." Ab Mittag bis in den Abend hinein ist in der gesamten Innenstadt mit Einschränkungen für Fußgänger, Radfahrer und Fahrzeuge zu rechnen", teilt die Verwaltung mit.

Um 11 Uhr trifft sich der erste Demonstrationszug unter dem Motto "Kein Fußbreit den Faschisten:innen!" am Alaunplatz und will über die Elbe zum Altmarkt ziehen. Für 11.30 Uhr mobilisieren der Studierendenrat der TU Dresden, der Studierendenrat der HTW, der Studierendenrat der HfBK, die Konferenz Sächsischer Studierendenschaften und TU-Rektorin Staudinger zum Fritz-Förster-Platz. Von dort soll es unter dem Motto "Alle zusammen für Vielfalt, Toleranz und Weltoffenheit" zum Altmarkt gehen. Dort trifft sich das Bündnis "Nationalismus raus aus den Köpfen". Insgesamt rufen 40 Organisationen und Parteien zum Gegenprotest auf.

Auch TU-Rektorin Staudinger ist dabei und OB Hilbert unterstützt den Protest. "In unserer Universität, in Forschungs- und Kulturinstitutionen leben wir ein Miteinander, das getragen ist von Offenheit und Neugier", so Staudinger. "Wir bauen auf Diversität und Perspektivenvielfalt. In der Wissenschaft suchen wir das Neue und erkennen darin großes Potenzial – nicht nur in der Forschung, sondern auch in der Zusammenarbeit mit Menschen weltweit."

Dass Pegida nun den siebten Jahrestag feiert, sei kein gutes Zeichen. Deshalb unterstützt auch Hilbert das breite zivilgesellschaftliche Bündnis, das den Gegenprotest organisiert, sich gegen Hetze und Spaltung stellt und für eine tolerante und weltoffene Gesellschaft wirbt. „Die Vielfalt der Einwohnerinnen und Einwohner macht es erst möglich, dass wir in einer Stadt wohnen und arbeiten, um deren Lebensqualität uns viele beneiden", so OB Hilbert. "Aber das Erreichte ist nicht selbstverständlich, wir müssen für diese Vielfalt einstehen. Unsere demokratische und offene Lebensweise wird immer wieder zur Zielscheibe von Angriffen. Unter dem Deckmantel des Patriotismus geht es letztendlich nur um Ausgrenzung, Hass und Hetze. Ein Hass, der letztendlich in Rassismus und Gewalt mündet.“ Hilbert kann selbst nicht teilnehmen, wird aber von der Zweiten Bürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Linke) vertreten.

Die Polizei rechnet zunächst mit einem größeren Einsatz, habe aber keine Erkenntnisse, dass Gewaltbereite sich in die Versammlungen mischen wollen. "Wir reagieren dynamisch auf die Mobilisierungen auf beiden Seiten", so Polizeisprecher Marko Laske.

Man habe aber ein besonderes Augenmerk auf die Redebeiträge bei Pegida, da es dort bereits mehrfach zur Volksverhetzung gekommen sei. "Straftaten werden konsequent verfolgt", kündigt Laske an.

Am Selben Tag ist mit weiteren Verkehrseinschränkungen von etwa 10 Uhr bis 15 Uhr zu rechnen. Konkret geht es um den Bereich zwischen Blauem Wunder und Albertbrücke. Dort veranstaltet der Dresden Marathon Verein einen Elbe-Brücken-Laufwettbewerb. Start und Ziel des Laufes sind am Blasewitzer Elbufer in Höhe des Schillergartens.

Die Läufer rennen ab 11 Uhr über das Blaue Wunder, den Körnerweg, an der Elbe entlang bis zur Albertbrücke. Dort wird die Elbe gequert, dann geht es über den Elbuferweg zurück zum Schillerplatz. Die Stadt rechnet zwischen 10 Uhr bis 15 Uhr mit Einschränkungen für den Fußgänger- und Radverkehr an den Elbuferwegen sowie der Geh- und Radwege vom Blauen Wunder und der Albertbrücke und den Fahrzeugverkehr auf dem Körnerweg.