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400 Polizisten bei Rapper-Razzia in Dresden

Vor einem Jahr wurde ein Mann in einer Shisha-Bar mit einem Messer angegriffen. Jetzt fand erneut eine Durchsuchung statt - dieses Mal in Reick.

Auf dem Gewerbegelände an der Mügelner Straße waren neben der Dresdner Polizei auch Spezialkräfte des Landeskriminalamt im Einsatz.
Auf dem Gewerbegelände an der Mügelner Straße waren neben der Dresdner Polizei auch Spezialkräfte des Landeskriminalamt im Einsatz. © Tino Plunert

Dresden. Mehr als 400 Beamte der Dresdner Polizei, der Bereitschaftspolizei und des Landeskriminalamtes Sachsen durchsuchten am Dienstagmorgen im Stadtteil Reick mehrere Gebäude in einem Gewerbegebiet. Hintergrund der Aktion an der Mügelner Straße ist ein Ermittlungsverfahren im Umfeld der Rap-Gruppe KMN-Gang, die dort ihren Treffpunkt haben soll.

Wie die Polizei mitteilte, geht es um eine Messerstecherei, die sich bereits Anfang Oktober vergangenen Jahres in einer Shisha-Bar an der Winckelmannstraße am Dresdner Hauptbahnhof ereignet hat. Demnach steht Ammar R., ein 28-jähriger Deutsch-Iraker, im Verdacht, einen Mann in der Bar mit einem Messer verletzt zu haben. Von dem Einsatz am Dienstagmorgen erhoffen sich die Beamten nun, Beweismittel für das laufende Verfahren sicherzustellen. 

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Der große Kräfteeinsatz, darunter auch Beamte des Spezialeinsatzkommandos (SEK), sei aufgrund der Größe des Areals notwendig gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Es ginge in dem Verfahren auch nicht um eine Lappalie, sondern um ein versuchtes Tötungsdelikt. Unklar blieb jedoch, ob die Beamten auch fündig geworden sind. 

Rechtsanwältin Katja Reichel, sie vertritt als Strafverteidigerin seit Jahren verschiedene Beschuldigte im Umfeld der Rapper, kann sich nicht vorstellen, dass die Beamten mehr als ein Jahr nach der mutmaßlichen Tat mit dieser neuen Durchsuchungsaktion weiterkommen. 

Sie sprach von einer "sinnfreien Jagd" der Staatsanwaltschaft. Die Shisha-Bar in der Winkelmannstraße sei bereits Ende vergangenen Jahres nach wiederholten Durchsuchungen aufgegeben worden. Die Männer gingen seit dem einer geregelten Arbeit nach, sagte die Verteidigerin gegenüber der SZ.

Die KMN-Gang um den Dresdner Sänger Nash ist eine zumindest in der Rap-Szene bundesweit bekannte Band, die bereits einige Erfolge gefeiert hat. Die Gruppe fällt allerdings nicht nur durch ihre Musik, sondern immer wieder auch durch verschiedene Straftaten in ihrem Umfeld auf. Einzelne Mitglieder standen mehrfach vor Gericht oder saßen in Haft, unter anderem wegen Drogenhandels und Waffenbesitzes.

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Auch Nash hatte sich einem Verfahren stellen müssen, wurde aber freigesprochen. Sein Bruder Ammar R. hatte nicht so viel Glück. Er wurde am Landgericht Dresden zu mehr als drei Jahren Haft verurteilt und hat neben dem aktuellen Ermittlungsverfahren noch einen weiteren Prozess am Landgericht ausstehen.  (SZ/mja/lex)

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